Auch Frank Burger und Selina Schmieder wurden vom Verband geehrt. Zudem fanden Ehrungen seitens der Bärenzunft und der Gemeinde statt.
„Ich habe heute die große Ehre, vier verdiente Mitglieder aus den Reihen der Bärenzunft Oberharmersbach für ihre Verdienste um unser Fasent-Brauchtum mit dem Verbandsorden auszuzeichnen.“ So leitete Günther Seckinger, Narrenvogt der Vogtei Ortenau des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte (VON), einen narrisch-feierlichen Teil der Mitgliederversammlung ein.
„Wenn die Bärenzunft Claus Franke nicht hätte, müsste man ihn erfinden“, meinte der Verbandsmann in seiner Laudatio. 1982 in die Bärenzunft eingetreten, trägt der „Hans Dampf in allen Gassen“ seit 1988 im Zunftrat Verantwortung – unter anderem als Zeremonienmeister. Als jahrelanger Häsvogt sorgte er für ein tadelloses Auftreten der Bärenzuft in der Öffentlichkeit, seit 2023 ist er Zunftmeister.
„Claus ist einer, der anpackt, bevor er gefragt wird“, so Günther Seckinger. Für den Geehrten sei das Ehrenamt keine Pflicht, sondern Herzensangelegenheit. Zudem gelinge es ihm andere zu motivieren: „Sein Erfolgsrezept ist, dass alle im Team an einem Strang ziehen.“
Auch auf der Bühne ist Claus Frank zuhause, „mit seinem Showtalent ist er die Geheimwaffe der Zunft.“ Und als Kommunikationstalent verschafft er sich „durch seine charmante, lustige Art ein riesiges Netzwerk – mit vielen Vorteilen für die Bärenzunft und die Oberharmersbacher Fasend.“
Respekt und Hochachtung
Darauf, dass er aufgrund seines außergewöhnlichen ehrenamtlichen Einsatzes über viele Jahre die Geschicke der Bärenzunft mitgeprägt habe, könnten sowohl er selbst als auch alle Zunftmitglieder stolz sein, fuhr Seckinger fort. „Die Vereinsarbeit und der Erhalt unseres Brauchtums lebt von solchen Idealisten wie dir, Claus.“ Zum Dank für alles Geleistete zeichnete er Claus Franke mit dem VON-Verbandsorden „ä halbs Lebe“ aus.
Gleiches galt für die Ehrenzunfträtin Martina Nessler, die genauso lange ein sehr aktives und engagiertes Mitglied ist – als „Urgestein und gute Seele der Zunft.“ Von 1988 an gehörte sie 21 Jahre lang der Verwaltung an. Dabei war sie jahrelang als einzige Frau und Schriftführerin der ruhige Pol im Zunftrat, später agierte sie als zweite Zunftmeisterin. Auch seit ihrer „Zunftratsrente“ 2009 hilft sie weiterhin tatkräftig mit: unter anderem in der Nachwuchsarbeit, beim Organisieren des Narrengottesdienstes, bei der Geburtstagsehrung verdienter Narren.
Weiterhin organisiert sie die Zunftsenioren und unterstützt auf Verbandsebene die Senioren bei ihren Ausflügen. „All das verdient unser aller Respekt und Hochachtung“, unterstrich Günther Seckinger. In der Urkunde, die er den beiden „von der närrischen Lebenssonne verwöhnten“ Empfängern des Ä-halbs-Lebe-Ordens überreichte, heißt es beispielsweise: „Der Vergangenheit zu Ehren und kommenden Generationen zum Beispiel.“
Außergewöhnlicher Einsatz
Den Verbandsorden in Bronze erhielt der 1985 der Zunft beigetretene Frank Burger. Seit seiner Jugend ist er ein aktives und sehr engagiertes Mitglied – immer dabei, wenn es um die Organisation und den Aufbau von Zunftveranstaltungen geht, gleiches gilt für sein Mitwirken „an den legendären Zunftratstänzen in den vergangenen Jahren“. 2015 wurde er zunächst als Häsvogt in den Zunftrat berufen, seit 2023 ist er im Vorstandstrio. „Auf Frank ist immer Verlass“, dankte der VON-Funktionär für den außergewöhnlichen ehrenamtlichen Einsatz.
Selina Schmieder wiederum gehört seit 1998 der Bärenzunft an, ist seit dem Kindesalter als Hästrägerin in der Zunft aktiv „und quasi mit ihr aufgewachsen“. Viele Jahre war sie im Zunftballett zugange, wirkte zudem bei zahlreichen Zunftratstänzen sowie Auftritten am Zunftabend und beim Preismaskenball mit.
Bereits mit 21 Jahren – anno 2015 – in den Zunftrat gewählt, ist sie seither als Schriftführerin tätig und „immer da, wenn sie gefordert wird“. In Anerkennung ihres außergewöhnlichen Einsatzes für die Fasent in Oberharmersbach und die Bärenzunft verlieh Günther Seckinger ihr den VON-Orden in Bronze.
Silbermünze der Gemeinde
Die stellvertretende Bürgermeisterin Anja Jilg würdigte das Engagement der Bärenzunft für das örtliche Brauchtum, „das finde ich ganz stark.“ Zum Dank für 44-jährigen Einsatz durften Claus Franke, August Müller und Martina Nessler die Silbermünze der Gemeinde entgegennehmen, samt Weinpräsent.
Die Bärenzunft selbst ehrte 12 engagierte Zunftmitglieder für ihre langjährige Vereinstreue und ihren Einsatz. „elf, 22, 33, und sogar 44 Jahre Teil der Bärenzunft zu sein ist weit mehr als eine Zahl – es ist Ausdruck von Verlässlichkeit, Zusammenhalt und echter Leidenschaft für unsere Fasend“, stellte Zunftmeister Claus Franke heraus.
Hubert Kornmayer (krankheitshalber verhindert) und August Müller (stets und verlässlicher Teil des Auf- und Abbauteams) erhielten für 44 Jahre Vereinstreue eine von Berthold Eble (Nordrach) handbemalte Keramikschindel samt Urkunde zur Anerkennung und Würdigung der Verdienste um die Oberharmersbacher Fasend. Unter anderem bestätigt die Urkunde stets „züchtiges, sittsames und närrisches Verhalten“. Gleiches galt für Claus Franke selbst.
Den goldenen Orden für 33 Jahre Mitgliedschaft erhielten Marianne Müller, Silvia Ludwig und Christina Schäck, den silbernen Orden für 22 Jahre Linda Hug. Der bronzene Orden für elf Jahre ging an Paul Franke, Timo Golla, Julia Kempf, Jürgen Maier, Stefan Meier, Lea Schmieder.





