Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung erhielten 18 Absolventinnen und Absolventen der Fachschule für Landwirtschaft Offenburg ihre Urkunden als „Staatlich geprüfte Fachkraft für Brennereiwesen“.
Die Verleihung fand kurz nach der Aufnahme der handwerklichen Brennkunst in das immaterielle Kulturerbe der UNESCO statt.
Nach eineinhalb Jahren berufsbegleitender Ausbildung hat die zwölfte Brennerklasse der Fachschule für Landwirtschaft am Landratsamt Ortenaukreis ihren erfolgreichen Abschluss gefeiert. 17 Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2023–2025 sowie eine Teilnehmerin der vorherigen Klasse bestanden die Prüfungen zur „Staatlich geprüften Fachkraft für Brennereiwesen“ und zum Berufsabschluss „Brennerin/Brenner“.
Für herausragende Leistungen wurden Yannick Birk (Oberkirch-Zusenhofen), Florian Gumberger (Überlingen), Jan Späth (Durbach) und Stefan Vollmer (Oberkirch) als Jahrgangsbeste besonders geehrt. Zusätzlich bestand Ann-Kathrin Schmider (Zell am Harmersbach) erfolgreich die Prüfung zur „Brennerin“.
Wertvolle Ausbildung mit Tradition
Die Ausbildung umfasst rund 600 Unterrichtsstunden und verlangt den Teilnehmenden neben Beruf, Hof und Familie ein hohes Maß an Engagement ab. Arno Zürcher, Leiter des Amts für Landwirtschaft, lobte die Leistung der Absolventinnen und Absolventen: „Seit Einführung des Ausbildungszweigs im Jahr 2000 konnten wir bereits 230 Fachkräfte ausbilden – einige davon weit über die Region hinaus.“
Auch Klassenlehrerin Maria Gille betonte den hohen Stellenwert der Ausbildung: Neben fundierter Fachkenntnis entstünden auch dauerhafte Netzwerke und Freundschaften. Der besondere Zeitpunkt der Abschlussfeier unterstreicht die Bedeutung des Handwerks: Ende März 2025 wurde die handwerkliche Brennkunst in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Kulturerbe Brennkunst
Die Anerkennung durch die UNESCO würdige die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung des Brennereiwesens, so Gille. „Es sichert den Erhalt der Streuobstwiesen und damit auch die Artenvielfalt und Kulturlandschaft im süddeutschen Raum.“
Gemeinsam mit Julia Happel (Regierungspräsidium Freiburg), Ulrich Müller (Präsident des Verbands Badischer Klein- und Obstbrenner „Badens Brenner“) sowie Arno Zürcher überreichte Gille die Zeugnisse und Urkunden an die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen.
Hintergrund
Die Fachklasse für Klein- und Obstbrennereien vermittelt praxisnahes Wissen in Brenntechnik, Destillatherstellung, Betriebsführung, Marketing, Ökologie, Rohstofferzeugung und Landschaftspflege.
Die Ausbildung erfolgt in Teilzeit und dauert 18 Monate. Bei entsprechender Qualifikation kann zusätzlich die Berufsabschlussprüfung „Brenner/Brennerin“ abgelegt werden.
Nächste Ausbildungsrunde startet im Herbst
Die nächste Fachklasse startet voraussichtlich im November 2025 – vorbehaltlich ausreichender Anmeldungen. Eine Informationsveranstaltung zur Ausbildung 2025–2027 findet am Donnerstag, 10. Juli 2025, um 18 Uhr im Amt für Landwirtschaft Offenburg, Prinz-Eugen-Straße 2, statt. Weitere Informationen unter www.fsl-offenburg.de.





