Neuer Mannschaftswagen und Garagenanbau der Prinzbacher Feuerwehr wurde feierlich eingeweiht. Bürgermeister Jonas Breig verwies auf die allgemein gestiegene Notwendigkeit von Bevölkerungsschutz.
Foto: Inka Kleinke-Bialy
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„Wir weihen heute nicht nur ein neues Fahrzeug und einen neuen Anbau ein“, eröffnete Bürgermeister Jonas Breig am vergangenen Pfingstsonntag seine Ansprache vor dem Feuerwehrhaus, „wir setzen ein sichtbares Zeichen, dass Sicherheit und Ehrenamt in Biberach ernst genommen werden.“
Seine Ansprache galt neben den KameradInnen der Feuerwehrabteilungen Prinzbach und Biberach einer Vielzahl geladener Gäste sowie BürgerInnen der Gemeinde. Das Projekt stellte er in den Zusammenhang zum „Pakt für Bevölkerungsschutz“, der vom Bundeskabinett in der vergangenen Woche beschlossen wurde.
Mit bis zum Jahr 2029 bereitgestellten zehn Milliarden Euro für Fahrzeuge, Ausrüstung, Warnsysteme und Ausbildung reagiere der Bund auf eine veränderte Sicherheitslage, erläuterte das Ortsoberhaupt: Angesichts des Krieges in Europa, hybrider Bedrohungen und wachsender Gefahr durch Naturkatastrophen soll Deutschland krisenfester und resilienter werden.
Der Pakt benenne klar, wo die Stärke des Systems liegt, so Jonas Breig: „Nicht in fernen Behörden, sondern vor Ort – bei den Kommunen und beim Ehrenamt.“ Weil die Blaulichtfamilie das Rückgrat sei, sehe der Pakt ausdrücklich ein „Zukunftspaket Ehrenamt“ vor. Der Bürgermeister betonte: „Was wir heute einweihen, ist kein lokales Einzelprojekt.
Weil Minuten zählen
Er bekräftigte die Notwendigkeit der getätigten Investition ebenso wie die einer eigenen Wehr in Prinzbach. Diese sei kein Anhängsel, sondern ein Sicherheitsanker für den Ortsteil – die Gesamtwehr Biberach-Prinzbach sehe sich als eine einzige Wehr, die in zwei Abteilungen organisiert ist, um die Fläche abzudecken. Sinnvoller Weise. Denn: Mit Höfen im Außenbereich, der vielbefahrenen B415 und Betrieben, die regelmäßig viele Menschen aus der Region anziehen, brauche es eine Feuerwehr, die schnell vor Ort ist.
Eine Entfernung von knapp fünf Kilometern und eine kurvenreiche Straße bedeuten mehrere Minuten Anfahrt aus Biberach. Im Ernstfall aber sind es Minuten, die zählen. „Wir investieren also in die Sicherheit aller Menschen dieser Gemeinde – und in die Menschen, die sie täglich gewährleisten“, hob der Rathauschef hervor.
Grundstücksfragen, eine neu durchzuführende Ausschreibung für den Mannschaftstransportwagen (MTW) sowie marktbedingte Kostensteigerungen haben mit 290.000 Euro den ursprünglich geplanten finanziellen Rahmen überstiegen. „Am Ende aber konnten wir mehr realisieren, als ursprünglich vorgesehen“, unterstrich Jonas Breig, „auch den Umkleide- und Hygienebereich.“
Um ein Vielfaches verbessert
Dies war zum einen möglich durch Landesmittel in Höhe von 58.000 Euro. Zum anderen sorgte die Abteilung Prinzbach in den vergangenen sechs Monaten durch Eigenleistung für eine Kosteneinsparung von 15.000 Euro. Darunter fielen Abriss-, Sanitär-, Lüftungs-, Elektro-, Maler-, Gips- und Reinigungsarbeiten, der Innenausbau der Umkleide und Rasenpflege. Bislang 578 Stunden erbrachten die Kameraden dafür in ihrer Freizeit, zusätzlich zu Probenbetrieb und Einsatzgeschehen, wie Frank Becherer als Kommandant der Abteilung Prinzbach erläuterte.
