Ein Kommentar

  1. Max Neumayer, Zell a. H.
    Max Neumayer, Zell a. H. um |

    Fußgängerzone der Kirchstraße

    Der Gemeinderat hat am 3. April 2017 beschlossen, in der Kirchstraße – probeweise – eine Fußgängerzone zu installieren. Probe bedeutet ein Verfahren zum Nachweis der Richtigkeit einer Rechnung. Die schwächere Form der Probe ist die Statistik.

    Was soll probiert werden?
    – sind tatsächlich (neue) Erkenntnisse gewollt oder eher »Augen zu und durch« (Alibi-Veranstaltung)
    – Missbrauch der Probe vermeiden
    – an welchen Stellen und zu welchen Uhrzeiten;
    – anhand welcher Kriterien wird »geprobt« und nicht vergessen: pro und kontra
    – wer gibt die »Richtlinien« vor
    – keine vorgefassten Meinungen bestätigen
    – die Geduld bzw. Leidensfähigkeit der betroffenen Bewohner der Wohngebiete
    – und nicht zuletzt wohl am wichtigsten: welcher Umsatz kann von Ortsfremden zusätzlich generiert werden?

    Erst nach einem solchen objektiv nachvollziehbaren Probebetrieb kann doch wohl ordnungsgemäß endgültig entschieden werden. (Originalton Bürgermeister vom 7. April 2017: »Auf der gesicherten Erkenntnis«).

    Über diese Selbstverständlichkeit habe ich in der Sitzung nichts vernommen und hat auch niemand gefragt.

    Aufgrund welchem Wissens- bzw. Informationsstand erfolgte die Entscheidung des Gemeinderats?

    Ich habe in der vorausgegangenen Frageviertelstunde unter anderem nach dem Pro und Kontra für die Fußgängerzone gefragt. Herr Schütze hat diese gravierende Entscheidungsgrundlage ebenfalls vermisst. Ohne Antwort auf die offenen Fragen hat der Gemeinderat trotzdem grünes Licht für das – aus meiner Sicht – fragwürdige Verkehrsberuhigungsprojekt gegeben; natürlich nur probeweise. Seit der Bürgerversammlung am 10. Juni 2016 war offenbar nicht ausreichend Zeit, diese Selbstverständlichkeiten vorzubereiten. Auch meine Frage nach den Kosten wurde nicht beantwortet und hat niemand interessiert.

    Wer »begutachtet« das Ergebnis des Probelaufs? Das Ergebnis kenne ich bereits. Ein 100-prozentiger Erfolg. Tatsächlich fahren keine Autos mehr von der Kirchstraße in die Hauptstraße. Aber wann kommen – probeweise – Zebrastreifen in die belebten Wohngebiete?

    Aufgrund der bevorstehenden Zeller Kunstwege wurde auf Zeitdruck gemacht. Nicht nur den Probebetrieb beginnen. Deshalb war auch der Kunstan­kauf wohl unaufschiebbar. Schließlich müssen seltene Gelegenheiten schnellstmöglich wahrgenommen werden, bevor der Zug abgefahren ist.

    Unter »Amtliche Bekanntmachungen« schrieb Bürgermeistert Pfundstein am
    7. April 2017: »…die Anwohner und die direkt betroffenen Geschäftsleute unterstützen mit großer Mehrheit diesen Testversuch…«. Die Anhörung am 30. März 2017 mit 21 Abstimmungsteilnehmern bei 10 direkt betroffenen »Geschäften« mit Eingang in der Kirchstraße ca. 40 Anwohnern, 50 insgesamt. Das Einwohnermeldeamt kann bestimmt genaue Angaben machen. Nach meiner Rechnung sind das 38 Prozent. Das amtliche Ergebnis berichtet von einer großen Mehrheit! Hoffentlich kommt das Ergebnis des Probebetriebs nicht ebenfalls auf solchen gesicherten Erkenntnissen zustande.

    Max Neumayer, Zell a. H.

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