Bitte einlösen: Wirtschaftskreis Oberharmersbach betont zeitlich unbegrenzte Gültigkeit. Auch viele Jahre alte WKO-Gutscheine haben ihren Wert nicht verloren.
„Der Verkauf unserer WKO-Gut-scheine ist nicht das Problem“, machte Frank Kasper, Vorsitzender des Wirtschaftskreises Oberharmersbach (WKO), bei der diesjährigen Mitgliederversammlung deutlich. Das Problem sei vielmehr: „Die Leute lösen die Gutscheine nicht ein!“
Um Gutscheine mit einem Gesamtwert von sage und schreibe 16.000 Euro geht es – eine Summe, die für ein entsprechend erstauntes Murmeln unter all jenen Mitgliedern sorgte, die sich am vergangenen Mittwochabend im Gasthaus „Bären“ eingefunden hatten, inklusive Bürgermeister Richard Weith als Ehrengast. „Was sollen wir mit dem ganzen Geld machen?“, fragte der Vorsitzende – rein rhetorisch allerdings. Denn: Die genannte Summe „ist ja eigentlich für unsere Firmen gedacht.“
Wohl sei es so, dass die Gutscheine von deren BesitzerInnen zunächst gut verwahrt und dann aber in Vergessenheit geraten würden, mutmaßte Frank Kasper. Wenn ein Gutschein dann nach ein, zwei oder noch mehr Jahren wieder „auftauche“, denke man wohl, er sei abgelaufen – oder aber dies denke die Firma, bei der man das „Wertpapier“ einlösen möchte.
Egal wie alt
Tatsächlich jedoch verlieren die Gutscheine ihre Gültigkeit nicht, „auch nicht nach fünf, sechs oder mehr Jahren“, wandte sich der WKO-Vorsitzende an die teilnehmenden Firmen. Über den Verkauf habe man für die Gutscheine Geld eingenommen – und das liege nun auf der Bank und warte darauf abgebucht zu werden.
„Die Firmen müssen die eingelösten Gutscheine nur vorbeibringen, und dann erhalten sie ihr Geld“, betonte der Vorsitzende. Und verwies darauf, dass zeitlich begrenzt gültige Gutscheine mit einem entsprechenden Hinweis versehen sein müssen. Das aber ist bei den WKO-Gutscheinen ausdrücklich nicht der Fall.
Sabbatjahr? Nicht wirklich.
Begonnen hatte die Mitgliederversammlung mit dem Gedenken an den verstorbenen Bergbauern August Lehmann. Dem folgte der Jahresrückblick Frank Kaspers: „Nach der großen Leistungsschau 2024 wollten wir eigentlich einen Gang zurückschalten“, sprach er von einem vom Vorstand bewusst gewählten Sabbatjahr. Doch trotz der geplanten Ruhepause „haben wir zwei großartige Events gestemmt.“ Wofür es Menschen bedürfe, „die nicht viel reden, sondern einfach machen.“
Um das Maibaumstellen handelte es sich dabei zum Einen – „ein voller Erfolg und eine tolle Tradition“ -, um den Weihnachtszauber zum Anderen. In enger Zusammenarbeit mit der federführenden Touristinfo und daher mit der Gemeinde „haben wir wieder eine wunderbare und tolle Atmosphäre geschaffen“, freute sich der Vorsitzende. Ein besonderes Lob sprach er der Touristinfo-Leiterin Jill Löffler aus, „die den Weihnachtszauber mit unglaublich viel Herzblut mit uns gestaltet.“
Handlungsbedarf: LED-Werbe-Wand bei Penny
Kritische Töne hingegen schlug Frank Kaspar bezüglich der beim Penny-Markt installierten LED-Werbe-Wand an. „Der Standort ist suboptimal“, bemängelte er, „zu viel Trubel, zu viel Verkehr, und man fährt einfach zu schnell und auch dran vorbei“, als dass man das Gezeigte wirklich wahrnehmen könne – und wenn, dann sei es unter Umständen gar verkehrsgefährdend. Das Fazit des Vorsitzenden: Man müsse in Abstimmung mit dem Rathaus einen neuen Standort finden – und zwar als gute Lösung nicht nur für den WKO mit seinen aktuell 39 Mitgliedern, sondern auch für die Gemeinde.
