Das landwirtschaftliche Anwesen ist, wie viele andere in den Außenbereichen auch, nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen.
Für die Frühjahrsübung der Nordracher Feuerwehr hatten sich die Verantwortlichen ein Objekt im vorderen Schottenhöfental ausgesucht. Übungsannahme war ein Brand im Heizraum des landwirtschaftlichen Anwesens der Familie Müller unterhalb des Heugrabenecks.
Zur Anfahrt der Nordracher Einsatzfahrzeuge wählte man zwei unterschiedliche Zufahrten. Das Mehrzweckfahrzeug MZF sowie das Tanklöschfahrzeug TLF 3000 nahmen den „offiziellen“ Weg über Mühlstein- und Schottenhöfenstraße, das Löschfahrzeug LF10 jedoch fuhr die Einsatzstelle über einen Waldweg vom Ortsteil Lindach über das Heugrabeneck an. So konnte man die Fahrzeuge optimal an der Einsatzstelle positionieren, ohne sich gegenseitig zu behindern.
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte und der ersten Lageerkundung stellten Kommandant und Einsatzleiter Manuel Nepple und sein Stellvertreter Gruppenführer Johannes Schnurr einen Brand im Kellergeschoß mit starker Rauchentwicklung fest. Das Treppenhaus war bereits komplett verraucht, mindestens drei Personen seien im Gebäude vermisst. Auf einem Balkon machte sich eine Person bemerkbar, sie hatte sich hierhin begeben, da der Fluchtweg über das Treppenhaus durch die Verrauchung nicht mehr möglich war.
Erste Priorität hatte somit die Suche nach den drei Vermissten im Kellergeschoß. Hierzu wurde sofort ein Innenangriff unter Atemschutz vorbereitet. Mehrere Atemschutztrupps gingen hierzu ins Gebäude vor, das Löschwasser kam zunächst aus den Tanks der Löschfahrzeuge. Zur Rettung der Person auf dem Balkon wurde parallel die mittlerweile eingetroffene Drehleiter der Stützpunktwehr der Stadt Zell am Harmersbach eingesetzt.
Löschwassertank installiert
Das Anwesen ist, wie viele andere in den Außenbereichen auch, nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. An diesem Objekt wurden unterhalb des Anwesens Erdtanks mit 100 Kubikmeter Löschwasservorrat installiert. Mit zwei Pumpen konnte hier von der Feuerwehr problemlos eine weitere Wasserversorgung aufgebaut werden. Eine Pumpe wurde allein zur Versorgung der Drehleiter benötigt, welche man nach der Menschenrettung vorsorglich zur Brandbekämpfung aufgebaut hatte, um bei einer Brandausbreitung sofort auch von oben eingreifen zu können.
Sollte auch dieses Löschwasser nicht ausreichen, müsste eine etwa 800 Meter lange Versorgungsleitung zum Schottenhöfenbach durch steiles Gelände verlegt werden. Bei dieser Übungsannahme konnte man darauf verzichten, sollte es zu größeren Ausmaßen, wie zum Beispiel einem Dachstuhlbrand kommen, käme es zu einer Nachalarmierung weiterer benachbarter Feuerwehren.
Nachdem alle vier „Verletzten“ aus dem Gebäude gerettet waren, kümmerte sich die DRK-Ortsgruppe Nordrach um die Sichtung der Verletzungen und die entsprechende Vorbereitung auf den eventuellen Transport in eine Klinik. Hierzu hatten die Helfer und Helferinnen in sicherer Entfernung einen Versorgungsplatz mit Feldbetten eingerichtet.
Im Anschluss an die Übung trafen sich alle zu einem Imbiss im Nordracher Gerätehaus. Kommandant Manuel Nepple zeigte sich mit dem Verlauf der Übung zufrieden. Er bedankte sich bei allen Beteiligten von Feuerwehr und DRK, besonders bei Florian Brückner, der die Übung vorbereitet hatte, bei Vivien Müller die wieder die „Verletzten“ realitätsnah schminkte und natürlich Familie Müller, die es ermöglichte, die Übung an ihrem Anwesen durchzuführen.





