Tatort im Holzhack, Gemeinde investiert in Grund und Boden, Hundekot auf dem Sportplatz und neuer Standort vom Narrenbrunnen.
Foto: Narrenzunft
Foto: Oliver VollmerBevor die Fasent 2026 mit der Verbrennung des Honsel beendet wurde, fand im, bis auf den letzten Platz gefüllten, Kegelstüble traditionell die „Närrische Bürgerversammlung“ statt. Björn Späth und Rolf Stiewe hatten tolle Tagesordnungspunkte zusammengestellt. Gekonnt und humorvoll wurde die letzte Veranstaltung der Nordracher Fasent von ihnen geleitet und moderiert.
Zu Beginn begrüßten die Beiden das Publikum und suchten vergebens den Bürgermeister oder einen von seinen Stellvertretern. Anwesend waren die beiden Gemeinderäte Stefan Haas und Michael Welle, die sich allerdings zum Narrenrat zählten.
Fazit fällt mager aus
Beim ersten Tagesordnungspunkt wurde dem in der Bürgerversammlung 2025 gewählten stellvertretenden Bürgermeister Wolfgang Lehmann das Wort für ein kurzes Fazit erteilt. Er teilte gleich mit, dass er sich, überraschend für alle, nicht mehr zur Wiederwahl stellt, weil er sich nicht einbezogen fühlte, keiner hörte auf ihn und spätestens nach einem halben Jahr hatte er keine Lust mehr und somit fällt sein Fazit sehr mager aus.
Investitionen der Gemeinde
Als nächstes wurde über die vielen Investitionen der Gemeinde in Immobilien sowie Grund und Boden diskutiert. Auf die Frage der beiden Moderatoren für was die Gemeinde die Wiese hinter der Halle, ein Teil vom Finkenzeller Hof, Haus Echtle, Parkplatz von Junker und der Hubschrauberlandeplatz am Bäumlesberg erworben hat und ob noch mehr hinzukommt, herrschte Stillschweigen. Es wurde kurz erwähnt das der Bauhofleiter somit mehr Auswahl hat, um sich zu verstecken und für die Wiese käme eine Vergrößerung des Wohnmobilstellplatz in Betracht, damit M. Groß nicht noch einmal nach einem Fest auf der Wiese schlafen muss. Auch die beiden Gemeinderäte erteilten keine Auskunft. Es wurde von M. Welle nur zum Ausdruck gebracht, dass Gemeinderat S. Haas bei den Gemeinderatssitzungen oft nicht anwesend sein und somit nicht viel wissen könne.
Kaffeemaschinenmacher und KI
Bei Punkt drei wurde zunächst die seltsame Stellenausschreibung zum stellvertretenden Hauptamtsleiter angesprochen. Einem Bürger ist aufgefallen das die Ausschreibung im Amtsblatt mit dem Zusatz der Kaffeemaschinenmacher ergänzt wurde. Man war sich in der Versammlung nicht einig, ob das ein Druckfehler war oder ob dies tatsächlich das Hauptkriterium für die Einstellung sein sollte, weil der Kaffeeautomat die meiste Arbeit im Rathaus hat. Ein Hausmeister wird von der Gemeinde nicht mehr benötigt. Für die Arbeiten in der Halle hat die Narrenzunft genügend qualifiziertes Personal. M. Welle schlug vor, man könnte den Hausmeister durch KI in Verbindung mit einer Hotline ersetzen. Entweder man hängt solange in der Warteschleife bis sich alles von alleine repariert oder man erreicht B. Späth, der die Arbeiten dann koordiniert.
Kunstrasendünger für den ASV
Beim ASV Nordrach herrscht derzeit großer Unmut, weil auf dem Sportplatz immer wieder Hundekot aufgefunden wird. Hier kam allerdings von M. Walter die Anmerkung, dass noch keine Bestätigung vorliegt, ob es sich tatsächlich um Hundekot handelt. Es kam der Vorschlag, dass man die Haufen einsammelt und als Dünger verkauft. Zuvor sollte jedoch ein DNA-Test durchgeführt werden, um herauszufinden, ob man daraus keinen Kunstrasendünger machen kann.
