Nachhaltige Waldnutzung steht durch Klimawandel auf dem Prüfstand

Wetterextreme stellen Forst vor große Herausforderungen – Großer Wertverlust in den Beständen – Auch die Tanne ist in Gefahr

Ein Krisengipfel für den Wald, keine Woche ohne neue Katastrophenmeldung. Der Wald leidet und die Waldwirtschaft mit ihm. Neben der ökologischen Dimension hat die Situation auch eine ökonomische und eine Generationen übergreifende. Was bedeuten Hitze, Dürre und Käferkalamität für die Menschen, die mit und vom Wald leben?

»Der Klimawandel trifft die Wälder im Land mit nicht geahnter Wucht«, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstag. »Sehr viele Wälder der rund 240.000 Waldbesitzer im Land sind durch den Klimawandel stehend K.O.. Die Waldwirtschaft sieht sich auf einer Fläche von rund 1,4 Millionen Hektar Wald im Land Herausforderungen gegenüber, die sie nur mit größtmöglicher Unterstützung durch die Gesellschaft wird meistern können«, analysiert Forstminister Peter Hauk.

Der Hitze und Trockenheit des vergangenen und dieses Jahres seien landesweit 2019 bereits rund eine Million Festmeter Käfer- und rund 400.000 Festmeter Dürreholz zum Opfer gefallen, Tendenz weiter steigend. Im gesamten Jahr 2018 seien es landesweit insgesamt rund 1,6 Millionen Kubikmeter gewesen.

Hoffnungsträger in Bedrängnis

Bisher galt die Weißtanne als Hoffnungsträger im Klimawandel. Mit ihrem tiefreichenden Wurzelsystem erschließt sie sich für andere Arten unerreichbares Wasser und ist gleichzeitig sturmfester als die Fichte. Eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft kam noch im Jahr 2017 zu der Einschätzung, dass die Klimarisiken für die Tanne wahrscheinlich eher gering sein werden. Auch Untersuchungen in Deutschland legten nahe, dass die Tanne ihr Image vom »Sorgenkind« ablegen könnte. Schwefelimmissionen hatten ihr bis in die 1970er Jahre stark zugesetzt. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten förderte nach dem Trockenjahr 2003 ein Forschungsprojekt, um zu ermitteln, wie Fichte und Tanne auf derartige Extremereignisse reagieren. »Nach dem Rückgang der Schwefelemissionen hat sich die Tanne rasch erholt und ist heute deutlich weniger trockenheitsanfällig als die Fichte einzuwerten. Damit ist die Tanne unter den prognostizierten Klimaänderungen auf vielen Standorten eine interessante und ökologisch vorteilhafte Alternative zur Fichte«, schreiben Andreas Rothe, C. Dittmar und C. Zang in einem Fachartikel aus dem Jahr 2011. Gleichzeitig schränken sie jedoch ein: »Dies gilt insbesondere für … Regionen mit ausreichendem Niederschlag während der Vegetationszeit, in … Gebieten mit warm-trockenen Klimabedingungen stoßen dagegen auch gesunde Tannen an ihre Grenzen.« Auch die Forscher um Jürgen Bauhus vom Lehrstuhl für Waldbau der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg kamen noch 2016 zu dem Ergebnis, dass im direkten Vergleich zwischen Fichte, Tanne und Douglasie die Tanne den Trockenstress am besten erträgt.

