Gunther Seckinger und Wolfgang Vollmer führen mit Witz und Humor durch das Museum und binden die Kinder immer gut mit ein.
Foto: Marlen Engelmann
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Foto: Marlen EngelmannZwölf Junghästräger der Bärenzunft machten sich auf den Weg nach Ortenberg und besuchten mit ihren fünf Betreuern das Narrenmuseum. Die aufgeregten Kinder nahmen zunächst auf Bänken im Requisitenraum Platz und konnten dort bereits die ersten Marionetten neugierig begutachten.
Bevor die Gruppe das Museum erkundete, begrüßten Narrenvogt Gunther Seckinger und Wolfang Vollmer alle Anwesenden. Gunther Seckinger nannte daraufhin auch schon die ersten interessanten Fakten über das alte Gebäude, Museumsgründer Peter Scharte und die Entstehung der Marionetten.
207 Marionetten
Die Kinder hielt es nicht mehr auf ihren Plätzen und im ehemaligen Schulgebäude bestaunten nun alle das kostbare Vermächtnis von Peter Scharte und seine beeindruckende Handwerkskunst, die sich in den 207 Marionetten bis ins kleinste Detail widerspiegelte.
Natürlich suchten die Kinder zuerst die Oberharmersbacher Narrenfiguren. Schnell wurden Bär und Schindelmocher entdeckt und genaustens inspiziert. Und auch die anderen Marionetten stießen auf großes Interesse, kannte man doch das ein oder andere Häs bereits von einem Umzug.
Auch die großen Besucher zeigten sich begeistert von der Detailverliebtheit der Ausstellung. „Man spürt in jedem Raum das Herzblut, das in dieser Sammlung steckt“, resümierte Ehrenzunfträtin Martina Nessler, die als Betreuer an diesem Tag mit vor Ort war.
Gunther Seckinger führte mit Witz und Humor durch das Museum und band die Kinder immer gut mit ein. So konnten sie im nächsten Raum Requisiten wie Rätschen, Teufelsstab, Stock mit Pferdehaaren und viele weitere anfassen und, zur großen Freude der Kinder, auch ausprobieren.
Bärenmaske in Arbeit
Im nächsten Raum wartete bereits Wolfang Vollmer auf die Kinder. In der Schnitzecke erklärte er ihnen die einzelnen Schritte und wie Holzmasken entstehen. Sogar eine Bärenmaske ist aktuell in Arbeit. Wissbegierig hörten die Kinder zu, bevor sie sich auch selbst einmal im Schnitzen probieren durften.
Anschließend ging es zurück in den Requisitenraum. Auf dem Weg dorthin blieben die Kinder aber noch an einer Wand stehen und machten große Augen. Neben dem Herstellen von Marionetten gehörte auch das Sammeln kleiner Mäskle zu Peter Schartes Leidenschaften. Die Kinder konnten daher hier eine große Sammlung von 700 Mäskle betrachten.
Nachdem die Gruppe im Requisitenraum wieder vollständig war, konnten die Kinder nochmal einiges an- und ausprobieren sowie kräftig Lärm machen. Es gab eine große Auswahl an Requisiten der Narren wie Saubloder, Streckschere, Rätsche, Klepper, Glocken und auch Masken, die die Kinder auch ganz schnell eher einer Guggemusik zugeordnen konnten. Die Kinder hüpften mit einem Gurt voller Glocken um die Schultern, probierten sich an der Streckschere, setzten sich Riesenmasken auf den Kopf und klauten mit der gelben Schere der Schergässler dem Anderen die Mütze vom Kopf. Das war ein Riesenspaß und sorgte für ordentliche Lacher.
„Gizigrufe“ wurde geübt
Am Ende der einstündigen Führung brachte Gunter Seckinger den Kindern noch das „Gizigrufe“ bei, da dies nicht zur Tradition der Oberharmersbacher Fasnacht gehört. Nach einem zaghaften ersten Versuch hallte der Ruf beim zweiten Mal schon deutlich lauter durch das Narrenmuseum. Danach gab es für die Kinder noch Süßigkeiten, bevor sich diese mit dem Oberharmersbacher Narrenruf lautstark von Gunther Seckinger und Wolfgang Vollmer verabschiedeten.
Den Abschluss des Ausflugs bildete das gemeinsame Eisessen. Bei den warmen Temperaturen eine willkommene Erfrischung, bevor es wieder zurück nach Oberharmersbach ging. Es war ein rundum gelungener Nachmittag mit interessanten und eindrucksvollen Einblicken.
Die Bärenzunft dankt Gunther Seckinger und Wolfgang Vollmer für ihre Zeit und Ihr Engagement zum Erhalt dieses Museums und kann einen Besuch hier nur empfehlen. Möglich ist dies jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr, außer im Juli und August.





