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Zell am Harmersbach | 7.01.2026

Das Gasthaus „Adler“ öffnet zur Fasend teils nochmal

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Tradition: Zum Abschluss einer Dreikönigssitzung erhebt sich das närrische Führungsquartett, um gemeinsam mit allen Anwesenden den Narrenmarsch zu schmettern – Torsten Heizmann (von links), Stefan Polap, Clemens Halter, Sam Spicker. Foto: Inka Kleinke-Bialy
von Inka Kleinke-Bialy

Die Dreikönigssitzung der Zeller Narrenzunft zeigte: Es gibt viel zu organisieren, aber auch einiges zu lachen.

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Narrenrat Torsten Heizmann verleiht Tanja Kienzler den „Mottoerfindungsorden“, sie erhält ihn nicht zum ersten Mal.
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So sieht die diesjährige Umzugsplakette aus, schwarze Schrift auf goldgelbem Grund.
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Der Sprecher der Schweizer Grachsymphoniker-Abordnung betonte die besondere Freude der Basler Guggemusiker, in diesem Jahr wieder an der Zeller Fasend teilnehmen zu können – im vergangenen Jahr waren sie wegen ihres 60-jährigen Jubiläums verhindert.
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Umzugsmoderator Uli Henze bittet um noch ausstehenden Ansagetexte der Fasendgemeinschaften.
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Diese vier Barkeeper aus den Reihen des hochwohllöblichen Narrenrats wussten das Ungemach ausgedörrter Kehlen zuverlässig zu verhindern.
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Diesen Blick in den Narrenkeller hat Clemens Halter, wenn er vom Tisch des Führungsquartetts aus die „Ruhe-bitte-Glocke“ schwingt.

„Dieses Jahr haben wir eine Riesenherausforderung, und keiner kann mir sagen, wie’s geht“, meinte Clemens Halter in geübt-schelmischer Zunftmeistermanier. „Eine Wirtschaftsfasend ohne Wirtschaft.“ Damit hatte er bei der Begrüßung zum traditionellen Dreikönigstreffen sämtliche Lacher auf seiner Seite. Das Thema „Gastwirtschaftssterben“ kam im späteren Verlauf der Zunftsitzung zum Tragen.

Über 50 Mitglieder hatten sich am gestrigen Dienstagvormittag im Narrenkeller des Kultur- und Vereinszentrums (KuVZ) versammelt. Unter ihnen Ehrenzunftmeister Berthold Damm, das „Umzugs-Ansageteam“ bestehend aus Uli Henze und Thomas Dreher, die Vertreter der Fasendgemeinschaften sowie eine Abordnung der befreundeten Schweizer Grachsymphoniker. Letztere hatten der Versammlung obendrein knusprig-süße Fasendküchle mitgebracht.

Zwei Auswärtstermine

Das schmausende Geknusper zu übertönen gelang Vizezunftmeister Stefan Polap mühelos, dank Blasinstrument-gestählter Dirigenten-Lungen. „Dieses Jahr haben wir eine relativ normale Fasend bis Mitte Februar“, verkündete er und flachste zum Vergnügen aller, „nächstes Jahr wird das anders, deshalb machen wir da die Dreikönigssitzung am besten schon an Heiligabend.“

Mit gebotenem Ernst dann allerdings gab er die beiden diesjährigen Auswärtstermine der Zeller Narrenzunft bekannt. Am Sonntag, 25. Januar, geht es zum Narrentreffen in Hofstetten, der Ort feiert „33 Jahre Höllhunde“. Die Anreise erfolgt mit einem von der Zunft georderten Shuttlebus, voraussichtlich jeweils um zehn, elf und zwölf Uhr. Achtung: Treffpunkt ist ausnahmsweise nicht am KuVZ (wegen einer dortigen Veranstaltung), sondern am Sonnenparkplatz.
Nicht mit eigenem PKW!

Eine Anreise mit dem eigenen PKW sowohl am Sonntag oder auch am Samstag ist unmöglich, da anlässlich des Narrentreffens nur Zunft- und Shuttlebusse nach Hofstetten hineinkommen. „Beim Umzug haben wir die Startnummer 23 und werden musikalisch unterstützt vom Musikverein Unterentersbach“, so Stefan Polap, die Rückfahrt findet voraussichtlich jeweils um 17, 18 und 19 Uhr statt. Die exakten Uhrzeiten werden innerhalb der nächsten zwei Wochen in der Presse bekanntgegeben. Der Ticketverkauf zum Shuttleverkehr erfolgt am Infoabend zu den Narrentreffen.

Am Wochenende des 31. Januar und 1. Februar findet in Furtwangen ein Narrentreffen statt. Die dortige Narrenzunft, die seit 75 Jahren Mitglied in der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) ist, feiert ihr 100-jähriges Jubiläum sowie das 125-jährige Bestehen ihres Narrenmarschs.
Die Anreise aller Teilnehmer erfolgt am Samstag um 14 Uhr, am Sonntag um 9.30 Uhr – diesmal wie gewohnt ab Treffpunkt KuVZ. Die Rückreise aus Furtwangen erfolgt am Sonntag um 17 Uhr. Die Zeller Hästräger haben die Startnummer 19, mit dabei ist die Stadtkapelle Zell am Harmersbach.

Infoabend am 21. Januar

Für den Samstag in Furtwangen gibt es eine Warteliste, denn aktuell sind sowohl der Bus als auch die Massenquartiere ausgebucht. Für den Sonntag stehen noch acht Plätze zur Verfügung. „Die Ausgabe der Plakette und alles Weitere gibt es am Infoabend für die beiden Narrentreffen.“ Dieser findet statt am Mittwoch, 21. Januar, um 20 Uhr im KuFZ Obere Fabrik, „neu genannt Tellerbau“.

