Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis der Unesco. Marco Schlieter als Oberzunftmeister der Narrenzunft Biberach bestätigt.
Foto: Gisela Albrecht
Foto: Gisela Albrecht
Foto: Gisela AlbrechtAm Freitagabend kamen 150 Mitglieder der Narrenzunft Biberach zu ihrer Generalversammlung im Rietsche-Saal zusammen. Auf der Tagesordnung standen Berichte, Neuwahlen, Ehrungen, eine Satzungsänderung und ein Ausblick auf das Jahr 2028: Dann wird die Narrenzunft Biberach 80 Jahre alt.
Fasend-Kampagne verlief reibungslos
Mit einem dreifachen „Narri, Narro“ beginnt traditionell die Generalversammlung. Gute Stimmung ist Programm bei den Narren und die umfangreiche Tagesordnung wurde souverän abgearbeitet. Marco Schlieter leitete die Versammlung als Oberzunftmeister der Reiherhexen, Biber und Bergwerksgeister. „Die Fasend-Kampagne lief wieder reibungslos ab. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Biberach und der Narrenzunft hat wieder sehr gut funktioniert“, machte Schlieter gleich zu Beginn seiner Rede deutlich.
In der letzten Kampagne gab es zwei Sitzungen mit den Zelt- und Standbetreibern, Bürgermeister Jonas Breig, Vereinsvertreter Richard Kammerer und den Vertretern der Narrenzunft: Auch dieses Jahr gab es einheitliche Preise für Getränke und die Vorgabe zur Lärmbelästigung wurden gut eingehalten. Leider war das Wetter nicht so gut, trotzdem kamen sehr viele Hästräger und beteiligten sich am Umzug. Mit dem Hexen- und Biberball gab es zwei tolle Programmabende mit vollem Haus, stellte Schlieter zufrieden fest.
Thema Lärmbelästigung am Fasend-Samstag
Zu diesem Thema gab es mehrere Besprechungen mit dem Landratsamt Ortenaukreis, Bürgermeister Jonas Breig, Vereinssprecher Richard Kammerer, den Beschwerdeführern und Vertretern der Narrenzunft. „Hier wurde durch uns mit der Gemeindeverwaltung eine Sonderfallgenehmigung für die nächsten fünf Jahre beim Landratsamt Ortenaukreis beantragt“, erklärte Schlieter. Am Fasend-Samstag gibt es einen stetigen Austausch. Die Messwerte werden von uns dokumentiert. Zu dem Thema bedankte sich der Oberzunftmeister bei den Anwohnern für ihr Verständnis und die Akzeptanz, ohne die so ein Fest nicht stattfinden könnte. Ausdrücklich bedankte er sich bei den Hästrägern, die beim Auf- und Abbau geholfen haben sowie der Gemeinde Biberach, Bauhof, Roten Kreuz, Feuerwehr und THW.
Am Fasend-Montag hatte der Narrenkeller offen, diesmal unter der Leitung der DLRG Biberach. Das wurde gut angenommen. Am Fasend-Dienstag gibt es eine kleine gemeinsame Runde auf dem Dorfplatz mit dem Abschluss der Hexenverbrennung.
Dann berichtete Schlieter von den Veranstaltungen, die die Narrenzunft außerhalb von Biberach besucht hat.
Narrenzunft ist immaterielles Kulturerbe
„Sehr erfreulich ist die Aufnahme der Narrenzunft Biberach in das immaterielle Kulturerbe“, erklärte Marco Schlieter. Die Narrenzunft wurde 2025 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Unesco aufgenommen. Geehrt wurde das große Engagement für die traditionelle Fastnacht, die Pflege von Bräuchen und die aktive Kinder- und Jugendarbeit, bei der die Traditionen weitergegeben werden.
Bericht der Schriftführerin Melissa Schilli
Der Narrenrat traf sich seit der letzten Generalversammlung 13 Mal zu Sitzungen. Dies waren Besprechungen mit den Wagenbauern, den Fußgruppen, Fressgasswirten und auch mit Bürgermeister Breig sowie Sitzungen zur Vorbereitung der Fasend. Der Narrenrat nahm teil an der Herbstvogteisitzung in Oppenau, an der Herbsttagung in Kollnau und an einer Klausurtagung in Nordrach. Gerne pflegen die Narren ihre Kameradschaft und feiern auch ihre privaten Feste miteinander, von denen Melissa Schilli berichtete. Zur Biberacher Fasend gehört auch eine Narrenmesse in der Kirche, der Schmutzige Donnerstag in Schule/Kindergärten und die Kinderfasend in der Halle.
Bericht Schriftführerin der Biber
Gina Pfundstein führte die Sitzungen auf im Gremium und bei den Bibern. Der Biberball ist der Höhepunkt im Fasendkalender. Die Narren unternehmen auch unter dem Jahr Termine wahr: Sie beteiligen sich beim Kinzig-Clean-Up, beim Schutzengellauf und übernehmen Bewirtungen. Im Sommer ging der Biberausflug in diesem Jahr in das Kleinwalsertal. Das Helferfest wurde im September begangen.
