Er wurde zum Nachfolger von Heiko Spinner gewählt. Neuer stellvertretender Kommandant ist Johannes Schnurr. Er folgt Clemens Isenmann.
Foto: Rolf Braun
Foto: Rolf BraunBei der Jahreshauptversammlung der Nordracher Feuerwehr standen turnusmäßig Neuwahlen der gesamten Führung an. Da sich viele Amtsinhaber nicht mehr zur Wahl stellten, unter ihnen Kommandant Heiko Spinner und sein 2. Stellvertreter Clemens Isenmann, kam es zu großen Veränderungen. Die einzelnen Tätigkeitsberichte belegten wieder eindrucksvoll die vielschichtige Arbeit in der Wehr. Wolfgang Schwarz konnte für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst ausgezeichnet werden.
Hohe Präsenz
Zu seiner letzten Jahreshauptversammlung als Kommandant konnte Heiko Spinner alle aktiven Feuerwehrangehörigen, die Mitglieder der Jugendfeuerwehr, der Altersabteilung mit Ehrenkommandant Reiner Braun, Bürgermeister Carsten Erhardt und einige Mitglieder des Gemeinderates begrüßen. Besonders freute er sich auch, dass Bereitschaftsleiter Marian Thomas des DRK-Ortsvereins Nordrach, der Einladung gefolgt war. Ein Indiz für die Wichtigkeit dieser Versammlung, zeigte sich schon in der Anwesenheit. Bis auf ein Mitglied, welches beruflich verhindert war, waren alle aktiven Feuerwehrangehörigen erschienen.
Übungen und Ausbildung
Nach einem gemeinsamen Essen berichtete zunächst Schriftführer Rolf Braun ausführlich in Wort und Bild über das abgelaufene Berichtsjahr. Auf die Ausbildung der 31 männlichen und zwei weiblichen aktiven Feuerwehrangehörigen wurde wie immer großen Wert gelegt.
23 Gesamtübungen mit den unterschiedlichsten Themen, sowie eine Frühjahrs- und Herbstübung führte man durch. Zudem gab es noch einige Sonderübungen, um sich mit der neuen Technik des Tanklöschfahrzeuges vertraut zu machen.
Kürzlich konnten die Fahrzeuge und die Feststation im Gerätehaus auf Digitalfunk umgerüstet werden. Erste intensive Funkübungen sind sehr vielversprechend verlaufen.
Markus Lang absolvierte die Truppmannausbildung Teil 1 sowie im Anschluss den Sprechfunkerlehrgang bei der Feuerwehr Haslach. Zum Maschinisten für Löschfahrzeuge bildete sich Ricardo Hättig in Offenburg weiter und Tom Welle und Markus Lang sind nun nach erfolgreichem Lehrgang, ebenfalls bei der Feuerwehr Offenburg, als Atemschutzgeräteträger einsetzbar. Alle Atemschutzträger absolvierten die vorgeschriebene Heißausbildung und durchliefen die Atemschutzstrecke in Hausach.
Zwei Brandeinsätze
Das eine gute Ausbildung sehr wichtig ist, zeigte sich auch in den insgesamt 17 Einsätzen, welche die Nordracher Wehr zu bewältigen hatte. Zu zwei Brandeinsätzen wurde man alarmiert, weitere Einsätze waren technische Hilfeleistungen, Beseitigung von Ölspuren, Türöffnungen, Verkehrsdienste bei Veranstaltungen, zweimal wurde das Tanklöschfahrzeug zur Überlandhilfe in Nachbargemeinden gerufen und zwei mutwillige Auslösungen von Brandmeldeanlagen zählten zum vielschichtigen Einsatzspektrum.
Sommerfest und Kameradschaft
Am letzten Juniwochenende lud die Feuerwehr traditionell zu ihrem beliebten 2-tägigen Sommerfest am Gerätehaus ein. Bei herrlichem Wetter konnte man sich über zahlreichen Besuch sowohl aus der Bevölkerung als auch der umliegenden Wehren freuen. Highlight war am Sonntagnachmittag die Weihe des neuen Tanklöschfahrzeuges.
