Siebentägige Radreise des Wander- und Freizeitvereins in den Niederlanden bot viele interessante Eindrücke. Die Teilnehmer konnten sich täglich für die Erlebnisgruppe oder die Aktivgruppe entscheiden.
Die Vorfreude auf die Radreise war bei allen Teilnehmern groß, auch wenn es beim Verladen der Fahrräder in Strömen regnete. Schon um sechs Uhr wurde in Unterharmersbach gestartet, um mit dem Bus mit Radanhänger in die Niederlande zu fahren.
Die Radler erwartete eine Landschaft geprägt von Wasser, Deichen und Dünen, Naturschutzgebieten und vor allem ein sehr gut ausgebautes Radwegenetz. Am späten Nachmittag wurde das Boshotel in Overberg erreicht, für den Busfahrer aufgrund der engen Straßen manchmal eine Herausforderung. Es blieb aber genug Zeit, um das Zimmer zu beziehen, bevor es zum Abendessen ging.
Die Stadt Veenendaal erkundet
Der erste Tag wurde genutzt, um die nähere Umgebung und nächstgrößeren Stadt Veenendaal zu erkunden. Wie an jedem Tag konnten sich die Teilnehmer für die Erlebnisgruppe oder die Aktivgruppe entscheiden. Bei der Erlebnisgruppe stand das Schauen, Erkunden und Lernen im Vordergrund. Bei der Aktivgruppe war die Tagestour immer etwas länger und auch etwas anspruchsvoller. Für jede Gruppe stand ein Guide zur Verfügung von denen es reichlich Infos zur Tour und zum Land gab, so zum Beispiel, dass diese Gegend früher eine Hochburg des Tabakanbaus und der Verarbeitung war. Oder zum Haus Doorn mit dem schönen Park wo der ehemalige deutsche Kaiser Wilhelm II. von 1920 bis zu seinem Tod am 4. Juni 1941 im Exil lebte und in einem Mausoleum im Schlosspark beigesetzt wurde. Der erste Tag ging zu Ende und außer einem kurzen Schauer gab es keinen Regen.
Das größte Fahrradparkhaus der Welt
Am zweiten Tag wurde auf Grund der Wettervorhersage das Programm verändert und es ging mit dem Bus Richtung Utrecht. Die Eisheiligen haben ihrem Namen alle Ehre gemacht es hatte gerade mal 10 Grad, so dass sich die Teilnehmer dick einpacken mussten. Die Radler wurden in Breukelen ausgesetzt und radelten nach Utrecht. Die Aktivgruppe machte noch einen Abstecher zu einem See an dem früher Torf gestochen wurde, dann ging es an zwei schönen Windmühlen vorbei. Beide Gruppen trafen sich dann wieder in der Innenstadt. Alle waren begeistert von der sehr guten Radinfrastruktur und dem regen Verkehr auf den Radwegen. Nach einer ausgiebigen Pause und einem kleinen Rundgang durch die Stadt wurde zum größten Fahrradparkhaus der Welt gefahren. Dort haben 12.500 Fahrräder Platz. Nach diesen starken Eindrücken wurde zügig zum Hotel zurückgeradelt.
Sehr abwechslungsreiche Landschaft
Der dritte Tag wurde in der Provinz Gelderland verbracht. Auf unterschiedlichen Wegen wurde an gepflegten Herrenhäusern und Häusern mit sehr schönen Vorgärten, zum Teil reetgedeckt, vorbei zum Nationalpark Hoge Veluwe geradelt. Die Erlebnisgruppe besuchte unterwegs eine Käserei die Aktivgruppe besuchte im Dorf Hoog Soeren ein Restaurant, wo es für die Gegend typischen Pfannkuchen gab. Die Tour führte durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. Auf Weideland folgten Wälder und Heidelandschaft sowie Steppe. Sogar eine atemberaubende Sandlandschaft liegt mitten im Waldgebiet der Veluwe und ist die größte aktive Sandverwehung Westeuropas. Während die Aktivgruppe noch unterwegs war hatte die Erlebnisgruppe bereits den Nationalpark erreicht. Ein Teil der Gruppe besuchte dort das Kröller-Müller Museum, ein kulturelles Highlight und ein Muss für jeden Kunstliebhaber. Besonders beeindruckend ist die herausragende Van-Gogh-Sammlung. Nach dem Verladen der Räder folgte die Rückfahrt zum Hotel mit dem Bus.
Nordseeküstenroute für Fahrräder
Die Nordsee, Sand und Dünen und der Wind gehören zu den Niederlanden. Deshalb wurde am vierten Tag genau diese typische Landschaft besucht. Von Rijnsburg aus führte die Tour Richtung Nordseeküste. Im Ort sind viele kleine Häuser direkt an die Kanäle gebaut, was manchmal an Venedig erinnerte. An der Küste angelangt ging es dann auf die Nordseeküstenroute für Fahrräder durch die Dünenlandschaft bis nach Vrijstaat Nederzandt. Dort haben sich die Radler gestärkt, um dann ins Landesinnere in die Hochburg des Tulpenanbaus, zum Keukenkof zu fahren. Leider war die Tulpenblüte schon vorbei und es standen Hektarweise nur noch Tulpen ohne Blüte auf den Äckern. Bei der Aktivgruppe hatte der Guide abseits der Strecke noch etwas Blühendes entdeckt, was wirklich ein ganzes Feld blühender gelber und roter Tulpen war. Durch die abwechslungsreiche Polderlandschaft führte die Tour wieder zur Küste nach Zandvoort, wo der Bus wartete. Auf der Fahrt zurück zum Hotel konnte man noch Teile der Formel 1-Rennstrecke in den Dünen erkennen.
Land unter dem Meeresspiegel
Der letzte Aktiv-Tag war ganz dem Thema Landgewinnung in der Provinz Flevoland gewidmet. Dort, wo vor einhundert Jahren noch Meer war, ist jetzt durch Trockenlegung eine 2.412 km² Landfläche entstanden. Vom Guide wurde an verschiedenen Punkten immer wieder erklärt, wie die Trockenlegung funktioniert und dass die Polderflächen zum großen Teil unter dem Meeresspiegel liegen. Interessant ist auch, wie sich hier die Vegetation in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Für die Aktivgruppe war es mit 87 km Strecke, bei zum Teil heftigem Wind, noch einmal ein herausfordernder Tag. Bei der Erlebnisgruppe war im wahrsten Sinne des Wortes die Luft raus, zwei Teilnehmer hatten eine Reifenpanne. Aber alle Radler fanden sich Wohlbehalten am wartenden Bus in Harderwijk ein, wo die Fahrräder schon in der richtigen Reihenfolge in den Fahrradanhänger geladen wurden. Denn am nächsten Tag musste die Heimreise angetreten werden. An diesem Abend spielte Herbert zum Abschied noch einmal auf seinem Akkordeon und alle waren zum Mitsingen eingeladen.
Die Heimreise gestaltete sich unspektakulär ohne nennenswerte Staus, aber es gab viel Lob für Tomi von Aktiv Erleben, dem Planer und Organisator der Wanderreise. Und natürlich gab es einen Ausblick auf die geplante Radreise im nächsten Jahr.