Narrenbrunnen und Narrenkeller
Die Punkte fünf und sechs wurden dann zusammengefasst, weil der Pachtvertrag zwischen Gemeinde und Stubenkeller und die Versetzung des Narrenbrunnens zusammengehören. Zunftmeister S. Haas berichtete, dass zwischen der Narrenzunft und Bürgermeister C. Erhardt schon so gut wie alles geregelt war und die Zunft schon die Schilder für den Narrenkeller bestellt hatte und das Team „Stubenkeller“ schon bereitstand. Kurz vor Eröffnung wurde der Zunft vom Bürgermeister mitgeteilt, dass es noch Probleme gibt.
Es wurde festgestellt, dass die Gemeinde nicht den Stubenkeller besitzt und somit ist es rätselhaft, wie durch die Gemeinde eine Zu-/Absage erfolgen kann. Die Idee den Narrenbrunnen, wie 2025 geplant, auf den Kirchplatz zu versetzen wurde abgelehnt. Einstimmig befürwortet wurde dafür der neue Standort vor dem geplanten Narrenkeller. Auf Grund der fehlenden Entscheidungsgewalt musste das Projekt „versetzen des Narrenbrunnens“ verschoben werden.
Trainingsstrecken für den Motorradclub
Die überdimensionierten Waldwege, teilweise richtige Autobahnen, in Nordrachs Wäldern waren auch auf der Agenda. Aus der Versammlung kamen viele Ideen und Vorschläge. So könnte es sich um Zufahrtsstraßen für den Bau von Windrädern handeln oder Mitglieder des Motorradclubs können diese Schotterpisten als Trainingsstrecken nutzen. Ein weiterer Vorschlag war, dass man diese Wege im Schul- und Linienbusverkehr einbinden und Rundfahrten für Touristen durch die Wälder anbieten könnte. Am wahrscheinlichsten ist allerdings, dass durch den Sonderhaushalt des Bundes die Gemeinde für diese Autobahnen Fördergelder abrufen kann. Diese können dann als Nato-Straßen zur Bundeswehrkaserne, in die freiwerdende, LVA genutzt werden.
Kandidat muss sich auskennen
Auf Grund dessen, dass die Narrenzunft an der Fasent auch auf die Dienste der Feuerwehr angewiesen ist, machte man sich Gedanken, wer neuer Feuerwehrkommandant werden könnte. Es wurde festgestellt, dass es ein Kandidat sein muss, der sich gut im Feuerwehrhaus auskennen sollte. Leider war es nicht möglich einen geeigneten Kandidaten zu finden.
Tatort im Holzhack
Die Dreharbeiten zum Tatort im Holzhack waren ein weiterer Tagesordnungspunkt. Wie B. Späth berichtete, kam es zum Aufruhr am Bauhof im Hintertal. Als erstes überlegte er, als er die ganzen Fahrzeuge, Trucks und vielen Leute sah, ob es sich um eine Aktion von Survivalspezialist D. Junker handelt. Nach kurzer Zeit stellte er fest, dass tatsächlich ein Tatort in Nordrach gedreht wurde, der im September ausgestrahlt wird.
Besamungsstation der Viehzüchter?
Vom Fasentmontag auf Fasentdienstag wurde am Ortseingang mit Bild belegt, wie die Kuh am Ortseingang gedeckt wurde. Es stellte sich die Frage, wer damit zu tun haben könnte. Schnell kamen die Untertäler mit dem „Untertäler Rautschbur“ M. Glatz in Verdacht, zumal im Untertal große Laufställe geplant sind. Es ist somit durchaus möglich, dass hier getestet wurde, ob das der optimale Standort für eine Besamungsstation der Nordracher Viehzüchter sein könnte.
Zweiklassengesellschaft bei der Narrenzunft
Beim vorletzten Tagesordnungspunkt wurde die Zweiklassengesellschaft bei der Nordracher Narrenzunft angesprochen. Nach dem Zunftmeister S. Haas an der Fasent 2026 ohne Probleme die Narrenfahne zusammengebaut bzw. Häsmeister L. Lehmann beauftragt hat und einen fehlerfreien Vortrag bei der Fasenteröffnung am Narrenbrunnen hielt, war man der Meinung, dass er keine Sekretärin, wie 2025 angedacht, benötigt. Nach dem allerdings am 11.11. in der Stube zur Mitgliederversammlung nur vierzehn Plätze statt vierzig reserviert und die zu ehrenden Mitglieder in das Kegelstüble und nicht in die Stube eingeladen wurden, macht sich Sorge um den Zunftmeister breit. Als dann auch noch Narrenrat A. Armbruster beim Besuch eines Mitglieds, dem er die Präsente für vierzigjährige Mitgliedschaft nach Hause brachte, erfuhr, dass dieser schon zwanzig Jahre nicht mehr Mitglied ist und somit auch nichts annahm, ging Narrenrat Armbruster mit dem ganzen „Krempel“ nach Hause und dachte er sei im falschen Film. Auf die Frage an Zunftmeister S. Haas, ob es nicht doch besser wäre für ihn eine Sekretärin einzustellen, teilte er mit, dass man noch ein Jahr warten sollte und gelobte Besserung.