Kein bodenverfügbares Wasser bis in tiefe Bodenschichten

Doch ist »am besten« noch gut genug? Dass der Wald umgebaut werden muss, steht außer Frage. In vielen Fichtenbeständen verrichtet der Buchdrucker machtvoll sein unheilvolles Werk. Fichten wurzeln flach und kommen bei fehlendem Regen, wie er in den letzten beiden Sommern zu verzeichnen war, schnell in Trockenstress. Erschreckend war der Blick auf die Bodenfeuchtigkeitskarte, die Nordrachs Förster Nolle kürzlich in die Gemeinderatssitzung mitgebracht hatte: Ausgedehnte tiefrote Bereiche waren insbesondere in Norddeutschland bei der Bodenuntersuchung in 25 Zentimeter Tiefe zu sehen – der Bereich, in dem die Fichte wurzelt. Die Bodenfeuchte in 25 bis 60 Zentimeter Tiefe, der Wurzelbereich von Buche und Tanne, zeigte sich nicht nur in Nord-, sondern auch in Ostdeutschland sowie in der Ortenau und entlang der Rheinschiene tiefrot. Kein bodenverfügbares Wasser – ein hartes Urteil für den Wald. Die aktuellen Regenfälle versprechen nur dann Linderung, wenn sich dadurch die pflanzenverfügbare Wassermenge im Boden wieder deutlich verbessert. Am ehesten würde vom aufgefüllten Vorrat dann die Fichte profitieren.

Risikofaktoren addieren sich

Lorenz Breig, Oberentersbacher Ortsvorsteher, ist Waldbauer und steht mittlerweile selbst mit der Tanne vor erhebliche Problemen in seinen Beständen. Insbesondere vom Gieseneck über Knobel bis zu den Buchhöfen ist es extrem trocken, hat er beobachtet. Südhanglagen mit starker Sonneneinstrahlung, voll im Wind, flachgründige Böden – Risikofaktor addiert sich in solchen Lagen zu Risikofaktor. Ein alter Baum verdunstet zwischen 200 und 400 Liter Wasser – pro Tag. Wie es ausgeht, kann man sich auch ohne Blick in die Glaskugel denken. »Für die Weißtanne wird es problematisch, weil sie in der Tiefe kein Wasser mehr findet. Die Wurzeln sterben ab. Laubholz ist aber auch nicht die Rettung«, meint Lorenz Breig. »Durch die anhaltende Trockenheit sind auch da die Feinwurzeln abgestorben.« Selbst Breigs Wald auf der »Winterseite« ist geschwächt. Mit der Trockenheit kommt beim Nadelholz schnell der Käfer. Bis zu zwei Zentimeter große Larven hat Breig an Tannen gefunden, von oben bis unten ziehe sich der Befall. Laubgehölze, wie die Buche, werden zur Gefahr, weil die dürren Kronen dazu neigen, einfach zusammenzubrechen. Viele Waldbesitzer versuchen aus den genannten Gründen, Käferholz möglichst schnell zu schlagen und aus dem Wald zu schaffen sowie Gefahrenstellen zu eleminieren. Das Problem: Jeder Hieb wird zum Einzelschlag, der Bestand dadurch aufgerissen und die Naturverjüngung beschädigt. Es bieten sich neue Angriffsflächen für Wind und Wetter, der Sonnenschutz für den Waldboden von den alten Bäumen fehlt. Ein Rattenschwanz an Problemen kann auftreten, von einer planmäßigen Waldbewirtschaftung nicht mehr gesprochen werden. Oft seien im Moment Bestände dran, die eigentlich erst in 20 bis 40 Jahren erntereif gewesen wären, sagt der erfahrene Waldbauer. Ein weiteres Problem wird also auf die Sägewerke zukommen, wenn diese Bestände dann in 20 Jahren nicht vorhanden sind. Lorenz Breig schätzt, dass er bereits 1/20 seines Nadelwaldes verloren hat. August Riehle, ebenfalls Privatwaldbesitzer und in Oberentersbach ansässig, berichtet vom vier- bis fünffachen Einschlag im Vergleich mit einem normalen Jahr.»Wenn einer die Technik nicht hat, ist außerdem die Aufarbeitung vom Holz schwierig«, führt Riehle ein weiteres Problem an. Auch in den Wochen mit Temperaturen um die 40 Grad Celsius wurde hart gearbeitet. Da kommt man in voller Schutzmontur gleich doppelt an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit. Die aufwändige Aufarbeitung frisst den Erlös auf. »Der Waldbesitzer wird zum Restgeldempfänger«, drückt Breig seinen Eindruck aus. »Die Waldbesitzer sind die letzten im Glied. Für uns bedeutet die Situation einen massiven Wertverlust.« Wie sehr der Wert des Waldes gesunken ist? Nicht absehbar …

