Was vor über 20 Jahren als Schnapsidee begann, ist heute fester Bestandteil der Hombacher Fasend. Im Jubiläumsinterview zum 22. Saumusikabend blickt Patrick Friedmann auf Anfänge, Stationen und besondere Momente zurück und erklärt, warum für ihn eines bis heute entscheidend ist: der Spaß an der Sache.
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Zeller Blättli: Der Saumusikabend findet in diesem Jahr zum 22. Mal statt. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum. Hätten Sie 2001 damit gerechnet?
Patrick Friedmann: Definitiv nicht. Es war damals nicht abzusehen, dass aus unserer Schnapsidee eine feste Veranstaltung an der Fasend wird.
Wie ist die Saumusik entstanden – und woher kommt der ungewöhnliche Name „Es rennt ä Sau dä Garde na“?
Begonnen hat alles Anfang der 1990er Jahre. Hubert Schwarz und Roland Fehrenbach waren damals noch aktiv in der Hombacher Musik und holten mich immer am Fasendsonntag vor dem Umzug zu Hause in der Bergstraße ab. Dann ging es zur Familie Körnle, wo wir Stefan Körnle ein Ständchen spielten. Daraus entwickelte sich schnell eine Tradition, und bestens von Rita und Franz Körnle gestärkt, ging es dann weiter zum Umzug. Wie es genau zu dem Namen kam, können die Gründungsmitglieder aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr sicher nachvollziehen. Es gab damals aber ein einigermaßen bekanntes Protestlied der Gälfiäsler: „Es rännt e Säu de Hohlweg na, si isch verschmiert mit Leime. Doch git’s fascht keini Hohlweg meh, kannsch nur noch devu traime.“
Wie ging es danach weiter – und wann wurde aus der Idee eine richtige Kapelle?
Im Jahr 1998 wurde die Saumusik zu einer spielbaren Kapelle erweitert mit den Musikern Jürgen Isenmann, Manfred Kuderer, Fabian Kornmeier, Markus Gegg und Andreas Lehmann. Der erste Auftritt war im Grünen Hof beim 50. Geburtstag meines Vaters. Kurz danach wurde auch die Tradition der Eckwaldkonzerte am 1. Mai aufgenommen. Aus dem Ständchen bei Familie Körnle war mittlerweile ein Umzug durch die Bergstraße geworden. Markus Gegg und Jürgen Isenmann haben im Lauf der Jahre die Saumusik verlassen, dafür sind Sebastian Wagner, Alexander Lehmann und Klaus Gutmann dazugekommen.
Wann reifte die Idee, einen eigenen Fasendabend auf die Beine zu stellen?
Die Idee, selbst einen Fasend-abend zu gestalten, gärte schon länger in mir. Mit der größeren Besetzung und verstärkt durch Monika Lehmann und Michaela Zimmermann-Welle waren nun endlich die passenden Voraussetzungen gegeben. Außerdem war durch den Wegfall des Feuerwehrballs ein Vakuum in der Hombacher Fasend entstanden. Im Jahr 1999 wurde eine närrische Generalversammlung im Gasthaus Rebstock durchgeführt und der Beschluss gefasst, einen „Bunten Abend“ zu gestalten.
Wann wurde der Saumusikabend dann Wirklichkeit?
2001 war es dann so weit, der Rebstock in Unterharmersbach wurde unser erstes Zuhause.
Mittlerweile hat der Saumusikabend schon in mehreren Örtlichkeiten stattgefunden. Wie kam es dazu?
Im Jahr 2005 entschlossen sich die Wirtsleute Ingrid und Bernhard Welle, den Rebstock altersbedingt zu schließen. Neue Heimat wurde bis 2013 der Grüne Hof. Die Abende dort waren immer grandios, eine echte Wirtschaftsfasend. Mit der Zeit kamen immer mehr Leute zum Saumusikabend, und die Platzverhältnisse wurden schwieriger.
Wie ging es danach weiter?
So entschlossen wir uns mit einem weinenden und einem lachenden Auge, die Familie Wacker zu verlassen, und zogen 2014 in den Keller des Eckwaldblicks bei Familie Kuber. Dort gab es eine Bühne und Platz für etwa 150 Zuschauer. Die neue Lokalität wurde gut angenommen, aber auch das sollte nicht von Dauer sein. Ab 2020 bestimmte das Coronavirus zwei Jahre lang das Geschehen, und der Eckwaldblick schloss. 2021 fand zumindest intern ein Online-Fasendabend statt. Insgesamt dreimal fand der Saumusikabend nicht statt: einmal wegen Corona, zweimal wegen familiärer Trauerfälle. 2023 ging es dann endlich wieder los in der Cafeteria der Schwarzwaldhalle. Seit 2024 sind wir nun in der Klosterturnhalle. Wie lange das so bestehen bleibt, wird man sehen.
Wenn Sie auf all die Jahre zurückblicken: Welche Momente und Nummern sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Das ist gar nicht so einfach zu sagen. Kein Jahr ist wie das andere, und es ist nicht leicht, immer ein gutes Programm auf die Bühne zu stellen. Manchmal erwischt man es besser, manchmal nicht.
Gibt es trotzdem besondere Highlights?
Gerne erinnere ich mich an den „Zunftabend ohne Hombacher“ im Rebstock, das „Wiener(-li) Symphonieorchester“ in s’Schuh-Hanse oder den „Handwerkersketch“ in der Cafeteria. Nicht zu vergessen sind die vielen entstandenen Fasends-Freundschaften. Jahrelang waren die legendären Stechmuggen mit ihrem Chef Thomas Dreher Stammgäste beim Saumusikabend und haben das Programm mit ihren Gesangsnummern bereichert. Wir durften uns bei ihrem 25-jährigen Jubiläum revanchieren. Ebenso geben sich seit Jahren das Ehepaar Koslowski, Stefan Huber und Thomas Hoog aus dem Dörfle ein Stelldichein. Auch das ein oder andere Missgeschick bleibt in guter Erinnerung, auch wenn wir oft selbst dafür sorgen. Auf eines bin ich besonders stolz: In all den Jahren haben wir viele Schnitzer gebracht, aber nie jemanden verärgert.
Und zum Schluss: Wie geht es mit der Saumusik weiter?
Über die Jahre hat sich die Saumusik zu einer festen Gemeinschaft entwickelt. Aktive Musikanten sind wir neun. Am Saumusikabend sind wir mit unseren Partnerinnen und Partnern, Kindern und Geschwistern über zwanzig Mitglieder. Jeder hat seine Aufgabe und trägt so zum Erfolg unseres Fasendabends bei. Solange es uns Spaß macht, unsere Fans es wollen und wir ein festes Dach über dem Kopf haben, werden wir weitermachen.





