Die Trachtenkapelle Nordrach präsentierte sich musikalisch auf einem hohen Niveau und begeisterte die Konzertbesucher.
Einen rundum gelungenen und eindrucksvollen Konzertvormittag erlebten die Besucher bei der Frühjahrs-Matinee der Trachtenkapelle Nordrach im Bürgerhaus. Bereits vor Konzertbeginn füllte sich der Saal mit Einheimischen sowie Blasmusikfreunden aus der Region – ein Zeichen für die große Verbundenheit zur Kapelle und die Vorfreude auf das angekündigte Programm. Jedoch hätte sich die Trachtenkapelle Nordrach über noch mehr Zuhörer aus den Reihen der Einheimischen gefreut. Pünktlich um 10:30 Uhr begann die Matinee unter der musikalischen Leitung von Dirigentin Annette Tafler.
Zu Beginn begrüßte die 1. Vorsitzende Melanie Junker die Gäste herzlich – auch im Namen ihres Vorstandskollegen Simon Huber sowie der Dirigentin. In ihren einleitenden Worten brachte sie ihre Freude über den guten Besuch zum Ausdruck und betonte die besondere Bedeutung solcher Veranstaltungen: Dass sich so viele Menschen die Zeit nehmen, gemeinsam einen musikalischen Vormittag zu verbringen, sei nicht nur eine große Wertschätzung, sondern zugleich Ansporn für das Orchester, sein Bestes zu geben. Besonders willkommen hieß sie die Ehrenmitglieder des Vereins, den Verbandspräsidenten des Blasmusikverbands Kinzigtal, Stefan Polap, sowie die Ehrengäste Dr. Dr. Thomas Helling von der Praxis OrthoDenta in Hausach und den Nordracher Unternehmer Michael Schnurr, der jedoch kurzfristig verhindert war.
Ein Festmarsch zum Auftakt
Mit dem festlichen „Festmarsch“ von Johann Strauß (Sohn) eröffnete die Kapelle das Konzert eindrucksvoll. Die klangvolle Wucht und der charakteristische Wiener Charme dieses Werkes wurden von den Musikerinnen und Musikern hervorragend umgesetzt. Mit viel Ausdruckskraft und musikalischem Feingefühl gelang es dem Orchester, die Zuhörer in die Zeit des späten 19. Jahrhunderts zu entführen – ein Auftakt, der für erste Gänsehautmomente sorgte und die hohe Qualität des Klangkörpers eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Durch das abwechslungsreiche Programm führten die Moderatorinnen Melanie Kimmig und Alina Heidmann, die mit Charme, Witz und interessanten Hintergrundinformationen gekonnt durch die Matinee leiteten. Dirigentin Annette Tafler hatte ein vielseitiges und stimmig aufgebautes Programm zusammengestellt, das ganz im Zeichen des Frühlings stand – einer Zeit des Neubeginns, der Energie und der Lebensfreude.
Magische Atmosphäre
Ein besonderer Programmpunkt war die Aufführung von „The Polar Express“ in der Bearbeitung von Michael Story. Mit viel Gefühl und klanglicher Tiefe gelang es der Kapelle, die magische Atmosphäre dieser Geschichte lebendig werden zu lassen. Ruhige, geheimnisvolle Passagen wechselten sich mit schwungvollen und kraftvollen Abschnitten ab und nahmen das Publikum mit auf eine musikalische Reise voller Fantasie und Emotion.
Im Anschluss tauchten die Zuhörer mit dem Soundtrack aus „Tarzan“ in die Welt des Dschungels ein. Die unterschiedlichen Facetten dieses Werkes wurden eindrucksvoll herausgearbeitet: Die kraftvollen Rhythmen in „Zwei Welten“ spiegelten die Energie und Dynamik des Urwalds wider, während „Krach im Lager“ mit spielerischer Leichtigkeit und hörbarer Freude dargeboten wurde. Hier überzeugte insbesondere die präzise Umsetzung der perkussiven Elemente, die sowohl bei den Musikern als auch beim Publikum für sichtliche Begeisterung sorgte. Den emotionalen Höhepunkt dieses Programmteils bildete schließlich „Dir gehört mein Herz“. Mit großer Sensibilität interpretiert, berührte dieses Stück die Zuhörer tief und wurde zu einem der bewegendsten Momente des Vormittags.
