Der Heischgang wird in diesem Jahr auf den Montag verlegt. In Biberach sind die Kinder am Freitag, 27. Februar, unterwegs.
Alljährlich am 22. Februar findet in Zell als altes Brauchtum der „Peterlistag“ statt. Da der 22. Februar in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, wird das Peterlistagspringen in Zell und allen Ortsteilen auf den Montag, 23. Februar 2026, verschoben.
Zell (Kernstadt)
Die Kinder treffen sich Punkt 12.00 Uhr beim katholischen Pfarrhaus. Nach dem 12-Uhr-Läuten der Stadtpfarrkirche wird dort zuerst gemeinsam gebetet. Danach wird der Brauch des „Peterlistags“ kurz erklärt. Wenn anschließend die Teilnehmer den folgenden Spruch
Hit, hit, hit isch Peterlisdag,
alli Krotte un Schlonge verjag!
Au ’s Ungeziefer us’em Huus,
drum werfe ebb’s zum Lade rus!
Dohäär, dohäär, dohäär!!!
lauthals gerufen haben, erhalten sie ihre Gaben. Wichtig ist, dass die Kinder beim Gang durch die Stadt zusammenbleiben – und zwar dort, wo gerade Gaben verteilt oder herausgeworfen werden – so lange, bis die Spender fertig sind. Erst dann geht die Kinderschar gemeinsam zum nächsten Haus weiter.
Der Weg führt vom katholischen Pfarrhaus im Pfarrhofgraben über die Hauptstraße bis zur Wallfahrtskirche und über Nebenstraßen wieder zurück. In der Zeit zwischen 12 und 15 Uhr ist mit Verkehrsbehinderungen oder kurzfristigen Sperrungen in der Hauptstraße zu rechnen.
Die „Peterlistagsspringerschar“ wird von Brauchtumspflegern zusammen mit Polizeibeamten begleitet. Verkehrsteilnehmer werden um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme gebeten. Den Zeller Geschäftsleuten gilt schon im Voraus ein herzliches Dankeschön für ihre Spendenbereitschaft.
Unterharmersbach
In Unterharmersbach findet das Peterlistagsspringen am Montag, 23. Februar 2026, ab 10.00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit statt. Die Schulkinder ziehen in Gruppen oder auch einzeln von Haus zu Haus, um nach dem Aufsagen eines Peterlistagsspruches eine kleine Gabe zu erhalten. Wie jedes Jahr bittet die Ortsverwaltung darum, die Kinder freundlich zu behandeln und ihnen nach persönlichen Möglichkeiten etwas zu geben. Autofahrer sollten bedenken, dass die Kinder vor lauter Freude die Verkehrsregeln oft vergessen. Langsam und vorsichtig zu fahren, sollte eine Selbstverständlichkeit sein!
Unterentersbach
In Unterentersbach treffen sich die Schüler am Montag um 11 Uhr bei der Nikolauskirche und werden dort in Gruppen eingeteilt. Anschließend ziehen sie geschlossen durch die Straßen und sammeln gemeinsam die Gaben ein. Die Organisation und Durchführung des Peterlistagsspringen obliegt traditionell den Sackträgern.
Die jüngeren Kinder besuchen alleine oder in kleinen Gruppen die Häuser. Es wäre schön, wenn die Gruppen der jüngeren Kinder mit Eltern nicht allzu groß sind und die Häuser getrennt besucht werden. Die Kinder sollen sehr gerne im ganzen Ort unterwegs sein und nicht nur in direkter Nachbarschaft, damit möglichst viele Anwohner das Brauchtum unterstützen können.
Oberentersbach
Da der Peterlistag dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, findet das traditionelle „Peterlistagsspringen“ am Montag, 23. Februar 2026, statt. Die Schüler treffen sich um 7.30 Uhr bei der Imkerschule. Von dort laufen sie in der Gruppe von Haus zu Haus. Alle Einwohner von Oberentersbach werden gebeten, das Peterslitagsspringen wie bisher zu unterstützen.
