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Oberharmersbach | 5.07.2021

Gemeindekanonier im Ruhestand

Alwin Roth hat 30 Jahre lang an kirchlichen Feiertagen oder besonderen weltlichen Festen mit seiner Kanone Salut geschossen

Foto:
Letzter Salut: Alwin Roth verabschiedet sich mit einem Böllerschuss. Bürgermeister Richard Weith (links) verfolgt das Schauspiel. Foto: Lehmann-Archiv
von Karl-August Lehmann

30 Jahre hat Gemeinde kanonier Alwin Roth pünktlich und zuverlässig an kirchlichen Feiertagen oder besonderen weltlichen Festen mit seiner Kanone Salut geschossen. Jetzt hat Bürgermeister Richard Weith den Gemeindekanonier in den Ruhestand verabschiedet.

Foto: Lehmann-Archiv
Dank an den Gemeindekanonier: Bürgermeister Richard Weith (rechts) dankt Alwin Roth für dessen Zuverlässigkeit in den vergangenen 30 Jahren.

Es ist ein Ritual, das seit jeher zum Fronleichnamstag wie zum Kirchenpatrozinium gleichermaßen gehört. Pünktlich nach dem letzten Glockenschlag des Morgenläutens um 6 Uhr hatte Alwin Roth seinen Auftritt. Mit drei weithin verhallenden Kanonenschüssen verkündete er den angebrochenen Festtag. Der eine oder andere Urlaubsgast, mit diesem Zeremoniell nicht unbedingt vertraut, mag dann schon mal zu fast noch nachtschlafender Zeit senkrecht im Bett gestanden haben. Auf jeden Fall kam der dann in den Genuss, den Festtag vom Anfang bis zum Ende zu erleben. »Einmal meldete ein Gast‚ drei Explosionen’ bei der Polizei«, schmunzelt der wackere Kanonier.

Der dreifache Salut wiederholt sich am Vormittag, wenn die Traditionsvereine nach dem Abspielen des Präsentiermarsches auf dem Rat hausplatz sich zum Einzug in die Kirche aufstellen und am Nachmittag vor der feierlichen Vesper. Nur einmal musste Alwin Roth passen. Er erinnert sich, als frühmorgens nach dem zweiten Böllerschuss der Himmel plötzlich seine Schleusen öffnete, »Stockfinster und in kürzester Zeit bis auf die Haut komplett nass, da lief eben nichts mehr«, führte er zur Entschuldigung an.

Nichtdestotrotz ist seine Salutliste lang. In den vergangenen 30 Jahren hat Alwin Roth über 500 Mal seine Kanone abgefeuert. Dafür hat er rund 180 Kilogramm Schwarzpulver in seine Kartuschen verfüllt. Er steht in einer Tradition, der sich schon sein Urgroßvater Maurus Roth verschrieben hatte. Sein Vater Hubert Roth hat 1985 eine größere Kanone bekommen. Diese hat Alwin nach dem Tode seines Vaters übernommen und ebenso gehegt und gepflegt. Zuvor hatte er im Jahre 1992 den dafür erforderlichen Lehrgang in Engen erfolgreich absolviert.
Bürgermeister Richard Weith bedankte sich im Namen der Gemeinde bei Alwin Roth für dessen unermüdlichen Einsatz mit einem Geschenkkorb. »Wir haben uns immer auf Sie verlassen können«, lobte Weith die Zuverlässigkeit des Gemeindekanoniers und bedauerte, dass Roth diese Aufgabe aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr wahrnehmen könne. Man sei auf der Suche nach einem ebenfalls zuverlässigen Nachfolger.

»Wenn der Chef dabei ist, darf ich schießen«, lacht Alwin und widmet sich ein letztes Mal seiner Kanone. Die Kartusche hat er schon sorgfältig gefüllt und das Zündhütchen aufgesetzt. Routiniert öffnet er den Verschluss, führt die Kartusche ein, sichert den Verschluss und spannt den Bolzen. Den Gehörschutz hat sich auch der Bürgermeister Weith aufgesetzt. Ein kurzer Zug an einer Leine. Ein ohrenbetäubender Knall, eine Rauchwolke legt sich über die Umgebung. »Furchterregend«, meint der Gemeindechef, der dieses Zeremoniell zum ersten Mal aus nächster Nähe verfolgt hat. Der Rauch ist bald verflogen, Alwin Roth und seine Kanone gehen nun getrennte Wege.

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