Absatzkanäle quellen über

Das liegt nicht nur an den hohen Einschlagkosten, sondern auch daran, dass die Vermarktung des Holzes mittlerweile ein Riesenproblem darstellt. Käferholz werde generell als minderwertig angesehen, egal wie es wirklich ist, beklagen Breig und Riehle. Es werde einfach in die schlechteste Holzqualität eingestuft. Die Stämme würden in Stücken verkauft, größere Anteile fielen ins minderwertige Palettenholz. Doch auch die Sägewerke sind dicht und können die lokal wie europaweit anfallenden Massen an Holz nicht mehr verarbeiten. Man wisse nicht, was einen noch erwarte, blickt Breig skeptisch in die Zukunft. Der durch Windbruch und Käferkalamität verursachte Schadholzberg war schon im letzten Jahr immens. Zahlen von 80 bis 100 Millionen Festmeter (europaweit) liest man immer wieder.

Notfallplan soll helfen

Das Land will helfen. Waldbesitzer sollen über die Förderung aus einem kürzlich ausgearbeiteten Notfallplan finanzielle Mittel, erhalten um vorbeugende Maßnahmen, das Monitoring sowie die Bekämpfung des Borkenkäfers zu stemmen und ihren Wald zu erhalten. Das Land unterstütze das Hacken, den Transport und die Lagerung des Holzes sowie die Wiederbewaldung. Die finanziellen Hilfen können bei den unteren Forstbehörden beantragt werden, ist in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg zu lesen.

»Die Situation um unsere Wälder betrifft uns alle und bedarf gemeinsamen Handelns. Der Klimawandel zeigte sich 2018 und 2019 so deutlich wie noch nie. Ganz Deutschland ist betroffen. Deshalb ist auch die solidarische Unterstützung für die Waldbesitzer durch den Bund gefordert«, betonte Forstminister Hauk kürzlich. Baden-Württemberg sei bereits im Dialog mit der Bundesregierung, um zusätzliche Finanzmittel schnell und unkompliziert bereit zu stellen. Die Umsetzung des angekündigten Notfallplans für die Rettung der Wälder Baden-Württembergs laufe an.

Narben bleiben

Der Oberentersbacher Landwirt August Riehle hat in den letzten Monaten zwei bis drei Mal pro Woche seine Wälder inspiziert – immer auf der Suche nach auffälligen Bäumen. Insbesondere Ende Juli waren viele dazugekommen, vor allem Tannen. »Erst kommt der Nadelfall, dann sterben sie ab«, erläutert er. Die Trockenheit schwäche die Bäume, im Nachgang komme dann der Käfer dazu. Aber auch die Bäume, die den Hitzesommer überstehen, tragen »Narben«: Die Hauptwachstumszeit für das Holz beginnt nämlich im Juni, wenn der Längentrieb abgeschlossen. Fehlt dann das Wasser, kommt der Zuwachs ins Stocken.

Was also tun? Die Trockenschäden sind da, der Käfer auch. Das Holz fällt an und muss irgendwie weiterverarbeitet werden. Lorenz Breig findet, dass die Politik relativ einfach helfen könnte, die angespannte Situation zumindest in einem Bereich zu lindern. Es geht um den Transport, beziehungsweise die Regelungen zu ebendiesem. »Nach dem Orkan Lothar wurde vorübergehend die zulässige Tonnage erhöht«, erinnert sich Breig. Er fände es keine schlechte Idee, wenn man von momentan 40 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht auf 44 oder 48 Tonnen auflasten würde. In Frankreich seien bis zu 58 Tonnen Gesamtgewicht zulässig, weiß er. Dort können die Fuhrunternehmer etwa 30 Tonnen Fracht laden. Die Langholzlaster sind ausgelastet, es gibt keine freien Kapazitäten. Die Entschädigungszahlungen, die der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Hauck in Aussicht gestellt hatte, haben für ihn eine eher untergeordnete Priorität, denn alles Bemühen nützt nichts, wenn das Holz nicht aus dem Wald gebracht werden kann.

