Prächtige Stimmung am Sonntag im Pfarrheim. Kuriositäten rund um den Zeller Kirchturm.
Foto: Gisela Albrecht
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Foto: Gisela AlbrechtAm Sonntag konnte sich das Zeller Gemeindeteam als Veranstalter über einen voll besetzten Pfarrsaal freuen. Die Musiker Gisela und Karl-Heinz Hug sorgten für Stimmung und brachten die Narren in Bewegung.
„Hoorig isch die Katz“ – mit diesem Narrengruß von Pfarrer Gerner begann das Programm der Pfarrfasend. Sein besonderer Gruß galt den Vertretern des Narrenrats, Bürgermeister Günter Pfundstein, dem evangelischen Pfarrer Benedict Mangold und seiner Familie sowie Pfarrer Ulrich Henze, der zu einem Gastauftritt nach Zell gekommen war. „Wir wollen schunkeln und tanzen, und halten vor Lachen unseren Ranzen“ – wünschte Pfarrer Gerner dem Publikum.
Dann stellten sich die Moderatorinnen Brigitte Metzler und Melitta Himmelsbach als Schafe vor. Sie wohnen auf der Empore in der Kirche bei den Krippenfiguren und erfahren so alles, was in der Kirche los ist. Die Kirche wurde gründlich geputzt und ist jetzt so sauber, dass sie nichts mehr zu fressen finden. Was machen die Schafe dann? Sie kriegen sich in die Wolle.
Die nächste Nummer kam ohne Worte aus: Paula und Lilli Uhl führten eine Kommunikation nur über Plakate. Sie wollten gern improvisieren, doch wenn die Plakate schon fertig sind, wird’s schwierig. Witzig war es allemal – bei ihrer Gestik und Mimik brauchte es keine Worte.
Die Peterstäler brachten frischen Wind mit. Sie decken so manchen Fauxpas auf, der in der Pfarrei passiert ist. Mit KI können sie nichts anfangen – sie haben ihren Vortrag mit eigenem Hirn und Hand geschrieben. Denn was nützt die Künstliche Intelligenz, wenn man nicht mal eine normale hat?
Einen fetzigen Tanz zeigten die Ministranten zum Klassiker „I will follow him“ aus Sister Act. Wow – so viel Stimmung auf der Bühne, dafür gab es natürlich viel Applaus und eine dringend gewünschte Zugabe.
Eine sehr freie „Trauung“ erlebte Pfarrer Gerner mit zwei Kandidaten, die nur singen können. Auf jede Frage passte ein Lied. Wieviele Kinder sie sich wünschen? 10 kleine Negerlein …
Beim Schweinetango legt die Sau mit ihrem Eber einen Tango aufs Parkett, da wackelt das Kotelett und manches Kilo Fett…eine tolle Idee mit viel Selbstironie auf der Bühne aufgeführt.
Die Tanzgruppe aus Neuhausen kamen als Piraten und zeigten viel Ausdauer und Tanzfreude – einer der Höhepunkte bei der Pfarrfasend, der gerne ein zweites Mal als Zugabe angeschaut wurde.
„Jetzt kommt doch endlich mol in die Kirch“ sang ein Chor schon fast verzweifelt. Mit allerlei Schmankerl sollen die Leute demnächst in die Kirche gelockt werden – ob das klappen wird ?
Friedensstiftende Fasend
Pfarrer Ulrich Henze ist vielen Zellern noch aus seiner Amtszeit als evangelischer Pfarrer bekannt. Bei seinem Gastauftritt bei der Pfarrfasend gab es ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Er kam in einer Mülltonne auf die Bühne: „Ich habe da ein Grundgefühl – ich gehöre auf den Müll“, bedauert er in seinem Rentnerdasein. Sein Blick zum Narrenrat zeigte ihm gleich: Weihnachten war nährstoffreich. Pfarrer Gerner hat ihn bestochen, damit er in seiner Rede vorkommt. Für einen Fuffziger kam man ins Geschäft. Er hat einen Job als Friedensengel im Himmel angenommen, doch er hat es schwer „bei den Idioten auf der Erde“. Selbst sein Boss im Himmel fragt sich, was für eine wilde Horde aus dem Staub von damals geworden ist. Pfarrer Henze spart in seinen närrischen Versen auch die Politik nicht aus. Dann quittiert er seinen Engeldienst im Himmel und hat ein anderes Rezept um Frieden zu finden: Die Fasend in Zell. Denn ein Leben ohne Fasendskunst, das ist für ihn keine Gunst. Für seinen fast fernsehreifen Auftritt erhielt er frenetischen Beifall.
Die „Gute-Laune-Mädels“ brachten Showtime auf die Bühne, da wurde eine Zugabe dringend gewünscht. Zuletzt kamen zwielichte Gestalten mit Taschenlampen durch den dunklen Pfarrsaal auf die Bühne und versuchten einen sehr großen Tresor zu knacken. Endlich war das Ding entzwei und drinnen war Pfarrer Gerner eingesperrt gewesen. Frisch befreit schmiss er Schokoladengeld ins Publikum. Ein toller Gag und ein gelungener Abschluss nach dem mehrstündigen Programm.
Als das Schaf Trudel, alias Melitta Himmelsbach, in der Kirche das Weihwasser verschüttete, sollte das unbedingt unbemerkt bleiben. Also leckte sie es kurzerhand auf. Kurz darauf wurde ihr schummrig und schwindelig – ein regelrechter Weihwasserrausch. Waren hier etwa himmlische Kräfte am Werk?
Die Mitwirkenden der Pfarrfasend
Ohne Worte: Lilli und Paula Uhl
Die Peterstäler: Bernadette Gießler-Bächle und Meinrad Bächle
Miniact/Tanz: Marlene Baumann, Mila Britz, Xenia Bruch, Leonie Krämer, Luisa Lehmann, Nik Lehmann, Laura Moser, Marle Pfundstein, Julin Seidel, Toni Riehle
Freie Trauung: Lilo Fix, Melitta Himmelsbach, Pfarrer Gerner
Die Piraten von Neuhausen: Luis Bühler, Marius Bühler, Svenja Göhring, Jenny Kienzle, Tim Kienzle, Niklas Neumaier, Marla Pfundstein, Paula Uhl
Die Rückkehr: Pfarrer Ulrich Henze
Tanz der „Gute-Laune-Mädels“: Klaudia Baumann, Barbara Christ, Julitta Gießler, Silvia Glatz, Hannelore Hug, Katja Prochazkova-Körnle, Ingrid Bildstein
Panzerknacker: Hilde Breig und Armin Engel, Ansgar Horsthemke, Ferdinand und Monika Rauber, Susanne und Hans-Peter Schnurr, Jutta und Daniel Uhl, Pfarrer Gerner





