Beide Veranstaltungen waren ausgebucht:

Zauberhaftes »Z’Licht geh’n« auf dem Mühlstein

Am Donnerstag- und Freitagabend fand das traditionelle »Z’Licht geh’n« auf dem Mühlstein statt. Brigitte Neidig aus Windschläg und Ludwig Hillenbrand am Donnerstag sowie Ulrike Derndinger am Freitag lasen in der jeweils vollbesetzten Gaststube aus ihren Werken, Heinz Siebold sang Lieder in alemannischer Mundart. Die Nordracher Stubenmusik umrahmte an beiden Abenden die Vorträge.

Im vergangenen Jahr waren zum traditionellen »Z’Licht geh’n« auf dem Mühlstein weit mehr Besucher gekommen, als in der Gaststätte mit Nebenzimmer Platz finden konnten. Deshalb hat das Bildungswerkteam in diesem Jahr zwei Veranstaltungen organisiert, mit zwei verschiedenen Autorenpaaren, jeweils von der Nordracher Stubenmusik begleitet. Beide Veranstaltungen waren sehr schnell ausverkauft und die Besucher konnten die Veranstaltungen ohne die frühere Enge genießen.

Rolf Lehmann und seine Lebenspartnerin Sandra Orthey hatten mit ihrem Team Gaststube und Nebenzimmer adventlich geschmückt, auch die Bereiche vor dem Haus, die Eingangstreppe und die überdachte Terrasse, überall verströmten Kerzen und Lichterketten ihren sanften Schein.

Am Donnerstagabend wechselten sich Brigitte Neidig, gelernte Bankkauffrau aus Windschläg, und ihr Cousin Ludwig Hillenbrand, pensionierter Lehrer und früherer Schulleiter des Max-Planck-Gymnasiums Lahr, bei den Lesungen in alemannischer Mundart ab. Brigitte Neidig trug dabei Geschichten rund um Weihnachten vor, gespickt mit unzähligen Mundartausdrücken, die man nur noch selten zu hören bekommt. Ludwig Hillenbrand ist in Fessenbach aufgewachsen und schilderte in seinen Geschichten seines neu erschienenen Buches »E Kindheit im Dorf« seine Kinder- und Jugendzeit, die damalige strenge religiöse Erziehung und das dörfliche Leben in Fessenbach nach dem Krieg. Er verstand es trefflich, die Begebenheiten in vergnüglicher, aber auch nachdenklicher Weise darzustellen und vorzutragen.

Am Freitagabend war Ulrike Derndinger gekommen, die bereits im letzten Jahr die Besucher der Veranstaltung auf dem Mühlstein begeistert hatte. Diesmal wurde sie begleitet von ihrem inzwischen angetrauten Ehemann Heinz Siebold, geboren im Wiesental. Wie Ulrike Derndinger ist auch ihr Mann im Journalismus tätig. Sie las aus ihrem neuen Buch »Weckli, Deckli, Schleckli«, wunderbar vorgetragen in ihrem urigen Ried-Alemannisch. Ihre humorvollen Geschichten handeln von kleinen Begebenheiten des Alltags in ihrem früheren und jetzigen Lebensumfeld. Mit Mutterwitz und Hintersinn sowie einem guten Gespür für die Pointen brachte sie die Gäste immer wieder zum Lachen. Ihr Ehemann Heinz Siebold sang mit seiner rauchigen Stimme alemannische Lieder aus der Feder seines Freundes Jeannot Weißenberger mit teils lustigen, aber auch tiefgründigen Texten und begleitete sich dazu auf der Gitarre. Die beiden ergänzten sich fabelhaft und hatten einen großen Anteil am besonderen Charme dieses Abends.

Die Nordracher Stubenmusik mit ihren Akteuren – Luitgard Bieser (Hackbrett), Antonia Haas (Zither, Akkordeon und Kontrabass), Susanne Hansmann (Zither und Akkordeon) und Georg Wimmer (Gitarre und Trompete) – spielte und sang im Wechsel mit den Autoren weihnachtliche und alpenländische Musikstücke und Lieder und sorgte mit den leisen, wohlklingenden Tönen für eine adventliche Stimmung, die es nur auf dem Mühlstein gibt.

Beide Abende endeten damit, dass die Stubenmusik den »Andachtsjodler« spielte und anschließend sangen alle gemeinsam noch einige Weihnachtslieder.»Z’Licht geh’n« auf dem Mühlstein im Advent, das geht zu Herzen und die Gäste dankten den Autoren und der Stubenmusik mit lang anhaltendem Beifall für außergewöhnliche, berührende Abende.

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