Die Saumusik liefert auch bei ihrer 22. Auflage treffsichere Pointen von Boule-Bier bis WM-Wortakrobatik. Valentinsromantik gab es auch.
Reservierungen? Schön wär’s. Wer beim Saumusikabend nicht pünktlich auf der Matte steht, guckt in die Röhre. Das war bei der 22. Auflage nicht anders als bei denen zuvor. Kaum klickte am Fasendssamstag das Schloss der Klosterturnhalle, war die Hütte auch schon bis zum Anschlag gefüllt. Ein Takt Musik genügte – und der Saal kochte auf Betriebstemperatur. Dann marschierte die Kult-Truppe „Es rennt ä Sau dä Garde na“ (kurz: Saumusik) ein: mit Pauken, Trompeten und einer lustigen Gag-Sammlung, die häufig tief unter der Gürtellinie lag. Passend zum Niveau hatte Patrick Friedmann die berüchtigte „unterste Schublade“ konsequenterweise als echtes Möbelstück im Gepäck. Ausgepackt wurde sie jedoch erst spät in der Nacht.
Und weil im Kalender am Samstag auch noch „Valentinstag“ stand, gab es für alle Gäste auch noch ein Geschenk: Ein Dekoröschen mit Schweineanhänger– mehr Romantik geht nun wirklich nicht.
Gerade noch mal gut gegangen
Bei der Musikprobe hatten zunächst alle gute Laune. Schließlich blickte man auf das erste Unterharmersbacher Boule-Turnier zurück, bei dem im letzten Sommer zwölf Mannschaften gegeneinander angetreten waren. Wer gewonnen hat, da waren sich die Musiker einig, sei nicht so wichtig. Hauptsache die Saumusik hat den Ortschaftsrat besiegt. Weniger gute Laune machte das Geschenk, das den drittplatzierten Musikern überreicht wurde. Es war eine Drei-Liter-Flasche Bier. Schade nur, dass die das Mindesthaltbarkeitsdatum schon lange überschritten hatte. Ein Vergiftungsversuch?
Wortspiel-Feuerwerk
Apropos Top-Platzierung: Zur diesjährigen Fußball-WM – besser gesagt zur Moderation der Spiele – hatte sich die Saumusik auch so ihre Gedanken gemacht. Was, wenn man das, was die Kommentatoren sagen, wörtlich nehmen würde? Gesagt, getan. Die Trainer wurden „angespannt“, die Mannschaften tasteten sich ab. Spieler standen sich auf den Füßen und der Torwart dirigierte die Mauer. Ohne Kescher kann der Torwart den Ball nicht aus seinem Netz fischen – und spätestens als es im gegnerischen Tor geklingelt hat, nachdem sich die Mannschaft in einen Rausch gespielt hat, ist kein Auge mehr trockengeblieben. Ein Glück, dass bei der WM nicht wirklich der Ball unter die Latte genagelt wird!
Lokale Spitzen vom Rathausdach
Szenenwechsel. Hausmeister Hubert Kornmayer macht einen Kontrollgang durchs Unterharmersbacher Rathaus und trifft unterm Dach den Geist vom Hombach. Dem ist langweilig, deshalb freut er sich über die Gesellschaft. Endlich kann er seine Gedanken teilen, denn wer weiß schon, ob kleine Menschen bei Regen später nass werden oder ob man Rechnungen beim Logopäden abstottern kann? Der Geist hat die Gesamtübersicht und wundert sich: Warum hat Unterharmersbach drei Bahnhöfe? Wie soll man da den richtigen finden? Auch weitere Schnitzer wie eine doppelt teure Rückfahrt vom Narrentreffen in Villingen, Nebenwirkungen eines Maiens und ein Junggesellenabschied mit unzureichendem Catering sorgten beim Publikum für gute Laune. „Im Hombe isch immer was los“, waren sich Hausmeister und Geist schließlich einig.
Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.