Bericht der Schriftführerin der Reiherhexen
Sabrina Brohammer führte die Termine chronologisch auf. Außer den Fasend-Veranstaltungen war das Jahr 2025 geprägt von vielen privaten Festen, zu denen die Narren eingeladen sind. Storchstellen bei Geburten, Besen stellen bei runden Geburtstagen, Spalier stehen bei Hochzeiten – die Hexen hatten in jedem Monat mindestens zwei Termine. Im November konnte die Zunft Neuhexen am Narrenbrunnen in einer Zeremonie aufnehmen.
Bericht der Schriftführerin Bergwerksgeister
Kristina Schäfer berichtete von den Veranstaltungen zur Fasend und der Teilnahme an den Sitzungen. Vier Termine fanden im Narrenkeller statt (Ausräumen, Grundreinigung, Bewirtung). Sechs Mal trafen sich die Narren zu einem Stammtisch. Die Frauenwanderung im Juni hatte Stoßburg zum Ziel. Auch hier werden private Feste gerne miteinander gefeiert.
Bericht der Jugendleiterin Petra Weiler
Seit der letzten Generalversammlung ab es fünf Jugendleitersitzungen und eine Weihnachtsfeier für die Leiterinnen. Mit den Kids veranstalteten sie eine Wasserolympiade im Sommer und Rübengeister schnitzen im Herbst. Die Teenies wurden zu einem Ausflug in die Eishalle nach Offenburg eingeladen. Am Sonntag, 10. Mai, dürfen 40 Kinder mit acht Betreuern nach Ortenberg in das Narrenmuseum fahren, wo sie eine Führung mit Gunther Seckinger bekommen.
Kassenbericht von Jasmin Welle
Ihren ausführlichen Kassenbericht stellte Kassiererin Jasmin Welle vor. Die Kassenprüfer lobten ihre einwandfreie Kassenführung.
Grußworte von Bürgermeisterstellvertreter Frank Becherer
Bürgermeister Jonas Breig ist im Urlaub. Frank Becherer begrüßte die Mitglieder mit dem Narrenruf. Er sprach seinen Dank und Anerkennung für die Fasend aus, die bei guter Abstimmung und Zusammenarbeit gefeiert werden konnte. „Es ist nicht selbstverständlich, dass Ehrenämter in diesem Umfang ausgeübt werden“, drückte er wertschätzend aus. Seinen besonderen Dank richtete er an Helmut Büdel, der zum letzten Mal die Fasend mitverantwortlich organisiert hat. Dann nahm er die Entlastung der Vorstandschaft vor.
Der geschäftsführende Vorstand wird zukünftig um einen Zunftmeister ergänzt, so dass es zwei Zunftmeister für diesen Posten geben kann. Die Möglichkeit zur Zahlung der Ehrenamtspauschale im Rahmen der Vereinstätigkeit ist in der Satzung festgelegt. Diese Satzungsänderungen wurden einstimmig beschlossen.
Wahlen erfolgten offen und einstimmig
Marco Schlieter wurde als Oberzunftmeister bestätigt. 2. Vorständin ist Christina Schröter, 2. Vorstand Alexander Moser. Kassiererin bleibt Jasmin Welle. Auch Melissa Schilli behält ihr Amt als Schriftführerin. Als Beisitzer wurden gewählt: Timo Lienhard, Jens Schilli, Björn Kaufhold, Oliver Schmid, Lukas Ringwald und Jan Ringwald. Kassenprüfer bleiben Ursula Knäble und Erika Huber. Durch ihre Position automatisch im Vorstand sind Oberbiber Michael Weng, Oberhexe Tobias Geiger und Oberbergwerksgeist Kristina Schäfer.
Ehrungen
Für 44-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Sabine Gißler (Biber), Jutta Gissler, Karl Ringwald, Georg Ringwald und Martin Geiger (alle Hexen). Seit 33 Jahren in der Narrenzunft sind: Daniela Streif (Biber), Sabine Gutmann, Nicole Reif, Andrea Hug und Oliver Götze (alle Hexen), Ulrike Schätze als Bergwerksgeist.
Die Ehrung für 22 Jahre erhielten Ann-Kathrin Griesbaum, Jan Ringwald und Carina Kempe (alle Hexen). Seit 11 Jahren in der Zunft sind Fabian Brosamer, Tobias Gaiser und Tabea Hohmann (alle Biber) sowie Kira Damm und Pia Geiger (beide Hexen).
Vorschau: 80-jähriges Bestehen
Im Jahr 2028 feiert die Narrenzunft Biberach ihr 80-jähriges Bestehen. Dazu wird es ein Vogteitreffen in Biberach geben, bei dem bis zu 5.000 Besucher erwartet werden. Die Vorbereitungen dazu beginnen zeitnah.
Marco Schlieter nannte die Veranstaltungen der Fasend 2027, an denen die Narrenzunft außerhalb von Biberach teilnehmen wird.





