Gemeinderat beschließt neue Gebührensätze für die Schulkind- und Ferienbetreuung. Die Kostendeckung soll spürbar steigen.
Die Betreuung von Schulkindern wird in Biberach schrittweise teurer. Mit knapper Mehrheit hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung eine neue Gebührenordnung beschlossen. Ziel ist es, die Kostendeckung deutlich zu verbessern – gleichzeitig machen gesetzliche Vorgaben und steigende Ausgaben Anpassungen notwendig.
Kostendeckung soll auf rund 67 Prozent steigen
Hintergrund der Entscheidung ist eine Auswertung der Verwaltung: Im Jahr 2025 lag die Kostendeckung für Schulkindbetreuung, Ferienangebote und Mittagessen bei lediglich 52,6 Prozent. Künftig soll dieser Wert auf etwa 67 Prozent steigen. In Summe bedeutet dies für den Gemeindehaushalt eine Kostenreduzierung von aktuell 55.000 Euro auf ca. 38.500 Euro.
Um das zu erreichen, werden die Gebühren in mehreren Stufen angehoben. Der Monatspreis pro Betreuungsmodul steigt von bisher 35 Euro schrittweise auf 50 Euro bis zum Schuljahr 2028/29. Auch die Kosten pro festem Wochentag erhöhen sich von bislang 10 auf künftig 15 Euro.
Kontroverse Debatte um Gebührenhöhe
Im Gemeinderat wurde der Verwaltungsvorschlag intensiv und teils kontrovers diskutiert. Bürgermeister Jonas Breig verwies auf die schwierige Ausgangslage: „Der Bundesgesetzgeber veranlasst Gesetze, kümmert sich aber nicht um die Finanzierung.“ Eine vollständige Kostendeckung über Elternbeiträge sei keine Lösung, da das Angebot sonst für viele Familien unbezahlbar werde.
Die Verwaltung habe sich bewusst für eine stufenweise Erhöhung entschieden. „Wichtig ist, eine Perspektive aufzuzeigen und die Anpassung nicht auf einen Schlag vorzunehmen“, so Breig.
Marco Baur (CDU) äußerte Bedenken mit Blick auf die Höhe der Steigerung. Eine Erhöhung um rund 43 Prozent innerhalb von zweieinhalb Jahren sei zu viel – er befürchtet, dass einige Eltern das Angebot nicht mehr nutzen könnten.
Philipp Smithson (FWB) gab zu bedenken, dass ohne Berücksichtigung der Inflation das Ziel einer Kostendeckung von 67 Prozent womöglich gar nicht erreicht werden könne. Dem entgegnete Breig, dass bereits der vorliegende Vorschlag einen Kompromiss darstelle: Eine zusätzliche Einrechnung der Inflation würde die Belastung für Eltern nochmals deutlich erhöhen.
Unterstützung kam hingegen von Sigrid Armbruster (CDU), die für den Kurs der Verwaltung warb. Man taste sich schrittweise an den gewünschten Kostendeckungsgrad heran. Zudem verwies sie darauf, dass Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen, keinerlei finanzielle Unterstützung von der Gemeinde erhalten.
Frank Becherer (FWB) ordnete die Diskussion grundsätzlicher ein: Die Ganztagsbetreuung sei eine politische Aufgabe, die von Bund und Land vorgegeben werde – entsprechend müsse auch die Finanzierung stärker von dort getragen werden. Gleichzeitig betonte er, dass ohne Inflationsausgleich der angestrebte Kostendeckungsgrad schwer erreichbar sei.
Ferienbetreuung wird ausgeweitet – und teurer
Auch bei der Ferienbetreuung gibt es Änderungen. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben wird das Angebot ab dem Schuljahr 2026/27 ausgeweitet: Neben der bisherigen Betreuung bis 13 Uhr wird künftig auch eine Betreuung bis 15.30 Uhr angeboten.
Diese längeren Zeiten führen allerdings zu höheren Personalkosten. Entsprechend steigen die Gebühren: Ein Betreuungstag bis 13 Uhr kostet künftig 15 Euro, die verlängerte Variante bis 15.30 Uhr 25 Euro.
Frühere Betreuung, weniger Module
In der Schulkindbetreuung selbst wird das Angebot leicht angepasst. Künftig beginnt die Betreuung bereits um 7 Uhr, um die gesetzlichen Anforderungen von acht Stunden Betreuungszeit pro Tag zu erfüllen.
Ein spätes Zusatzmodul am Nachmittag entfällt hingegen: Das bisher angebotene Zeitfenster von 15 bis 16.30 Uhr wurde kaum nachgefragt und wird daher gestrichen.
Mittagessen: Preise abhängig vom neuen Anbieter
Veränderungen stehen auch beim Mittagessen an. Der bisherige Caterer stellt seine Belieferung nach den Sommerferien 2026 ein. Die Gemeinde ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Anbieter.
Künftig sollen die Preise des Caterers eins zu eins an die Eltern weitergegeben werden. Zusätzliche Kosten – etwa für Lieferung oder Organisation – übernimmt weiterhin die Gemeinde.
Den kompletten Bericht finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.