Neue Vereinskleidung ermöglicht
Im Anschluss richtete Melanie Junker erneut das Wort an das Publikum, um einen besonderen Dank auszusprechen. Sie würdigte die großzügige Unterstützung durch Dr. Dr. Thomas Helling und Michael Schnurr, die durch ihre Spenden die Anschaffung neuer Vereinskleidung ermöglicht hatten. Solch ein Engagement sei keineswegs selbstverständlich und zeige eine enge Verbundenheit zur Trachtenkapelle sowie zur Blasmusik insgesamt. Als Zeichen der Anerkennung wurden kleine Präsente überreicht.
Ein weiterer Höhepunkt folgte mit den Ehrungen verdienter Mitglieder in Zusammenarbeit mit dem Blasmusikverband Kinzigtal. Für 25, 40 und sogar 60 Jahre aktives Musizieren wurden langjährige Mitglieder ausgezeichnet – ein beeindruckendes Zeugnis für Treue, Engagement und die starke Gemeinschaft innerhalb des Vereins.
Passend zu diesem Anlass erklang im zweiten Konzertteil das Stück „Jubiläumsklänge“ von Peter Schad. Die schwungvolle Marsch-Polka unterstrich die feierliche Stimmung und wurde den Geehrten gewidmet. Mit „Sempre Unita“ von Michael Geisler, gespendet von der Klarinettistin Carina Huber, setzte die Kapelle ein musikalisches Zeichen für Zusammenhalt und Verbundenheit – Werte, die an diesem Vormittag spürbar im Mittelpunkt standen.
Ein weiteres Glanzlicht war das Stück „Best Friends“, bei dem insbesondere das einfühlsame Tenorhorn-Solo von Christian Körnle hervorzuheben ist. Mit großer musikalischer Präzision und Ausdruckskraft gelang ihm eine beeindruckende Darbietung, die vom Orchester feinfühlig begleitet wurde. Das Zusammenspiel war bemerkenswert abgestimmt und wurde vom Publikum mit großem Applaus gewürdigt.
Mit „Arrival“ von ABBA präsentierte die Kapelle zum Abschluss des offiziellen Programms ein eher selten gespieltes Werk, das durch seine hymnische Klangsprache und majestätische Wirkung überzeugte. Auch hier zeigte sich einmal mehr die musikalische Reife des Orchesters.
Standing Ovations
Doch das Publikum ließ die Musikerinnen und Musiker nicht ohne Zugaben gehen. Unter langanhaltendem Applaus und Standing Ovations folgten gleich mehrere Zugaben. Mit „Hello“ von Adele gelang ein gefühlvoller Kontrast, bevor ein unterhaltsames Medley deutscher Volkslieder für heitere Stimmung sorgte. Den krönenden Abschluss bildete schließlich das „Badner-Lied“, bei dem der gesamte Saal nochmals mitging.
Sichtlich bewegt und voller Freude nahmen die Musiker den anhaltenden Applaus entgegen. Die intensive Probenarbeit der vergangenen Wochen hatte sich eindrucksvoll ausgezahlt. Die Trachtenkapelle Nordrach präsentierte sich musikalisch auf einem hohen Niveau und zeigte deutlich ihre kontinuierliche und äußerst positive Entwicklung in den vergangenen Jahren.
Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein mit Sekt und Hefezopf nutzten viele Gäste die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Eindrücke des Konzerts nachklingen zu lassen. In entspannter Atmosphäre fand ein musikalischer Vormittag seinen Ausklang, der nicht nur durch seine Qualität überzeugte, sondern vor allem durch seine Herzlichkeit, seine Emotionen und die spürbare Freude an der Musik.