Wertverlust beim Notgroschen

Für die Existenz der Höfe sind die Trockenjahre indes langfristig ein Riesenproblem. Im Privatwald liegt traditionell der »Notgroschen« der Bauern. Nicht selten wurden Investitionen auf den Höfen mit den Erlösen aus dem Holzverkauf finanziert. Heute, so berichtet Breig, liegen die Lohnschnittkosten nicht selten höher als der Holzpreis.

Der Waldbau beruhe auf nachhaltiger Bewirtschaftung, gibt August Riehle zu Bedenken. 80 bis 150 Jahre dauert normalerweise ein Umtrieb. Die nachhaltige Nutzung werde aktuell auf den Prüfstand gestellt. Ein Urteil darüber, welche Baumarten langfristig die Lücken füllen, traut sich niemand zu. Es wird Jahrzehnte dauern, bis man weiß, was Douglasie, Thuja oder Lärche, Atlaszeder und Roteiche dem Klimawandel entgegenzusetzen haben. »Uns bleibt vorerst nichts als von Jahr zu Jahr zu denken und auszuprobieren«, so Riehle. »Die, die nach uns kommen, müssen weitermachen. Man kann den Wald nicht auf einmal ändern.« Und er erinnert an die Eigenverantwortung. Jeder habe selbst die Entscheidung, wie aufgeforstet werde. Er plädiert für Artenvielfalt. Ob er schon mal an aufgeben gedacht hätte? Keine Option, sagt der Oberentersbacher Landwirt. Auch Breig ist sich sicher, dass es nicht in Frage kommt, die Flinte ins Korn zu werfen. Solange das Holz noch irgendwie unterzubringen ist, werde es weitergehen. Und wenn das mal nicht mehr klappt? Dann müsse man neu denken.

Betroffen sind alle

Nicht ganz so katastrophal zeigt sich die Lage in Oberharmersbach, wo Forstrevierleiter Hans Lehmann zu einer Fahrt durch den Wald eingeladen hatte. Im Vergleich mit anderen Region sieht er Oberharmersbach noch als »grüne« Insel. Selbst wenn auch schon letztes Jahr viele tausend Festmeter Holz verloren gegangen waren. Auch hier wird viel gearbeitet – an ebendiesem Montagabend war ein Forstweg um 20 Uhr noch mit einem Schlepper blockiert. Das Holz muss schnell aus dem Wald. Lehmann sagt: »Egal ob man selbst geschädigt ist oder nicht – betroffen sind letztendlich durch den massiven Preisverfall alle.« In Oberharmersbach hat nicht nur die Trockenheit, sondern auch der schwere Schnee im Winter zu erheblichen Schäden in Teilen des Waldes gesorgt. Die Aufarbeitung macht viel Arbeit, die Trockenheit vernichtet zusätzlich Werte. Die große Frage für Lehmann ist die, wie sich das Wetter langfristig zeigen wird. Eine Ursache für die Problematik sieht er darin, dass Wetterwechsel immer länger dauern. Das Wellenmuster im globalen Jet-Stream verändert sich. Hoch- beziehungsweise Tiefdruckgebiete bewegen sich langsamer. Das Wetter steckt fest und bleibt, wie es ist. Dazu kommt die ungleiche Verteilung des Niederschlags. Starkniederschläge geben viel Wasser oberflächlich ab, die Zuführung zum Grundwasser geht zurück, was für die Schüttung von Quellen vielfach problematisch wird.