Zudem passe die Preisstruktur noch nicht, monierte das Vereinsoberhaupt. Ein Videofilm dürfe nicht so viel kosten wie ein Standbild beziehungsweise Foto. Oder anders formuliert: Eine Firma, die acht Sekunden zu sehen sei, zahle genauso viel wie eine Firma mit einem 40-Sekunden-Auftritt.
Der diesbezüglich direkt angesprochene Bürgermeister sah das ebenso. Zugleich zeigte er sich sicher, dass man bis Weihnachten eine gemeinsame, faire Lösung finden werde.
Bühnenüberdachung Weihnachtszauber
Beim letztjährigen Weihnachtszauber war ob des schlechten Wetters und daher rutschiger Platten eine Bühnenüberdachung erforderlich geworden, die kurzfristig realisiert wurde. In diesem Zusammenhang kam die Idee einer dauerhaft einsetzbaren Lösung auf.
„Hier sind wir in der Planung, ein fertiges Konzept steht noch nicht“, berichtete Frank Kaspar angesichts der Vielzahl gesetzlicher Vorschriften, die es zu erfüllen gelte und die den eigentlichen Vorstellungen des Vereins im Wege stünden. „Vermutlich werden wir das wieder gewohnt kurzfristig und pragmatisch lösen“, resümierte er.
Dem Verein geht es gut
„Alles in bester Ordnung“, stellte Kassenprüfer Franz Lehmann auch im Namen seines Kollegen Heinz Haubold fest – sowohl in Bezug auf Kassenführung als auch Kassenstand. Die Entlastung von Kassenwart und Gesamtvorstand erfolgte erwartungsgemäß einstimmig.
In seinem Ausblick stimmte der Vorsitzende darauf ein, dass der Verein zum Ende des laufenden Jahres hin in die Planung der nächsten Leistungsschau einsteige. Die wird im Jahr 2028 stattfinden, „erfahrungsgemäß brauchen wir eineinhalb Jahre Vorlauf – mindestens, denn es wird nicht einfacher werden.“
Der Weihnachtszauber hat sich bewährt, so dass er auch im aktuellen Jahr durchgeführt werden soll, an einem Samstag und Sonntag im Advent. „Er wird von unseren Einwohnern sehr gut angenommen“, unterstrich Frank Kasper.
Engagement vieler junger Leute
Besonders betonte er den generationenübergreifenden Einsatz: „Gott sei Dank sind viele junge Menschen dabei, die die Hütten bewirtschaften und das richtig toll machen“. Vielleicht werde der nächste Weihnachtszauber etwas umfangreicher, höchstens jedoch um ein bis zwei Stände, der Kosten wegen. „Wir wollen die Veranstaltung so kostengünstig wie möglich halten“, erinnerte er an die ursprüngliche Prämisse, „weil wir ja alle in erster Linie kostendeckend arbeiten.“
Wie gut der Weihnachtszauber angenommen werde, bestätigte auch Bürgermeister Richard Weith. Er ergänzte: „Und für die Vereine, die sich anstrengen, läuft aus auch finanziell gut.“ Er bedankte sich im Namen der Gemeinde für die gute Zusammenarbeit mit dem WKO. Sein Dank galt auch dem Maibaumstellen, der Aufrechterhaltung dieser Tradition seitens des Wirtschaftskreises.
Kindern was bieten?
In Bezug auf diese Veranstaltung respektive generell in punkto Veranstaltungen auf dem Rathausplatz stellte die Versammlung fest, dass Kindern hier „relativ wenig geboten“ werde. Das führe teilweise zu Problemen, beispielsweise zum Toben auf fremden Grundstücken.
Das Resultat einer intensiven Diskussion: Einerseits ist die Aufsichtspflicht der Eltern gefragt, auf die unter Umständen im Vorfeld einer Veranstaltung per Mikrofon hinzuweisen ist. Andererseits hat die Erfahrung gezeigt, dass dort, wo Kindern etwas geboten wird, auch die Eltern kommen und überdies länger bleiben.
„Auf der nächsten Vorstandssitzung werden wir uns zu diesem Thema Gedanken machen“, so der Vorsitzende Frank Kasper. Die Versammlung schloss er mit den Worten: „Wir werden Oberharmersbach weiter nach vorne bringen, dafür sind wir da, dafür wurden wir gegründet.“





