Mit Projekten zu Wasser, Boden und CO₂ will der Naturpark Landwirtschaft und Landschaft an den Klimawandel anpassen.
Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord baut sein Angebot weiter aus und setzt zugleich stärker auf Klima- und Bildungsprojekte. Das wurde bei der Mitgliederversammlung in Schiltach deutlich, zu der rund 100 Vertreter von Kommunen, Vereinen und Verbänden zusammengekommen waren. Im Mittelpunkt der Agenda standen neue Angebote, laufende Projekte und die finanzielle Entwicklung. Der Naturpark versteht sich als Plattform, die Akteure in der Region vernetzt und Projekte anstößt.
Fördermittel und stabile Finanzen
Insgesamt fließen in diesem Jahr von Land, der Lotterie Glücksspirale und der Europäischen Union (EU) rund drei Millionen Euro in die sieben Naturparke Baden-Württembergs. Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord erhält davon etwa 700.000 Euro. Hinzu kommen 1,2 Millionen Euro aus dem EU-Projekt „CARENA“ zur CO₂-Bindung und klimafreundlichen Bewirtschaftung von Flächen, das über acht Jahre vom Land mitfinanziert wird.
„Mit dieser finanzstarken Unterstützung kann der Naturpark landwirtschaftliche Betriebe im nördlichen und mittleren Schwarzwald auch in den kommenden Jahren zuverlässig dabei unterstützen, ihre Flächen an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen“, sagt der Naturpark-Vorsitzende, Landrat Prof. Dr. Christian Dusch. „Im Fokus wird das Thema Wasser stehen. Durch Humusaufbau, Agroforst und wasserhaltende Maßnahmen stärken wir die landwirtschaftliche Wertschöpfung in der Region, tragen zum Klimaschutz bei und positionieren uns als Modellregion mit Strahlkraft weit über den Schwarzwald hinaus.“
Der Haushalt bleibt stabil. Das führt der Naturpark unter anderem auf zusätzliche Drittmittel und Unterstützung durch Sponsoren zurück.
Neue Angebote für Besucher
Im touristischen Bereich wird das Angebot erweitert. Zwei neue Trekking-Camps entstehen in Dobel und Forbach. Damit gibt es künftig zwölf Plätze, auf denen das Zelten im Wald im nördlichen und mittleren Schwarzwald offiziell erlaubt ist.
Auch bestehende Angebote werden ergänzt. Einige Naturpark-AugenBlick-Rundwanderwege erhalten Audiobeiträge, die per QR-Code abrufbar sind und zusätzliche Informationen zur Landschaft liefern.
Fokus auf Klima und Landwirtschaft
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit den Folgen des Klimawandels. Im Kinzigtal startet eine sogenannte Humus-Wasser-Modellregion. Zehn landwirtschaftliche Betriebe erhalten Unterstützung, um ihre Flächen besser an veränderte Bedingungen anzupassen. Ziel ist es unter anderem, Wasser besser in den Böden zu halten und die landwirtschaftliche Nutzung langfristig zu sichern. Das Projekt wird mit 245.000 Euro aus dem Badenova-Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz gefördert.
Bildungsangebote werden ausgebaut
Neben der Arbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben richtet sich der Naturpark verstärkt an Kinder und Jugendliche. Projekte wie „Klima-Kochtheater“ oder „Klima-Kochtopf“ sollen den Zusammenhang von gesunder, regionaler Ernährung und Klimaschutz vermitteln.
Zum zehnjährigen Bestehen des Projekts „Blühender Naturpark“ können Kommunen mit einer Naturpark-Wildblumenwiese am Wettbewerb für die artenreichste Wiese teilnehmen. Die Preisverleihung findet im Rahmen des Naturpark-Marktes in Bad Herrenalb am 28. Juni statt. Auch für Kindergärten und Schulen gibt es eine Mitmach-Aktion: Auf Anfrage beim Naturpark erhalten sie kostenfrei Infomaterialien, anhand derer sie vom 28. Mai bis zum 7. Juni Wiesen in ihrer Umgebung auf Pflanzen und Insekten hin erforschen und dokumentieren können.
„Unsere Klima-Bildungsprojekte verdeutlichen besonders schön, wie interdisziplinär der Naturpark bei der Konzeption seiner Projekte arbeitet“, beschreibt Landrat Prof. Dr. Dusch. Die Geschäftsstelle des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord ist seit November 2025 durch das Umweltministerium Baden-Württemberg BNE-zertifiziert. Ziel einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) ist es, Wissen über Umwelt und Gesellschaft zu vermitteln sowie die Fähigkeit, kritisch zu denken und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Veranstaltungen im Jahresverlauf
Auch 2026 bietet der Naturpark ein breites Veranstaltungsprogramm. Dazu zählen 22 Naturpark-Märkte (Saison-Eröffnung am 26. April in Ettenheim, & Saison-Abschluss am 18. Oktober in Oberharmersbach), der „Brunch auf dem Bauernhof“ (2. August) sowie thematische Aktionswochen der Naturpark-Wirte (Frühling, Traditionsgerichte, Wilde Sau).
Weitere Angebote reichen von geführten Touren bis zu Mitmachaktionen, bei denen Freiwillige bei der Pflege der Kulturlandschaft helfen können.
Alle beantragten Projekte werden gefördert
Der Naturpark unterstützt neben eigenen Vorhaben auch Projekte seiner Mitgliedskommunen mit Mitteln von EU, Land und Lotterie Glücksspirale. In diesem Jahr können alle beantragten Projekte umgesetzt werden – darunter Naturpark-Schulen sowie Maßnahmen zur Steigerung des Erholungswerts. Zusätzlich werden weitere kommunale und eigene Projekte kofinanziert, etwa in den Bereichen Tourismus, Naturschutz und Umweltbildung.





