Mitreißende Auftritte, berührende Augenblicke und ein Finale, bei dem die ganze Halle mitsingt.
Foto: Veranstalter
Foto: Veranstalter
Foto: Veranstalter
Foto: VeranstalterAm vergangenen Samstag, hat der „Chor für Alle“ – Liederkranz Biberach e.V. die Festhalle Biberach in einen Konzertsaal verwandelt. Unter dem Motto „Unser Traum – viele Stimmen“ trafen sich auf der Bühne drei Generationen: der Kinderchor KiKiBi, der Gesangverein Gengenbach-Schwaibach und der gastgebende „Chor für Alle“.
Das Publikum – die Halle war gut gefüllt – bekam einen Abend geboten, der von der ersten bis zur letzten Minute kurzweilig, warmherzig und musikalisch überraschend vielseitig war.
Die Kleinsten zuerst – und mittendrin im Herzen des Publikums
Den Auftakt machte der Kinderchor KiKiBi (Kirchen-Kinder Biberach) unter der musikalischen Leitung von Sonja Große und der organisatorischen Leitung von Ilka Heizmann. Die Jüngsten – Kinder ab vier Jahren – eröffneten mit „Das Lied über mich“ und „Das Lied vom Anderssein“. Mit strahlenden Augen, großen Gesten und sichtlicher Freude am Singen zogen die Kleinen das Publikum sofort in ihren Bann. Hier wurde nicht nur gesungen, hier wurde mit dem ganzen Körper musiziert – mit Bewegung, mit Mimik, mit ansteckender Begeisterung.
Dann kamen die „Großen“ – die Kinder ab acht Jahren – dazu, und gemeinsam mit den Kleinen erklang das schwungvolle „Gummibären-Lied“ als verbindendes Lied beider Altersgruppen. Ein berührender Moment, in dem auf der Bühne genau das sichtbar wurde, was das Konzertmotto meint: viele Stimmen, ein Traum. Und dann kam die Überraschung für das Publikum: Nach dem Lied zogen alle Kinder von der Bühne und verteilten durch die Reihen kleine Tüten mit Gummibären. Ein Schmunzeln nach dem anderen, freudige Gesichter überall im Saal – eine charmante Geste, die das Lied noch einmal mit allen Sinnen erlebbar machte.
Nachdem die Kleinen den Saal verlassen hatten, kehrten die „Großen“ auf die Bühne zurück und präsentierten mit „Der, die, das! Wer, wie, was?“ aus der Sesamstraße, „Hey Pippi Langstrumpf“ und dem mitreißenden „Auf uns!“ von Andreas Bourani drei Lieder, die den Bogen von der Kindheitserinnerung bis zur jugendlichen Lebensfreude spannten.
Eine Besonderheit, die man den Auftritten der „Großen“ sofort anmerkte: Die Kinder haben ihre Lieder selbst ausgesucht – und auch die Bewegungen und die Dynamik, das Lauter und Leiser, die Gesten und den Ausdruck, selbst erarbeitet. Dass sie damit ihre eigene Handschrift auf die Bühne bringen durften, hat die Kinder sichtlich beflügelt. Man sah es in den Gesichtern, man hörte es in den Stimmen: Hier singt kein einstudiertes Kinderprogramm, hier stehen junge Menschen, die ihre Lieder singen – und genau so, wie sie sie singen wollen. Der Applaus war entsprechend herzlich, und mancher Besucher tupfte sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel.
Die Männerchöre: von Sonnenliedern zu „Rock Mi“
Nach den Kindern übernahmen die Männerstimmen. Den Anfang machten die Herren des Gesangvereins Gengenbach-Schwaibach unter der Leitung von Alexandra Lauer. Mit „Jeder Tag ein Sonnentag“ (Gerhard Grote, arr. Pasquale Thibaut) und Udo Jürgens‘ nachdenklichem „Ihr von Morgen“ (arr. Hans-D. Kuhn) setzten sie zunächst gefühlvolle Akzente. Der Männerchor aus Gengenbach-Schwaibach überzeugte dabei wieder mit dem, wofür er bekannt ist: ausdrucksstarker Chorklang und klare Textverständlichkeit.
Dann waren die Männer des „Chor für Alle“ an der Reihe – und sie legten einen Gang zu.
Mit Peter Maffays Klassiker „Über sieben Brücken“ begann es noch balladenhaft, „Der wilde Westen“ von Truck Stop brachte Country-Stimmung in die Halle – und dann kam „Rock Mi“ vom voXXclub. Spätestens hier war es vorbei mit dem stillen Zuhören: Das Publikum klatschte mit, wippte in den Sitzen, einige sangen leise mit. Die Halle bebte. Die Arrangements aller drei Titel stammen aus der Feder von Eckhard Hehrer und waren den Stimmen der Biberacher Sänger wie auf den Leib geschneidert.
Die gemischten Chöre: von „Lass die Sonne in Dein Herz“ bis „Expresso & Tschianti“
Nach der Bewirtungspause, während der über den Beamer die Logos und Anzeigen der Sponsoren und Inserenten liefen – jener Firmen und Partner aus der Region, die mit Geldspenden oder Anzeigen im Programmheft das Konzert überhaupt erst möglich gemacht haben –, gehörte die Bühne den gemischten Chören. Wieder eröffnete der GV Gengenbach-Schwaibach mit „Lass die Sonne in Dein Herz“, „Die kleine Kneipe“ und Peter Alexanders „Feierabend“ – Lieder, bei denen sofort eine heimelige, gemütliche Stimmung in der Halle lag.