Problem verlagert sich

Durch die Täler und Hänge sieht man in Oberharmersbach gut in die Bestände. Der Fernblick ermöglicht eine einigermaßen gute Beobachtung. Lehmann stellt eine gute »Waldgesinnung« fest. Wer sieht, dass irgendwo etwas auffällig ist, informiert den anderen. Rund 80 Prozent der Waldbesitzer in Oberharmersbach bewirtschaften ihren Forst im Nebenerwerb. Auch Lehmann stellt eine sehr gedrückte Stimmung bei vielen Waldbesitzern fest. Seit Mitte letzten Jahres habe sich eine riesige Unsicherheit aufgebaut. Und er zieht einen Vergleich zum Vorjahr. 2018 habe es zunächst ein Problem »oben« gegeben, als der Kupferstecher die Baumkronen befallen hatte. Erst die sehr hohen Temperaturen und die langanhaltende Trockenheit führten dann zum Absterben vieler Bäume. Beim Buchdrucker sei das andern. Bei dieser Spezies würden anfangs wenige Exemplare ausreichen, um später große Probleme zu verursachen. »Diese Angst haben wir jetzt«, schildert Lehmann die Situation. Was alle überrascht habe, sei das massive Absterben der Weißtanne in den tieferen Lagen der Umgebung, denn in den letzten Jahren hätten Schädlinge an dieser Baumart keine Rolle gespielt. In Bezug auf die Holzpreise sieht der Forstrevierleiter keinen Lichtblick am Horizont. Der Durchschnittspreis lag vor Kurzem bei etwa 60 Euro pro Festmeter – mit stark fallender Tendenz. Letztes Jahr waren die Einkäufer noch bereit 70 bis 90 Euro pro Festmeter zu bezahlen.

Zu wenig Fuhrleute, dazu Straßensperrungen in Gutach und Lahr – Probleme mit der Holzabfuhr kennt man auch in Oberharmersbach nur allzu gut. Schon in einem Normaljahr sind es 600 bis 700 LKW-Ladungen, die das Tal verlassen. Eigentlich fließt der Holzstrom gleichmäßiger. Doch das Käferholz muss schneller weg.

Beständiger Wandel

Über die Zukunft der Wälder macht sich auch Hans Lehmann Gedanken. Er blickt in die Geschichte zurück. Wer weiß schon noch, dass im Harmersbachtal einmal 1.000 Hektar Eichenwald standen? Ihre Rinde wurde vor allem 1870 bis 1910 als Gerbstoff gebraucht. Eichenschälwälder waren wie der reine Brennholzniederwald kurzumtriebige Wälder, die nach und nach in Hochwald umgewandelt wurden. Die Kriege hatten auch ihren Einfluss auf die Wälder. Kahlschläge als »Reparationshiebe« mussten wieder aufgeforstet werden. Die Umwandlung von wenig ertragreichen landwirtschaftlichen Flächen in Hochwald erfolgte mit hohen Fichtenanteilen. Fichte wurde als Bauholz gebraucht und war problemlos (mit geringerem Wildverbiss) anzubauen.

»Jeder Wald hat seine Geschichte«, bringt Hans Lehmann etwas auf den Punkt, was nur allzu leicht in Vergessenheit gerät. Jede Generation hat die Aufgabe den Wald weiterzuentwickeln, ist er überzeugt. Seine Strategie für die Zukunft setzt zum einen auf Naturverjüngung mit einer Ergänzung fehlender Mischbaumarten und Einbringung klimastabilerer Arten in entstehende Lücken mit dem Ziel, abwechslungsreiche krisensichere Wälder zu erhalten. »Nur nicht wieder Plantage anlegen«, will er die Fehler der Vergangenheit nicht noch einmal machen. Ob die Douglasie die Baumart der Wahl für die Zukunft ist, lässt er offen. »Die Douglasie ist auch erst eine Baumgeneration da«, gibt er zu bedenken. Ein Waldumbau kann nicht im Hauruck-Verfahren passieren, sondern Stück für Stück. Letztendlich werden die Wälder den Wandel wohl irgendwie überleben – und ihr Gesicht dabei verändern.

Ein Kommentar

  1. Heike Grumann
    Heike Grumann um |

    Vom Hauptproblem wird wieder nichts geschrieben:
    Ein großer Teil der dringend notwendigen, nachwachsenden jungen Bäume landet im Magen von Reh- und Rotwild. Dadurch wird die Selbstheilungskraft des Waldes stark beeinträchtigt – und das in einer Situation, in der der Wald durch den Klimawandel sowieso schon in Not ist. Dieses hausgemachte Problem könnte von den Jägern gelöst werden, indem sie angepasste Wildbestände herstellen. Ich bin gespannt, ob man da seiner Verantwortung gerecht wird in der konservativen Jägerschaft!

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