Wünschen wir der hoffentlich großen Kinderschar, dass St. Petrus ein gnädiger Wettermacher ist und dass sie viele Gaben bekommt, damit am Schluss nicht verärgert gerufen werden muss: „Alli Krotte un Schlonge solle eich in d’Häfe ni longe!“
Biberach
In Biberach findet das Peterlesspringen am Freitag, 27. Februar 2026, statt. Dieser Termin wird von unserer Grundschule organisiert und durchgeführt. Lehrkräfte der Grundschule Biberach, unterstützt durch die Eltern, werden an diesem Tag unsere Grundschüler beim Peterlesspringen begleiten. In Kleingruppen aufgeteilt, ziehen sie am Schulvormittag durch Biberachs Straßen.
Beim „Peterlesspringen“ handelt es sich um einen der vielen im Frühjahrsbrauchtum beheimateten Heischgänge, bei welchem die Kinder durch ihren Besuch und das Aufsagen des „Peterlesspruches“ Glück in die Häuser bringen und Unglück von ihnen fernhalten wollen. Dafür bekommen sie dann von den Bewohnern Süßigkeiten und/oder einen Geldbetrag. Eine Spendenbescheinigung kann leider nicht ausgestellt werden.
Das eingesammelte Geld wird für die Bezuschussung von Theaterfahrten und außerunterrichtlichen Veranstaltungen und Projekten verwendet. Auf diese Weise fördert und unterstützt die solidarische Brauchtumspflege vielerlei verschiedene schulische Aktivitäten und Veranstaltungen.
Blick in die Geschichte:
Ein Freudentag für Kinder
Die katholische Kirche feiert am 22. Februar jedes Jahr das Fest „Petri Stuhlfeier“. Dieses seit dem 4. Jahrhundert bekannte kirchliche Fest erinnert an die Berufung des Apostels Petrus zum Lehramt in der Kirche, also seine Übernahme des römischen Bischofsstuhls. Es ist in heutiger Zeit eher weniger bekannt als das weltlich geprägte Brauchtum, das in zahlreichen Gegenden an diesem Freudentag für die Kinder gepflegt wird.
Sie ziehen dabei von Haus zu Haus und rufen lauthals Heischsprüche. Schon seit altersher ist dieser markante Tag auf dem Weg in den nahenden Frühling ein Freudenfest für die Kleinen. Das laute Rufen der Kinderschar soll der Überlieferung nach das Ungeziefer, das sich vor den Unbilden des Winters in die Häuser als sichere Schlupfwinkel zurückgezogen hat und jetzt langsam wieder munter wird, vertreiben helfen. Zur Belohnung werden zum Beispiel Obst, Würste, Speck, Backwaren, Süßigkeiten oder auch Münzgeld verteilt.
Brauchtum anderswo
Dieses Brauchtum wird beispielsweise im Taubergrund, entlang des Schwarzwaldes, in der Bühler Gegend, in der Ortenau, im Rench- und Kinzigtal oder in der Ettenheimer Gegend gepflegt. Nicht überall wird es in gleicher Form gestaltet und hat deshalb auch unterschiedliche Namen: Peterlistag (Zell und Umgebung), Peterstag, Peterlesspringen, Schiraustag (Hausach) oder Storchentag (Haslach) sind nur einige davon. Im Alpenraum gibt es zum Beispiel das „Lenzerwecken“ (Frühlingserwecken). Ebenfalls unterschiedlich sind auch die Sprüchlein, die die Kinder bei diesem Brauchtum aufsagen oder lauthals rufen.
Wetterregeln und Dingtag
Der 22. Februar gilt auch als wichtiges Datum für die landwirtschaftliche Wetterbeobachtung zum nahenden Frühling und findet sich in zahlreichen Bauernregeln (Wetterregeln) wieder: „Wenn Frost ist auf Sankt Petritag, so folgen noch 40 Fröste nach“. Oder: „Ist es Petri Stuhlfeier sehr kalt, wird der Winter alt“. Ebenso war früher dieser Tag der „Dingtag“ (Gerichtstag beziehungsweise Einstellungs- oder Entlassungstag) für Gesinde und Hirten.
Erinnerungen werden wach
Obwohl hauptsächlich ein Freudentag für die Kinder, so gilt er ebenso auch als eine schöne Erinnerung für die Erwachsenen an ihre eigene Kinderzeit, als sie von Haus zu Haus zogen und ihre Sprüchlein aufsagten. Am Abend werden dann mit Sicherheit die vollen Säcklein und Taschen geleert. Viele werden dabei sagen: „Schön war’s wieder!“




