Auch weitere Mitglieder der Historischen Bürgerwehr Unterharmersbach wurden auf der traditionellen Veranstaltung an Fronleichnam ausgezeichnet.
Erstmals war es der in diesem Jahr neu ins Amt des Vorsitzenden gewählte Adrian Rauber, der die Ehrungsveranstaltung der Historischen Bürgerwehr leitete. Diese fand – wie üblich – nach der Fronleichnamsprozession im vollbesetzten großen Saal des Gasthauses „Ochsen“ statt.
Für jeweils 50 Jahre aktive Dienstzeit im Landesverband der Bürgerwehren und Milizen Baden-Südhessen e.V. wurden Herbert Armbruster, Konrad Echle und Martin Müller ausgezeichnet. Die Ehrung nahm der stellvertretende Landeskommandant (zugleich Haslachs Bürgerwehrkommandant) Klaus Buchholz vor, indem er den Kameraden jeweils das Treudienstehrenabzeichen anheftete.
Herbert Armbruster ist Tambour, spielt also im Spielmannszug die Trommel. Zudem betätigte er sich als Ausbilder für die kleine Trommel sowie unzählige Jahre als Mitglied in der Verwaltung –die Verantwortung für die Kasse trägt er seit sage und schreibe 26 Jahren.
Sein langjähriges Engagement für die Bürgerwehr liegt in der Familie: Auch Vater sowie Großvater waren langjährige Mitglieder, letzterer begleitete die Funktion des Tambourmajors. Im Jahr 2023 wurde Herbert Armbruster vom Bund für Heimat- und Volksleben (BHV) mit der Vereinsehrennadel in Gold ausgezeichnet.
Im gleichen Jahr erhielt Konrad Echle die BHV-Vereinsehrennadel in Silber. Er wirkt im Spielmannszug als Pfeifer mit, ist langjähriges Verwaltungsmitglied, Kleiderwart sowie „Hallendekorateur“ bei der jährlichen Theaterveranstaltung in der Schwarzwaldhalle. Und auch bei ihm ist jahrzehntelange Bürgerwehrmitgliedschaft Familiensache: Sowohl der Opa als auch der Vater (zudem Kämmerer) gehörten dem Brauchtumsverein stolze sechs Dekaden lang an.
Martin Müller wiederum war über vier Jahrzehnte hinweg als zuverlässiger Pfeifer im Spielmannszug zugange. Der Vorsitzende Adrian Rauber bedauerte: „In den letzten Jahren musste er hier aus gesundheitlichen Gründen leider ausscheiden.“
Vier neue Ehrenmitglieder
Für ihre großen Verdienste in der Historischen Bürgerwehr Unterharmersbach und dem damit verbundenen ehrenamtlichen Einsatz für Heimat und Brauchtum ernannte die Wehr die drei für 50-jährige Dienstzeit Geehrten zusätzlich zu Ehrenmitgliedern, urkundlich verbrieft. Als solche sind sie von der Entrichtung der Mitgliedsbeiträge befreit. Überdies erhielten sie einen großen, liebevoll hergerichteten Präsentkorb.
Als Vierter im Bunde wurde auch Ferdinand Jilg in den Stand eines Ehrenmitglieds gehoben. Der Gewehrträger trat 1990 der Bürgerwehr bei – mit wertvollen Diensten als Verwaltungsmitglied, Waffenmeister, Chef an der Theater-Theke sowie Organisator und Tourguide bei Wanderungen.
Verbandsehrung für 25 Jahre
Markus Diepold, Simon Schwarz und Richard Wußler erhielten vom stellvertretenden Landeskommandanten das Treudienstehrenzeichen für 25 Jahre aktive Dienstzeit im Landesverband der Bürgerwehren und Milizen Baden-Südhessen:
Gewehrträger Markus Diepold beweist seine Treue, indem er stets aus Rheinau-Freistett anreist, womit er von allen KameradInnen die weiteste Anfahrt absolviert.
Simon Schwarz, Gewehrträger und Beisitzer, kommt vom Herrenholz-Hof. Auch hier hat die Unterharmersbacher Bürgerwehr eine lange Tradition: Der Vater ist Ehrenfähnrich, der Bruder Feldwebel und mit dem Neffen Gabriel engagiert sich mittlerweile die nächste Generation.
Gewehrträger und Fahnenbegleiter Richard Wussler übte für lange Zeit zusätzlich das Amt des Kassenprüfers aus.
Neu: Vereinsinterne Ehrungen
Ab diesem Jahr werden vereinsinterne Ehrungen für zehn, 20 und 30 Jahre Mitgliedschaft vorgenommen, wie Vorsitzender Adrian Rauber erklärte. Für zehn Jahre geehrt wurde Roberto Parisi, Gewehrträger und neuer Kämmerer. Obwohl er in der Schweiz arbeitet, hält er der hiesigen Bürgerwehr die Stange.
Seit zwanzig Jahren im Spielmannszug dabei ist Patricia Florin. Sie hat vom Becken auf die Pfeife umgelernt, überdies würdigte der Vorsitzende ihre Mithilfe bei der Hallendekoration.
Sonderapplaus für Adrian Rauber
Bürgermeister Günter Pfundstein begleitete die Ehrungszeremonie gemeinsam mit Gemeinderätin Sybille Nock. Auch in Stellvertretung des Ortsvorstehers Jürgen Isenmann sowie in seiner Funktion als Mitglied im Bürgerwehr-Förderverein richtete er von Seiten der Gemeinde einen abschließenden Glückwunsch zum einen an die Geehrten, zum anderen aber auch an sämtliche KameradInnen.
Wofür? Dafür, dass sie mit Adrian Rauber einen 25-Jährigen als Nachfolger für den langjährigen, in diesem Jahr dann auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Vorsitzenden Josef Roth gefunden haben. Dies wertete das Stadtoberhaupt als möglichen Ansporn für viele junge Menschen.
„Ich finde es bemerkenswert, dass so junge Leute die Verantwortung in einem Historischen Verein übernehmen“, betonte Zells Rathauschef, „und ich finde, der Adrian Rauber hat das heute toll gemacht, das verdient einen Sonderapplaus.“ Dieser Aufforderung kamen die Anwesenden nur zu gerne nach, bevor sich alle gemeinsam die inzwischen aufgetischten Schnitzel schmecken ließen.