Auch die Kameradschaft durfte nicht zu kurz kommen. Die schon traditionelle Familienwanderung am Vatertag führte man mit großer Beteiligung im Gemeindegebiet durch. Am Jahresende konnten sich alle über einen lustigen Abend im Kegelstüble freuen. Die Frauen helfen immer tatkräftig beim Sommerfest mit und wurden daher für ihre Arbeit mit einem gemütlichen Abendessen in einer Gaststätte belohnt.
Der jährliche Arbeitseinsatz an der Rautschhütte war sehr arbeitsintensiv. Zu den standartmäßigen Tätigkeiten wie auffüllen des Brennholzlagers und Aufräum- und Pflegearbeiten um die Hütte herum, musste auch die Trinkwasserquelle neu gefasst werden. Der Steilhang zur Quelle verlangte Mensch und Maschinen in Form von zwei Baggern alles ab. Nach getaner Arbeit durften sich alle auf den anschließenden Kameradschaftsabend in der Hütte freuen. Arbeitseinsatz und Hüttenabend waren wieder hervorragend von Günter und Johannes Schnurr vorbereitet bzw. organisiert worden.
Altersabteilung
Ehrenkommandant Reiner Braun berichtete von den Tätigkeiten der Senioren. Sie nehmen so gut es ihnen möglich ist verschiedene Termine wahr. Eine wichtige Veranstaltung ist immer das Treffen aller Alterskameraden des Ortenaukreises, wo man sich auf Kontakte mit alten Weggefährten anderer Wehren freuen kann. Eine sehr schöne Geste hat bei Reiner Braun Einzug gehalten. Jeweils zu deren Geburtstagen besucht er Witwen mehrerer verstorbener Alterskameraden und überreicht ihnen ein kleines Geschenk.
Mit Lothar Doll konnte er dann offiziell ein neues Mitglied in den Reihen der Senioren aufnehmen.
Jugendfeuerwehr
Den Bericht der Jugendfeuerwehr trug Maciej Cielen gekonnt vor. Die Jungs und Mädchen absolvierten 20 Übungen mit den unterschiedlichsten Themen. Beim Sommerfest unterstützen sie tatkräftig beim Leergut- und Geschirreinsammeln sowie beim Essenaustragen. Ein Highlight war der Jahresausflug zum Freizeit- und Sportzentrum am Mehliskopf. Zunächst konnte man sich je nach Können im Klettergarten beweisen, bevor dann alle riesigen Spaß auf der Rodelbahn hatten. Am Weihnachtsmarkt bewirtete die Jugendfeuerwehr mit ihren Betreuern mit Bruzzelfleisch, welches bei den Besuchern sehr gut ankam. An der gemeinsamen Weihnachtsfeier der Feuerwehrfamilie nahmen die Jugendlichen wie immer teil und zum Jahresabschluss gab es ein gemütliches Pizzaessen.
Kassenbericht
Der von Kassierer Günter Schwarz detailliert vorgestellte Kassenbericht zeigte einen soliden Stand. Die Kassenprüfer Lukas Spitzmüller und Christian Karle prüften im Vorfeld die Kasse und konnten eine einwandfreie Führung bestätigen.
Ansprache des Bürgermeisters
Nach den Rückblicken ergriff Bürgermeister Erhardt das Wort. Er sei stolz, eine so gut funktionierende und schlagkräftige Wehr in seiner Gemeinde zu haben. Schon lange ist es nicht mehr selbstverständlich, sich in einem Ehrenamt zu engagieren. Eine Feuerwehr funktioniere nur in Gemeinschaft, wo sich jeder auf den anderen verlassen muss, vor allem in den Einsätzen ist es essenziell, sich blind zu verstehen und einander vertrauen zu können.
