• Kontakt
  • Anmelden

Schwarzwälder Post

  • Startseite
  • Sport
  • Veranstaltungen
    • Veranstaltungskalender
    • Veranstaltung anmelden
Biberach, Zell am Harmersbach | 11.06.2019

Personalausweis für acht Storchenkinder

Foto:
Ein seltenes Foto gelang auf dem Rietsche-Kamin, wo ein Altvogel bei den Jungen verharrte, als die Drehleiter oben ankam. Foto: Susanne Vollrath
von Susanne Vollrath

Seit Freitag wissen es die Storchenfreunde endlich genau: Im Fröschbacher Nest und auf dem Rietsche-Kamin wachsen jeweils drei Jungtiere auf. Der Nachwuchs in Unterentersbach und auf dem Storchenturm hat jeweils als Einzelkind die volle Aufmerksamkeit der Eltern. Die Nester auf der Alten Kanzlei und dem Rathaus waren leider leer.

Mit Unterstützung der Drehleiter der Zeller Feuerwehr waren die Nabu-Naturschützer Paulette Gawron und Gérard Mercier sowie Storchenvater Franz Trautwein am Freitagnachmittag unterwegs, um die Jungtiere zu beringen. Sah es letztes Jahr noch so aus, als ob künftig vielleicht nicht mehr alle Storchenkinder einen »Personalausweis« ans Bein bekommen können, standen diesmal aber doch wieder genügend Ringe bereit. »Im Elsass und in der Rheinebene gibt es dieses Jahr sehr wenige Jungstörche«, bedauerte Mercier. Dort war das Frühjahr erheblich nasser als im Kinzigtal, wo in fast jedem Nest drei Jungstörche ihre Kinderstube haben.

Akute Wohnungsnot

Im Schnitt werden fünf Eier pro Paar gelegt, von denen 1,5 bis 2,5 Junge die kritische Zeit überstehen. Zehn bis 15 Prozent wachse die Population jährlich, erläuterte der Vogelexperte. Eine Zahl, die jedem, der durchs Tal fährt, plausibel erscheint. Bis zu 20 Störche sieht man manchmal in Gruppen auf den Matten stehen. Das Wachstum der Population bedeutet für die Vögel aber auch akute Wohnungsnot. Selbst bauen ist schwierig und dauert. Man braucht Geschick und den richtigen Platz. Alles nicht einfach, wie sich bei den Baumeistern vom Rathausdach bereits mehrmals gezeigt hat. Deshalb versuchen manche Störche lieber, die Bewohner bereits bewährter Nester zu vertreiben. Die Attacken blieben in diesem Jahr jedoch erfolglos. »Wird ein Nest erobert, werden bereits vorhandene Jungtiere getötet«, erklärt Mercier die rauen Sitten im Tierreich. »Das geht mit einem Schnabelhieb«.

Balduin fährt Drehleiter

Sind in einem Nest mehrere Junge, bringt Gérard Mercier manchmal einen mit nach unten, damit interessierte Kinder und Erwachsene
einen nahen Blick darauf werfen können. Sogar streicheln ist erlaubt, denn Störche riechen so schlecht, dass die Berührung durch Menschenhand – anders als bei anderen Wildtieren – nicht zum Verstoßen des Nachwuchses führt. Dass sich das Jungtier während der ganzen Prozedur nicht bewegt, liegt an einem Reflex – der sogenannten Thanatose. In der Natur schützt dieser Mechanismus vor Fressfeinden. Im Falle der Beringung trägt der kleine Adebar keine Schäden davon, denn sobald er wieder im Nest ist, streicheln die Eltern ihn mit ihren Schnäbeln wieder munter. In diesem Jahr durfte der kleine »Balduin« vom Rietsche-Kamin mit der Drehleiter nach unten fahren. Dort nahm ihn Patin Doris Rappenecker in Empfang. Anschließend wurde er von kleinen und großen Naturfreunden ausgiebig bestaunt. Kurz darauf ging‘s mit dem sicheren Feuerwehr-Lift wieder nach oben ins gemütliche Nest.

Ein seltenes Foto gelang auf dem Rietsche-Kamin, wo ein Altvogel bei den Jungen verharrte, als die Drehleiter oben ankam.
Die Kennung ist der »Personalausweis«, der den Storch ein Leben lang begleitet.
Foto: Susanne Vollrath
Kinderstube mit Traumblick: Ein Storchenbaby wird in diesem Jahr auf dem Storchenturm großgezogen.
Foto: Susanne Vollrath
Paulette Gawron, Karl-Heinz Gienger, Franz Trautwein und Gérard Mercier (von links nach rechts) sind ein eingespieltes Team in Sachen Storchenberingen. Auch 2019 waren sie wieder zusammen unterwegs.
Foto: Susanne Vollrath
Gérard Mercier beringt Balduin. Zahlreiche Tierfreunde schauen zu.
Foto: Susanne Vollrath
Glückliche Patentante: Doris Rappenecker hält Balduin im Arm.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

  • 2026-2-6-ZE-Ulrich Spitzmüller-Störche-StorchenturmFoto: Ulrich Spitzmüller
    Freunde der Zeller Fasend oder die ersten…
  • 2026-2-13-ZE-hps-Zunftabend-DSC_6179Foto: Hanspeter Schwendemann
    „Highway to Zell“ oder „Highway to Hell“?
  • 2026-2-6-ZE-UE-ga-Ortschaftsrat Sitzung Unterentersbach-IMG_6886Foto: Gisela Albrecht
    Traditionen erhalten und fördern

Schlagworte:
Gemeinde Biberach, Stadt Zell am Harmersbach, Störche

Veranstaltungskalender für Zell a. H., Biberach, Nordrach und Oberharmersbach

Februar 2026
MDMDFSS
       1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28  
« Jan.  März »

Zell a. H.

  • Ortschaftsrats Oberentersbach: Ortschaftsratsitzung am 20.02.2026 ab 19:30 Uhr
  • Katholischen Kirchengemeinde Kinzigtal: Gemeindeleben gestalten am 22.02.2026 ab 10:45 Uhr
  • Wander- und Freizeitverein Unterharmersbach: Winterwanderung bei Schonach am 22.02.2026 ab 11:00 Uhr

Biberach

  • Schwarzwaldverein – Ortsgruppe Biberach: Seniorenwanderung zum Posthörnle am 5.03.2026 ab 14:00 Uhr
  • DRK Ortsverein Biberach: Jahreshauptversammlung am 7.03.2026 ab 19:00 Uhr
  • Turnverein Biberach: Mitgliederversammlung am 13.03.2026 ab 19:00 Uhr

Nordrach

  • Trachtengruppe Nordrach: Generalversammlung am 20.02.2026 ab 19:30 Uhr
  • Gemeinderat Nordrach: Gemeinderatssitzung am 23.02.2026 ab 19:00 Uhr
  • Chor der Klänge lädt zur Mitgliederversammlung ein am 28.02.2026 ab 19:00 Uhr

Oberharmersbach

  • Miliz- und Trachtenkapelle Oberharmersbach: Mitgliederversammlung am 13.03.2026 ab 20:00 Uhr
  • Fördervereins Kinderhaus Sonnenblume Oberharmersbach: Kleider- und Spielzeugbasar am 15.03.2026 ab 14:00 Uhr

Schulferien & Feiertage

  • Keine Termine

© 2026 Schwarzwälder Post

  • Login für Autoren
  • Sitemap
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Kontakt