Als nächstes stand die Abstimmung der Gemeinschaftsabende auf der Tagesordnung der Zeller Dreikönigssitzung, desgleichen der Zunftabend (12. Februar, Kartenbestellung unter Zell-5218 oder -7620). Die Meldungen anstehender Mitgliederehrungen wurden eingesammelt sowie für den Schmutzigen Donnerstag und den darauffolgenden Freitag die Arbeitseinteilung vorgetragen. Die ausdrückliche Bitte um deren Einhalten – ohne Ausreden – erhielt die lautstarke Zustimmung aller Anwesenden.

Umzug im Städtle-Ozean

Der sonntägliche und dienstägliche Fasendumzug im Zeller Städtle trägt das Motto „Koralle, Nixen, Haifischzahn – Zeller Narren feiern im Ozean“, Tanja Kienzler erhielt den Motto-Erfinderorden. Die Art und Weise, wie die einzelnen Fasendgemeinschaften dieses Motto zunächst verbal umgesetzt haben, verspricht einiges. Von „Bruchseidon im Königreich der Koralle“ ist beispielsweise die Rede oder von den magischen Wasserelfen in Zellantica. Und: Die „Städtle-Fischer fischen frische Fasendsfische“ – „da muss man ja nüchtern sein, um das sagen zu können“, trötete jemand ob des Zungenbrechers durch den Narrenkeller, und wieder war die Erheiterung groß.

Groß auch ein Sonderapplaus für Dörfle-Chefnarr Stefan Huber. „Ihr seid die einzige Gruppe, die in den 25 oder 26 Jahren, in denen ich jetzt im Narrenrat bin, durchgängig einen Kinder-Umzugswagen macht“, zog Zunftmeister Clemens Halter nicht nur sprichwörtlich seinen Hut.

Narrenrat Torsten Heizmann bat darum, ihm bislang noch fehlende Texte für die Umzugsansage (gerne auch inklusive zu benennender Besonderheiten) innerhalb von zwei Wochen zukommen zu lassen, zwecks Weitergabe an das Moderatorenduo.

Plakettenverkäufer gesucht

Narrenrat Sam Spicker stellte das diesjährige Umzugsabzeichen vor, erneut entworfen von Mathias Schwarz. Im Vorverkauf kostet es vier Euro, am
Fasendsonntag und -dienstag fünf Euro, das Sammlerabzeichen ist für acht Euro erhältlich. Es werden weitere Plakettenverkäufer gesucht, vor allem für den Dienstagsumzug, als Gegenleistung erhalten sie einen kleinen Obolus. Bei Interesse möge man sich bei Säckelmeister Bernd Herrmann melden.

Um den Umzug am Fasenddienstag künftig geordneter zu gestalten, ist die Teilnahme heuer erstmals nur noch mit Vorab-Anmeldung oder über Einladung möglich. Am Dienstag freut sich die Zeller Narrenzunft unter anderem auf das Kommen der Schergässler aus Reichenbach, am Sonntag auf die Narrenzunft Wolfach, „da freuen wir uns sehr, die werden wieder mit 500 bis 600 Leuten einfallen“, strahlte der Zunftmeister.

Wimpelaufhängen am 10. Januar!

Um eine verletzungsfreie Fasend zu gewährleisten, sind die Fasendgemeinschaften gehalten, ausreichend Ordner zur Absicherung vor und zwischen den Fahrzeugen abzustellen. Die Sitzung der Gemeinschaftsführer findet am Fasend-Sonntag um 11 Uhr statt, der Ort wird noch bekanntgegeben. Die Preise an den Buden bleiben auf dem Niveau des Vorjahres, mit Ausnahme von Pommes Frites, um die Konzession kümmern sich die Gemeinschaften selbst, für eine ausreichende Zahl „stiller Örtchen“ ist gesorgt.

Das Aufhängen der zunfteigenen Straßendeko – der Straßenwimpel also – erfolgt am Samstag, 10. Januar, das Abhängen am Samstag, 21. Februar. Der Treffpunkt für alle helfenden Zunftmitglieder ist die Gastwirtschaft „Sonne“. Narrenfahnen dürfen (und sollten) ab sofort gehisst werden!

„Adler“ springt ein

Zum Narrenfahrplan (siehe www.narrenzunft-zell.de) gibt es Folgendes anzumerken: Der Abschluss des Fasendausrufens wird „zu 99,9 Prozent“ im Gasthaus „Adler“ stattfinden, der seit dem vergangenen Dezember eigentlich geschlossenen ist. Auch für das Preisschnurren (Samstag, 14. Februar) hat der „Adler“ geöffnet, zudem wird im Café „Alt Zell“ und im „Badischer Hof“ geschnurrt. Eine Demaskierung ist nicht zwingend, die Anmeldung erfolgt wie gehabt ab 19 Uhr in den Lokalen.

Der Preismaskenball am Rosenmontag allerdings erfolgt heuer ausschließlich im KuFZ. Hier findet auch wie üblich der Kinderball nach der Wiederholung des Fasendumzugs am Fasenddienstag statt, unter der Leitung von Robert Isenmann.

Für den traditionellen Nachtumzug am Fasendsonntag liegt bereits die Anmeldung der befreundeten „Grachys“ vor – der Basler Grachsymphoniker mit ihrer mitreißenden Guggemusik.

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