Das Einsatzspektrum verändert sich immer mehr, technische Hilfe wie z. B. Türöffnungen und Unterstützung des Rettungsdienstes nehmen zu und stellen neue Herausforderungen an die Feuerwehr. Die Gemeinde wird immer bestrebt sein, im Rahmen der Möglichkeiten die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, damit die Wehr schlagkräftig Hilfe leisten kann. Die Kommandanten legen hierzu jedes Jahr einen detaillierten Wirtschaftsplan vor, wo ausschließlich wichtige Beschaffungen aufgelistet sind. Er lobte den tollen Bericht der Jugendfeuerwehr, und freute sich über die rege Jugendarbeit, welche die Zukunft der aktiven Wehr bedeutet. Allen Feuerwehrangehörigen sprach er seinen Dank für die ehrenamtlich geleisteten Tätigkeiten aus. Auch die Familien im Hintergrund vergaß er nicht, die oft die vielen Feuerwehrtermine tolerieren müssen.
Aus gegebenem Anlass blickte er bei den Dankesworten für Kommandant und seinen Stellvertretern auf deren nun abgelaufene jeweils 10-jährige Amtszeit zurück. Es wurde sehr viel bewirkt und er ist sich absolut sicher, dass Heiko Spinner eine funktionierende Wehr an seinen Nachfolger übergeben wird. Viele „Kühe“ mussten in diesem Zeitraum sprichwörtlich vom „Eis“ geholt werden. Am meisten im Gedächtnis blieben eine völlig neue und unbekannte Situation während der Corona-Epidemie, die Neubeschaffung des Tanklöschfahrzeuges und jetzt aktuell die Umrüstung auf den Digitalfunk. Er als Bürgermeister könne auf jeden Fall auf eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Feuerwehrführung zurückblicken und wünschte sich, dass die ausscheidenden Führungskräfte auch weiterhin ihr Wissen und ihre Erfahrung in die Feuerwehrarbeit einbringen.
Wolfgang Schwarz geehrt
Ein verdienter Feuerwehrangehöriger konnte für 40-jährige aktive Dienstzeit ausgezeichnet werden. Kommandant Heiko Spinner war es eine Ehre, an Wolfgang Schwarz das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold des Landes Baden-Württemberg zu überreichen. Wolfgang ist seit der Jugendfeuerwehr ein äußerst aktives und vorbildliches Mitglied der Nordracher Feuerwehr, seit vielen Jahren Atemschutzgeräteträger und bei Festen der Fahnenträger. Für ihn selbstverständlich ist die Teilnahme an Arbeitseinsätzen, zudem kümmert er sich um die Pflege der Außenanlagen am Feuerwehrgerätehaus. Auch die Kameradschaftspflege ist ihm immer wichtig, wozu er mit seiner Frau Maria oft schon mit Speis und Trank beigetragen hat.
Durch sein Engagement ist auch seine Tochter Carina in die Jugendfeuerwehr eingetreten und ist mittlerweile ebenfalls sehr engagiert in der aktiven Wehr tätig.
Alle Posten konnten besetzt werden
Beim nächsten Tagesordnungspunkt standen die Wahlen der gesamten Führung für die nächsten fünf Jahre an. Viele Posten galt es neu zu besetzen, da die bisherigen Amtsinhaber nicht mehr zur Wahl bereitstanden. Kommandant Heiko Spinner sowie sein 2. Stellvertreter Clemens Isenmann wollten ihre Ämter nach 10-jähriger Tätigkeit in jüngere Hände abgeben. Glücklicherweise konnten schon im Vorfeld genügend Kandidaten bzw. Kandidatinnen für die vakanten Posten gefunden werden.
In geheimer Wahl wurde Manuel Nepple zum Kommandanten und Johannes Schnurr zu seinem Stellvertreter gewählt und das jeweils einstimmig, welch großer Vertrauensbeweis.
Neuer Schriftführer ist nun Patrick Öhler, er folgt auf Rolf Braun, um die Kasse kümmert sich zukünftig Markus Lang, bisher war dies Günter Schwarz. Beide wurden ebenfalls einstimmig gewählt. Die „Ehemaligen“ werden ihre Nachfolger im Hintergrund, wenn nötig, selbstverständlich noch tatkräftig unterstützen.