„Mit dem Neubau wurde eine zweite Garage für unser neues Fahrzeug geschaffen sowie eine abgetrennte Umkleide zur Garage“, erklärte er und berichtete von den bisherigen Bedingungen: Bislang mussten sich die KameradInnen in der Bestandsgarage umziehen, „was je nach Witterung nicht immer angenehm war.“ Und mit der Sanierung der WC-Anlage im Rathaus wurde der Zugang zu einer Toilettenanlage im Gebäude ermöglicht, „bislang hatten wir die öffentliche WC-Anlage unten am Schulhof genutzt.“
Der Sozialbereich wurde somit um ein Vielfaches verbessert und angenehmer gemacht. Froh auch zeigte sich Frank Becherer über den aktuellen Standort, da sowohl die Gemeinde als auch das Gesamtkommando eine Einigung mit dem früheren Grundstückseigentümer erzielt hat. So konnte die bereits bestehende Feuerwehrgarage neben dem Rathaus erweitert werden.
Gefahrenlage
Auch der Gesamtkommandant und Leiter der Abteilung Biberach, Patrik Dreilich, meldete sich zu Wort. „Auf die Abteilung Prinzbach der Biberacher Feuerwehr verlassen sich unter anderem über 450 Besucher, die hier in der Gastronomie Platz nehmen können“, verdeutlichte er, zudem „160 Übernachtungsgäste, die hier eine Unterkunft finden“. Hinzu kommen fast 500 Prinzbacher und Prinzbacherinnen, „die hier wohnen, und das nicht selten in größeren landwirtschaftlichen Anwesen – landschaftlich sehr reizvoll, dafür feuerwehrtechnisch herausfordernd gelegen.“
Dies stelle aber nur einen Teil der Gefahrenlage dar, die sich aus dem einstimmigen Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde Biberach ergebe. Zum Erstaunen bis dato Unwissender legte er dar: „Bislang sind Kameraden, die nicht auf einem der sechs Sitzplätze des Löschfahrzeugs Platz gefunden haben, mit Privatfahrzeugen zur Einsatzstelle gefahren, oder zum Übungsobjekt.“
Das hatte das Kommando unbedingt ändern wollen. Anfang 2023 wurde daher der Dialog zwischen Feuerwehrführung, den Ausschüssen und der Gemeinde gestartet, „um nun hier am Ziel zu stehen.“ In intensiven Beratungen wurde der beste Kompromiss zwischen Nutzen, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit erreicht.
Viele Beteiligte
Dank des neuen, im Feuerwehrhaus stationierten MTW können die KameradInnen nun sicher und ordnungsgemäß die Einsatzstelle anfahren, zudem ist das Fahrzeug auch für verkehrssichernde Maßnahmen gerüstet. Überdies wird es unter anderem dazu dienen, Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehr zu transportieren, und auch die Alterskameraden werden den MTW nutzen.
Bürgermeister Jonas Breig dankte allen Beteiligten, unter anderem Stephan Wussler und den wwg-Architekten für die engagierte Planung, allen Handwerkern und Fachfirmen für solide regionale Arbeit, Eduard Weber für den entscheidenden Grunderwerb. Für die intensive Projektbegleitung dankte der dem Gesamtkommando (Patrik Dreilich mit seinen Stellvertretern Florian Möller und Jochen Cunico) und dem Abteilungskommando (Frank Becherer mit Stellvertreter Gerhard Huber).
Und ganz besonders galt sein Dank allen KameradInnen „unserer Feuerwehr, die selbst angepackt, Eigenleistung erbracht und dieses Projekt mit möglich gemacht haben.“
Nicht anonym
Ortsvorsteherin Matilda Schmidt formulierte es so: „Ihr seid keine „anonyme“ Feuerwehr. Ihr seid unsere Nachbarn, Freunde, Familie.“ Genau deshalb sei es ein so gutes Gefühl zu wissen: „Wenn etwas passiert, seid Ihr da.“ Auch mitten in der Nacht, am Wochenende, bei Wind und Wetter, „und das ehrenamtlich. Dafür können wir nicht genug Danke sagen“, fuhr Matilda Schmidt fort und bekräftigte: „Danke an Euch alle, die ihr zeigt, wie wichtig Gemeinschaft in unserem Prinzbach ist.“
Mit dem neuen Mannschaftswagen wünschte sie allzeit gute Fahrt – „und vor allem, dass ihr immer gesund und sicher von Euren Einsätzen zurückkommt.“
Pfarrer Bonaventura Gerner von der Kirchengemeinde Kinzigtal tat das Seine dazu, indem er das Fahrzeug nach Fürbitte und gemeinsamen Gebeten segnete. Für die musikalische Umrahmung sorgte ein Ensemble des Musikvereins Prinzbach-Schönberg.





