Falls die örtlichen Vereine und die Gemeinde mitziehen, will sie im Jahr 2028 ein großes Narrentreffen ausrichten.
Foto: Inka Kleinke-Bialy
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Foto: Inka Kleinke-Bialy„Die Harmersbacher Fasend ist einzigartig in ihrer Vielfalt und Qualität – das zeigt sich nicht nur in der Stimmung, sondern auch in den starken Besucherzahlen bei all unseren Veranstaltungen.“ Dieses Resümee zog Claus Franke auch im Namen seiner Zunftmeisterkollegen Frank Burger und Timo Golla anlässlich der Mitgliederversammlung der Bärenzunft am vergangenen Freitagabend.
Über 50 fröhliche Menschen hatten sich im „Bärenkeller“ eingefunden, unter ihnen Sven Hug, Herbert Isenmann und Martina Nessler als Ehren-zunfträtInnen sowie Bürgermeister-Stellvertreterin Anja Jilg. Der wegen Krankheit verhinderte Ehrenzunftmeister Lothar Killig ließ ein Grußwort verlesen, es erklang aus dem Munde Claus Frankes.
Dieser selbst – Vorstand des Zunftmeister-Trios -, betonte in seinem Jahresrückblick: So schön und bunt die Fasend auch sei: Für viele Narren bedeute sie auch jede Menge Arbeit. „Ein riesiges Dankeschön“ richtete er daher an die Narren der Harmersbacher Fasendgruppen und an die Hästräger der Zunft: „Euer Einsatz, eure Kreativität und euer Engagement sind das Herzstück unserer Fasend.“
Lebendig trotz Regen
Von Herzen auch bedankte sich der Zunftmeister bei Bärenwirtin Leni Kuber für das kostenlose zur Verfügungstellen von Stubenküche und Bärendisco. Ebenfalls kostenlos: die Unterstützung durch die Firma Schöpf, die für das Auf- und-Abhängen der Fasendfähnchen Jahr für Jahr Radlader und Bagger zur Verfügung stellt.
Als „echte Highlights“ bezeichnete Claus Franke den Unterdorfer- und den Dörfle-abend, Narrengottesdienst der Häsjugend, Kinderfasend in der Reichstalhalle, Bewirtung bei der Bärendisco, Schmutziger Donnerstag sowie den Umzug am Fasendmändig. Letzterer habe gezeigt, „wie lebendig unsere Fasend auch bei dem ein oder anderen Regentropfen ist.“
Einen Wermutstropfen allerdings gab es in Bezug auf die Narro-Beerdigung am Fasenddienstag: Aufgrund eines Todesfalls ließ man die Zeremonie am Rathausplatz ausfallen und ging direkt zum Abschluss der Fasend 2026 im Gasthaus Bären über. „Dennoch war es schön zu sehen, dass viele Hästräger erschienen und der traditionelle Abschluss damit wieder stärker belebt wurde“, hob Claus Franke hervor.
„Fühlt Euch frei für …“
Häsvogt Lars Boschert merkte allerdings an, dass die Beteiligung an der Narro-Beerdigung zwar schon schlechter gewesen sei, aber auch schon besser. Herzlich lud er zu einer künftig stärkeren Teilnahme an dieser Brauchtums- Veranstaltung ein.
Dem Gebrummel der Häsvögte, zu denen auch Joachim Albrecht und Lukas Spitzmüller gehören, war des weiteren ein detaillierter Rückblick auf die vergangenen Fasendveranstaltungen zu entnehmen, mitsamt aller Auswärtstermine und Arbeitseinsätze.
Dazu gehörte die Statistik, auch bezüglich der Leih-Häs. Mit einer Stückzahl von 51 waren sie fast alle ausgegeben worden, bis auf einige wenige Bären in Baby- und Kleinkindgröße. „Also fühlt Euch frei für Nachwuchs zu sorgen“, ermunterte der Häsvogt seine Zuhörer. Es dauerte, bis der allgemeine Heiterkeitsausbruch sich legte. Zugleich merkte er an: „Wir haben sehr viele Kids, das freut mich sehr.“
Bei der Neulingstaufe am 11. November wurden zehn Anwärter in die rund 400 Mitglieder zählende Zunft aufgenommen: Sie hatten sich gut eingebracht, an den Arbeitseinsätzen teilgenommen und gute Laune verbreitet. Dafür gab es viel Applaus.
Geschrei der Jugend
Breiten Raum nahm das „Geschrei der Jugend“ ein. Den von Marlen Engelmann verfassten Herzblut-Bericht verlas vertretungsweise Patrick Ketz – im Namen des Jugend-Betreuungsteams, dem auch Kathrin Lehmann und Martina Nessler angehören.
Als besonders eindrucksvoll bezeichnete er zum einen die Teilnahme der Bärenzunft am Kindersommer Oberharmersbach, mit einem Ausflug zu einer Alpakawanderung in Prinzbach, zum anderen die hohe und regelmäßige Teilnahme der Kinder zum Einstudieren eines wieder fantastischen Kinderhästanzes.
Ansonsten gab es zahlreiche Teilnahmen an insgesamt sechs Umzügen in- und auswärts, Proben zum Auftritt bei Narrengottesdienst und Kinderball im Ort sowie in Nordrach, Jugendarbeit und Häs zum Anfassen in Kindergarten und Naturgruppe, einen Besuch beim Senioren-Betreuungsnachmittag des Sozialen Netzwerks sowie bei der Seniorenfasend im Pfarrzentrum.
Viel los bei Senioren und im Geldsäckle
Martina Nessler weihte die Zuhörer in das gesellige Treiben der Senioren ein, die bei gemeinsamen Ausflügen und Geburtstagsfeiern fröhlich lukullischen Freuden frönten.
Erfreuliches zu hören war auch von Linda Huber, die – im Namen des Säcklemeisterteams – das wohlklingende Geklimper im Geldsäckle überaus flüssig in Zahlen übersetzte. Schade nur, dass teils regnerisches Fasendwetter für Einbußen bei den Vereinseinnahmen gesorgt hatte. Dennoch gab es seitens der Kassenprüfer nichts zu beanstanden, wie Diana Schirmeier kurz und bündig feststellte. Ihrer Empfehlung zu Entlastung aller Vorstandsmitglieder widersetzte sich niemand.
Blick in die Zukunft
Für die Dorfmeisterschaften vom 26. bis 28. Juni hat sich noch keine Mannschaft gefunden, Anmeldungen werden erbeten. Am 14. November geht´s zum Hagiball nach Bad Peterstal. Bei der Jugend steht unter anderem ein Besuch des Narrenmuseums Ortenberg an, die Teilnahme am VON-Jugendtag in Oppenau sowie am Oberharmersbacher Kindersommer gemeinsam mit der DJK.
Zunftmeister Claus Franke: „Wir sind stolz auf das, was wir gemeinsam auf die Beine gestellt haben – und freuen uns schon jetzt auf die Fasend 2027.“ Gleichzeitig verwies er auf die Kleiderordnung und ermahnte aufgrund entsprechender Missachtungen in der letzten Saison: „Wir gehen nur im kompletten Häs fort!“
Ein Blick in eine etwas fernere Zukunft: Am letzten Januarwochenende des Jahres 2028 wird die Bärenzunft Oberharmersbach ein großes Narrentreffen ausrichten, sofern die örtlichen Vereine als auch die Gemeinde mitziehen, denn „da gehört tatsächlich das ganze Dorf dazu.“