B. Kamm-Essig stellvertretende Bürgermeisterin
Nach dem keine weiteren Anträge eingegangen waren, wurde festgestellt, dass auch dieses Jahr wieder ein stellvertretender Bürgermeister*in gefunden werden müsse, damit eine ordentliche Schlüsselübergabe erfolgen kann. Es wurden mehrere Kandidaten vorgeschlagen. Es waren alle der Meinung, dass W. Lehmann einen guten Job gemacht und er zu tiefgestapelt hat. Doch alle wohlwollenden Worte konnten ihn nicht umstimmen. Die weiteren Kandidaten waren K. Spitzmüller der mit der Begründung ablehnte, er sei Rentner und habe somit keine Zeit. H. Glatz machte darauf aufmerksam, dass er die Altersgrenze überschritten habe. Der geeignetste Kandidat R. Bieser, Ortsvorsteher vom Problemviertel, darf von zu Hause aus nicht. B. Späth lehnte ab, weil er bereits die Hausmeistertätigkeiten koordinieren muss.
Als die Frage aufkam, ob dieses Amt auch eine Frau ausüben kann, fiel sofort der Name B. Kamm-Essig, Leiterin vom Tourismus-Büro, weil sie einen guten Draht zum Bürgermeister hat und ihm den Schlüssel am nächsten Tag gleich übergeben kann. Einstimmig wurde B. Kamm-Essig zur stellvertretenden Bürgermeisterin gewählt und alle waren froh, dass man auch dieses Jahr wieder jemand für dieses, nicht einfache, Amt gefunden hat.
Somit fand die Versammlung ein gutes Ende und wurde um 19.55 Uhr von Björn Späth und Rolf Stiewe beendet. Nach der Versammlung bedankte sich Zunftmeister Stefan Haas bei den vielen Anwesenden und bei den beiden Versammlungsleitern für die Organisation und Moderation dieser traditionellen und tollen Veranstaltung die Jahr für Jahr den Abschluss der Nordracher Fasent bildet.
Fasentende mit Heulen und Wehklagen
Gegen 20.00 Uhr zogen die Musiker, Narrenräte, Glashansel und das närrische Volk zum Narrenfeuer. Hier ließ Zunftmeister Stefan Haas die diesjährige Fasent in einem kurzen Rückblick vorbeiziehen. Während dem Verbrennen der Fasent freuten sich alle, dass es ab sofort „wider degege goht“, denn in 352 Tag isches wider sowit, das si kunt in d´Nodere die schön Fasentzit“. Stefan Haas beendete die Fasent 2026 mit den Worten „Gonz om Schluß des mussi noch sage, mir hän in de Narrenzunft tolli Lit, un alli zige gonz toll mit. Mir hän ket viel zu tun, kaum Zeit zum Auszuruhn, aber lustig un froh, des war d`Fasent 2026 – Narri, Narro!“
Fördergelder genehmigt. Narrenbrunnen wird versetzt. Am Sonntag wird gefeiert!
Nach der Bürgerversammlung kam es noch zu einer großen Überraschung. Auf Grund eines Rechenfehlers des Gemeindekämmerers, der zu einem 120%igen Förderzuschuss führte, was der bisherige stellvertretende Bürgermeister W. Lehmann nicht zu verantworten hatte, kam kurzfristig eine Nachricht, dass die beantragten Fördergelder doch genehmigt werden können. Von einer ortsansässigen Tiefbaufirma wurde dann noch in der Folgenacht der Narrenbrunnen versetzt und konnte dank des bereits vorhandenen Wasseranschlusses in Betrieb genommen werden. Die Narrenzunft lädt am kommenden Sonntag zur Neu-Einweihung des Brunnens und zu 120 l Freibier um 11.00 Uhr in den Narrenkeller ein.





