Fronleichnam keine verstaubte Tradition. Zum Gelingen trugen wie in jedem Jahr viele Hände, Gruppen, Vereine und Formationen bei.
Foto: Dieter Petri
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Foto: Dieter PetriBei günstiger Wetterlage konnte gestern die kath. Kirchengemeinde das Fronleichnamsfest begehen. Zum Gelingen trugen wie in jedem Jahr viele Hände, Gruppen, Vereine und Formationen bei.
Zum dritten Mal begann das Fest mit einer Eucharistiefeier in der Wallfahrtskirche. Auf der Empore sang der Kirchenchor teils eigene Lieder, wie etwa das von Gounod „O salutaris hostia“ (Du heilbringende Opfergabe“), das die Eucharistie in den Mittelpunkt stellt. Der Gemeindegesang wurde überwiegend vom Musikverein Unterentersbach begleitet.
Pfarrer Gerner berichtet in seiner Predigt von seinem kürzlichen Besuch in Paris, wo ihn in der Kirche „Sacré Coeur“ der Besuch zahlreicher junger Leute beeindruckte. Solche Hoffnungszeichen täten uns gut – „In einer Zeit, in der viele Menschen in unserem Land eher mit Sorge als mit Zuversicht auf die Gegenwart und Zukunft schauen.“ Vieles wirke schwer: „Die gesellschaftlichen Spannungen, die wirtschaftlichen Unsicherheiten, die politischen Auseinandersetzungen, die Fragen nach Krieg und Frieden, nach Zusammenhalt und Orientierung…Gerade in so einer Zeit ist Fronleichnam kein verstaubtes Ritual…Es sagt: Christus geht mit“.
Bei den Fürbitten brachten sich die Kommunionkinder ein: „Gott, du hast es hell werden lassen auf der Welt. Die Sonne, der Mond und die Sterne strahlen über deiner Schöpfung. Sie leuchten für die Tiere, die Pflanzen und uns Menschen. In deiner Nähe, Gott, ist es hell und warm. Du sorgst für uns. So können auch wir Licht in die Welt bringen und achtsam mit unseren Mitmenschen umgehen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn“.
Station Seniorenheim St. Gallus
Nach dem Gottesdienst formierte sich die Prozession. Den Anfang machten wie immer Kreuz und Fahnen, vorangetragen von Ministranten; es folgten die berittenen Ulanen, die Musikkapellen von Zell, Unterharmersbach und Unterentersbach, die Bürgerwehren von Zell und Unterharmersbach und in der Mitte der Traghimmel für die Monstranz mit der geweihten Christus-Hostie. Der Weg zur ersten Station am Seniorenheim St. Gallus war nicht weit, bot aber Gelegenheit den ein oder anderen Prozessionsmarsch erklingen zu lassen.
Zahlreche Heimbewohner hatten sich auf dem Platz vor dem Eingang eingefunden. Sie wurden von den Erstkommunikanten mit dem erfrischenden Lied „Wir sind Gottes Sonnenstrahlen“ erfreut. Diese Botschaft war auch auf dem Blumenteppich zu lesen, den der Liturgiekreis zusammen mit dem Gemeindeteam gestaltet hatte. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger hatten im Vorfeld Blumen für die bunten Blätter vorbeigebracht.
Melitta Himmelsbach, Mitarbeiterin im Seniorenheim trug eine einfühlsame Fürbitte vor: „Altwerden bedeutet für viele Menschen Alleinsein und Hilfsbedürftigkeit. Schenke Freude, wo Niedergeschlagenheit ist, gib Gelegenheit zu Gesprächen und Besuch, wo Menschen einsam sind.“ Auch für die Pflegekräfte wurde gebetet: „Gib ihnen Herzlichkeit und Gefühl, und schenke den Angehörigen die nötige Kraft“.
Zurück zum Gotteshaus
Danach ging’s auf direktem Weg in die Pfarrkirche, wo die Geistlichkeit das feierliche „Tedeum laudamus“ (Dich Gott loben wir) anstimmte und die Gemeinde in Hochstimmung das Lied „Großer Gott wir loben dich“ anfügte. Vor dem Verlassen des Gotteshauses dankte Pfarrer Gerner allen, die zum Gelingen des Prozessionsfestes beigetragen hatten, nicht zuletzt dem Technischen Hilfswerk, das für die Straßensperrung gesorgt hatte.
Vor der Kirchentüre dankten traditionsgemäß die beiden Bürgerwehren den Zelebranten Pfarrer Gerner und Pater Christoph mit einem Salutschuss. Danach begaben sich die Zeller Stadtkapelle und Bürgerwehr zum Rathaus, um auch die Gäste und Schaulustigen mit dem Präsentiermarsch und einem Salutschuss zu erfreuen. Zum weltlichen Schlussakt gehörte wie immer das herzhaft gesungene „Badner Lied“.