Im Feuerwehrausschuss gab es ebenfalls große Veränderungen. Neu in dieses Gremium wählte die Versammlung mit großer Mehrheit Markus Lang, Lukas Lehmann, Heiner Müller und Lukas Spitzmüller. Als neu gewählter Schriftführer gehört zudem Patrick Öhler künftig dem Ausschuss an. Auf eigenen Wunsch ausgeschieden sind Clemens Isenmann, Christian Karle, Fabian Lehmann, Günter Schwarz und Heiko Spinner.
Emotionale Verabschiedung
Sowohl der scheidende Kommandant, seine Stellvertreter sowie Kassierer und Schriftführer erhielten als Anerkennung ihrer langjährigen Tätigkeiten ein Präsent seitens der Gemeinde aus der Hand von Bürgermeister Erhardt.
Als erste Amtshandlung bedankte sich der „neue“ Kommandant Manuel Nepple und sein „neuer“ Stellvertreter Johannes Schnurr bei ihren Vorgängern. Als Überraschungsgäste hatte man die beiden Frauen, Simone und Kati, eingeladen. Unter großen Applaus erhielten beide einen großen Blumenstrauß, sie hatten doch öfters wegen der vielen Feuerwehrtermine ihrer Männer auf diese verzichten müssen. Zudem halfen sie immer tatkräftig bei unzähligen Veranstaltungen mit und sorgten mit entsprechender Deko für ein schönes Ambiente. Auch vom Geschenk aus den Reihen der aktiven Wehr, welches ihre Männer erhielten, werden sie noch profitieren können. Es wurde so gewählt, dass es gemeinsam eingelöst bzw. genutzt werden kann.
Abschließende Dankesworte
Zum Ende seiner letzten Sitzung als Kommandant, dankte Heiko Spinner in einer sehr emotionalen Ansprache allen aus Feuerwehr und Verwaltung, die ihm in seiner 10-jährigen Amtszeit zur Seite standen und ihn unterstützten. Man stehe zwar an der Spitze der Feuerwehr, diese funktioniere aber niemals nur mit einer Person, sondern mit der ganzen Mannschaft. Es gab nicht nur schöne Momente, viele Einsätze wurden bewältigt, teils mit belastenden Situationen. Aber jedes Mal konnte er sich auf „sein“ Team verlassen, egal ob mitten in der Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen. Entscheidungen mussten getroffen werden, auch solche, welche nicht allen gefallen haben. Jeder hat sich nach seinen Fähigkeiten eingebracht, bei Ausbildung, der Unterhaltung der Technik, in der Jugendarbeit, der Altersabteilung, bei Veranstaltungen und der Kameradschaftspflege. Er blickte dankbar auf die vielen gemeinsamen Stunden zurück, die ihm auch viel Spaß und Freude bereitet haben.
Eine Feuerwehr lebt von Zusammenhalt, von Menschen, die füreinander einstehen, und genau das habe er in dieser Zeit erlebt. Der neuen Führung wünschte er viel Erfolg, ein glückliches Händchen und immer eine gesunde Rückkehr von den Einsätzen. Es sei überzeugt, dass die Nordracher Feuerwehr weiterhin in guten Händen sein wird.
Seine Ansprache beschloss er mit den Worten: „Es war mir eine große Ehre euer Kommandant gewesen zu sein“!
Spontan erhoben sich alle von ihren Plätzen und zollten „ihrem“ scheidenden Kommandanten einen langanhaltenden, frenetischen Applaus, was ihn sichtlich berührte.
Nach diesem emotionalen Moment hatten einige Kameraden zur Überraschung aller Stehtische aufgebaut, an denen bei anregenden Gesprächen mit einem oder auch mehreren Gläschen Sekt auf Altes und Neues angestoßen werden konnte. Fehlen durfte auch nicht Heikos Lieblingslied „Die Fischerin vom Bodensee“, bei dem er lautstark mitsang und sich sogar noch zu einem Tänzchen mit seiner Simone hinreißen ließ.