Dann war der gemischte „Chor für Alle“ an der Reihe. Und hier zeigte sich eindrucksvoll, welche Entwicklung dieser noch junge Chor genommen hat: Was vor zwei Jahren als zeitlich begrenzter Projektchor begonnen hatte, ist inzwischen ein fester, klanglich ausgewogener gemischter Chor, der selbstbewusst neben dem traditionsreichen Männerchor steht. Mit Udo Jürgens‘ „Die Sonne und du“, dem von Kerstin Ott und Helene Fischer bekannten „Regenbogenfarben“ und dem herrlich augenzwinkernden „Expresso & Tschianti“ (Josh, arr. Oliver Gies) bot der gemischte Chor eine moderne, publikumsnahe Auswahl, die bewies: Chorgesang ist alles andere als verstaubt.
Der gemeinsame Höhepunkt – und ein Saal, der mitsingt
Dann kam der Moment, auf den der ganze Abend zugelaufen war: alle Chöre gemeinsam auf der Bühne. Mit „Musik kennt keine Grenzen“, „Überall soll Frieden sein“ und „Lieder sind die besten Freunde“ gaben die vereinten Stimmen aus Biberach und Gengenbach-Schwaibach drei Lieder zum Besten, die genau das verkörperten, was das Motto versprochen hatte: die Kraft, die entsteht, wenn viele Stimmen einen Traum teilen. Vor dem letzten Lied gingen Spendentaschen durch die Reihen. Das Konzert war, wie jedes Jahr, ohne Eintritt – die Unterstützung des Publikums durch freiwillige Spenden ist ein zentraler Baustein, damit diese kulturelle Arbeit weitergehen kann. Das Publikum dankte es den Chören mit großzügiger Hand.
Und dann, zum Finale, erhob sich die Festhalle: „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ – das Schlusslied, gesungen von allen Chören und vom gesamten Publikum gemeinsam.
Der Text lag im Programmheft bereit, und so wurde aus dem Schlusslied genau das, was es sein sollte: ein gemeinsamer Moment, den niemand im Saal so schnell vergessen wird.
Eine besondere Note bekam das Lied dadurch, dass die Strophen von einem kleinen Trio getragen wurden: den beiden Dirigentinnen Sonja Große und Alexandra Lauer sowie dem 1. Vorsitzenden Markus Heizmann. Zu dritt sangen sie die Strophen – und in den Refrain stimmten dann alle Chöre und das Publikum ein. Ein würdiger, stimmungsvoller Abschluss eines Abends, der seinem Motto mehr als gerecht geworden ist.
Stimmen aus dem Publikum
Die Rückmeldungen nach dem Konzert waren einhellig positiv. „Man erkennt die Steigerung seit dem letzten Konzert“, meinte ein langjähriger Besucher. „Kurzweilige Unterhaltung“ war ebenso zu hören wie „das mit den Kindern war sehr schön“. Gelobt wurde die „sehr gute, moderne Liedauswahl“, das „gut Vorgetragene“ – und immer wieder der Satz: „Man sieht, mit wieviel Herzblut die Sängerinnen und Sänger die Lieder singen.“
Genau das ist das Kompliment, über das sich ein Chor am meisten freut.
Dank an alle, die das möglich gemacht haben Am Ende des Abends fand der 1. Vorsitzende Markus Heizmann deutliche und herzliche Worte des Dankes. Sein großer Dank galt den Sponsoren und Inserenten, die mit Geldspenden oder Anzeigen im Programmheft das Konzert getragen haben – ohne diese finanzielle Unterstützung, so Heizmann, wäre ein Konzert in dieser Form schlicht nicht möglich. Gedankt wurde ebenso dem Musikverein Biberach und dem kath. Kirchenchor Biberach für die Bewirtung, allen Helferinnen und Helfern im Hintergrund sowie natürlich dem Publikum für sein Kommen und seine Spenden.
Ein besonderer Dank der Sängerinnen und Sänger ging an die musikalische Gesamtleitung Sonja Große, an die Chorleiterin des GV Gengenbach-Schwaibach Alexandra Lauer, an die Klavierbegleitung durch Michaela Große und an Ilka Heizmann für die organisatorische Leitung des Kinderchors.
Ein Chor, der offen ist – für alle
Der „Chor für Alle“ – Liederkranz Biberach e.V. ist der älteste Verein in Biberach, gegründet 1867. Dass ein so traditionsreicher Verein heute so modern, so jung und so offen auftritt, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Chorarbeit in den vergangenen Jahren. Wer Lust bekommen hat, selbst mitzusingen – in welcher Stimmlage, mit welcher Vorerfahrung auch immer – ist herzlich eingeladen, unverbindlich in einer Probe hereinzuschnuppern. Informationen dazu gibt es unter www.chor4alle.de oder per E-Mail an info@chor4alle.de.
Oder, um es mit dem Schlusslied zu sagen: „So ein Tag, der dürfte nie vergehen.“




