Mögliche Windkraftstandorte auf der Gemarkungsgrenze zwischen Nordrach und Oberharmersbach bereiten Sorge.
Zur öffentlichen Gemeinderatssitzung am Montag konnte Bürgermeister Carsten Erhardt erfreulich viele Bürger begrüßen. Aus Oberharmersbach waren Anja Jilg und Klaus Lehmann gekommen. Sie sprachen in der Bürgerfrageviertelstunde den geplanten Bau der Windräder in Nordrach an, die an der Grenze zu Oberharmersbach gebaut werden sollen.
„Wir haben Sorge wegen unserer Wasserversorgung“, sagte Jilg. Wichtige Quellen befinden sich zum Teil nur in 200 Meter Entfernung unterhalb der Windkraftanlage. Einige Anwesen in diesem Gebiet beziehen ihr Wasser ausschließlich aus diesen Quellen. Falls dort Probleme entstehen – wer kümmert sich darum und wer haftet?“, äußerte Jilg Bedenken.
In einem Schreiben an den Regionalverband haben sie die Antwort erhalten, dass ein hydrologisches Gutachten vorliege und das Thema erst in der nächsten Instanz behandelt werde.
Bürgermeister Erhardt antwortete, dass ein Großteil der Fläche der geplanten Windkraftanlage der Gemeinde Nordrach gehört oder Privatwald mit Besitzern aus Nordrach. „Wir haben die Möglichkeit, die Fläche einfach nicht herzugeben. Dies ist der Joker, den ich sehe.“ Wenn Bedenken bestehen, verzichten wir auf die Vermarktung der Fläche, machte er deutlich. Dieses Vorgehen sei auch im gemeinsamen Ausschuss mit Bürgermeister Richard Weith so abgestimmt. Abschließend erklärte Erhardt, die weitere Vorgehensweise abzuwarten.
Schließung der Friedhofstoilette kritisiert
Eine Bürgerin aus Nordrach kritisierte in der Bürgerfrageviertelstunde die Schließung der Toiletten am Friedhof seit dem 6. Mai. Die Toiletten bei der NorDi’s Essbar am Bürgerpark sind geöffnet. „Dies ist zu weit für ältere Besucher, die aus der Kirche kommen“, sagte die Bürgerin. Bürgermeister Erhardt erwiderte, dass die Toilette am Park ca. 100 Meter entfernt liegt und zudem barrierefrei ist. „Auf engstem Raum zwei Toiletten zu unterhalten, macht keinen Sinn“, machte er deutlich.
Dann sprach die Bürgerin fehlende Mülleimer auf dem Wohnmobilstellplatz an. Die Nutzer würden ihren Müll in private Mülltonnen in der Nähe entsorgen, hat sie beobachtet. Außerdem würden dort Fahrzeuge parken, die dazu nicht berechtigt sind. Bürgermeister Erhardt erwiderte, dass Informationen zum Thema Müll und Parkberechtigung für die Nutzer vorhanden sind.
Leerstand Stubenkeller
Eine weitere Frage hatte die Bürgerin zum Stubenkeller. Dieser stehe leer und der Raum sehr feucht. „Kann der Raum nicht belebt werden, vielleicht durch die Narren?“, fragte sie. Bürgermeister Erhardt antwortete, dass die Gemeinde nicht Eigentümer oder Pächter des Stubenkellers sei. Zum Namen des Eigentümers wollte er auf Nachfrage keine Auskunft geben.
Einwohnerstatistik
In der letzten Gemeinderat Sitzung wurde die Einwohnerzahl in Nordrach diskutiert. Dies hat Bürgermeister Erhardt zum Anlass genommen, eine Einwohnerstatistik zu erstellen. Er erläuterte die Zahlen anhand von Diagrammen. Aktuell wohnen 1.930 Personen im Ort plus 80 Flüchtlinge. „Diese Einwohnerzahl gilt es zu erhalten, dafür ist unsere Infrastruktur ausgelegt“, erklärte er.
Tagesordnungspunkt abgesetzt
Der Tagesordnungspunkt „Kleinhaussiedlung Ittersbach“ wurde abgesetzt. Auf Nachfrage erklärte Bürgermeister Erhardt, dass dieses Thema im nichtöffentlichen Teil behandelt wird.
Investitionen in das Pumpwerk
Im Zwischenpumpwerk Grafenberg ist es zu einem Totalausfall der Technik gekommen. Die Technik ist 25 Jahre alt und eine Sanierung laut Wasserwirtschaftsamt dringend notwendig. Der Haushaltsansatz dazu beträgt 150.000 Euro. Es liegt ein Angebot einer Firma über 120.000 Euro vor. Der Gemeinderat hat eine Eilentscheidung getroffen und die Sanierung in Auftrag gegeben.
Manuel Echle spricht das Thema Springkraut an
Am Ende der Sitzung thematisierte Gemeinderat Manuel Echle das wuchernde Springkraut entlang des Bachlaufs. Springkraut ist eine invasive Pflanze, die sich stark vermehrt – Abhilfe zu schaffen ist schwierig. Bürgermeister Erhardt hat zu diesem Thema eine Dienstbesprechung im Landratsamt gehabt. „Die Straßenmeistereien beseitigen das Springkraut, aber sie kommen nicht hinterher“, beschrieb er die Situation, in der sich viele Gemeinden befinden.
Förster Nolle informierte, das Mulchen in regelmäßigen Abständen Abhilfe schafft. Oder man wartet, bis die Pflanze die Nährstoffe im Boden aufgebraucht hat und sich dann selber kannibalisiert (Dauer 10 bis 15 Jahre), erläuterte Nolle. Außerhalb der Bäche plant er mit Hilfe des Landratsamtes ein Musterprojekt, indem das Springkraut mit einer Stromlanze behandelt wird. „An den Bächen ist es aussichtslos, trotz Abschneiden oder Mulchen kommt das Kraut immer wieder hoch“, beschrieb er die Situation.





