Fünf Jahre nach der Fusion steht die Sparkasse Kinzigtal solide da. Das Geldinstitut investiert in die Hauptstelle und setzt weiterhin auf Nähe zur Region.
Die Sparkasse Kinzigtal hat am Mittwoch ihre Geschäftszahlen für das vergangene Jahr bei der Bilanzpressekonferenz vorgestellt – im neuen Sitzungszimmer mit Blick über die Dächer der Haslacher Altstadt. 13 Millionen Euro investiert das Institut gerade in den Umbau der Hauptstelle. „Es ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Häuser Haslach und Gengenbach“, erklärt Vorstand Carlo Carosi. 2.600 Quadratmeter werden fit gemacht für moderne Arbeitsplätze für bis zu 100 Beschäftigte. Auch in Sachen Gebäudeeffizienz tut sich einiges. Die Wiedereröffnung des Hauses für den Kundenverkehr ist zur Jahresmitte geplant.
Aber noch ist vieles nicht fertig. Elektriker, Trockenbauer, Stuckateure und Bodenleger arbeiten parallel. Im Eingangsbereich lässt sich aktuell die zentrale Anlaufstelle für Kunden, die Kundendialoginsel, nur erahnen. Wärmepumpe und Klimatechnik stehen, auch Photovoltaik ist installiert – „in der Altstadt alles nicht so einfach“, sagt Vorstand Sebastian Lebeck.
Stabil trotz schwierigem Umfeld
Carosi und Lebeck beschreiben einleitend ein schwieriges gesamtwirtschaftliches Umfeld. Der Immobilienmarkt kühle ab, die Kreditnachfrage sei deutschlandweit gedämpft. Insolvenzen nähmen allgemein zu, auch wenn es letztes Jahr unter ihren eigenen Geschäftskunden nur eine Insolvenz gegeben hätte. Aktienmärkte liefen stark, Gold sei sehr gefragt. Die Zahlen, die sie vorstellen, fallen trotzdem solide aus.
Nach wie vor hält die Sparkasse Kinzigtal einen Marktanteil von rund 50 Prozent im privaten und gewerblichen Girogeschäft. Die Kundinnen und Kunden haben rund 1,4 Milliarden Euro angelegt. Dem stehen vergebene Kredite von etwa 1,2 Milliarden Euro gegenüber. Die Bilanzsumme liegt bei 1,84 Milliarden Euro, der Gewinn bei knapp 1,5 Millionen Euro (+6,3 Prozent). Die Eigenkapitalbasis ist in den vergangenen fünf Jahren um rund 30 Prozent gewachsen.
Dynamisches Wachstum
Genauer zeigt sich die Entwicklung im Detail. Deutlich gewachsen ist etwa das Wertpapiergeschäft. Es legte um 13,4 Prozent zu. Viele Kunden setzen stärker auf langfristige Geldanlage – und mit S-NEO wird künftig auch ein Depot für Selbstentscheider in der Sparkassen-App bereitstehen. „Gleichzeitig bleibt für uns klar“, sagt Sebastian Lebek, „dass gute Anlageentscheidungen vor allem dort entstehen, wo individuelle Ziele, Wünsche und die persönliche Risikoneigung berücksichtigt werden. Das gelingt am besten im persönlichen Gespräch.“
Nachfrage nach Krediten steigt
Mit dem Kreditgeschäft sind die Sparkassen-Chefs ebenfalls zufrieden. Insgesamt sagte das Geldinstitut im letzten Jahr Darlehen in Höhe von 184 Millionen Euro zu (+10 Prozent), davon gingen 107 Millionen Euro an Privatkunden. „581 Familien im Kinzigtal konnten wir zum Beispiel dabei unterstützen, sich den Wunsch nach einem Eigenheim zu erfüllen“, berichtet Carosi. An Förderkrediten flossen zusätzlich 24 Millionen Euro in die Region.
Prämierte Banking-App
Online-Banking ist mittlerweile der meistgenutzte Kontaktweg: 77 Prozent der Kunden nutzen inzwischen das digitale Angebot. Die App wurde von „Handelsblatt“ und „Capital“ ausgezeichnet und wird ständig weiterentwickelt.
Eine Herzensangelegenheit der beiden Vorständ ist das einfache Bezahlen. Genauer gesagt beim System „Wero“. Mit Wero können Nutzer per Handy in Echtzeit Geld von Konto
zu Konto senden, etwa an Freunde oder beim Online-Einkauf. Zahlungen im stationären Handel werden im Laufe des Jahres 2026 möglich sein. Die Sparkassen sehen darin eine europäische Alternative zu Anbietern wie Paypal und wollen die Abhängigkeiten von US-Diensten verringern. Voraussetzung ist, dass Wero in der Sparkassen-App freigeschaltet ist.
Sparkasse bleibt vor Ort
Die Rolle der digitalen Angebote ordnet Sebastian Lebek folgendermaßen ein: „Wir nutzen digitale Angebote, um noch näher, noch schneller und noch komfortabler für unsere Kundinnen und Kunden da zu sein. Wer uns persönlich aufsuchen möchte, findet uns in den Filialen. Wer uns digital erreichen will, in der App und Online.“ Als gute Nachricht für die Kunden kann sicherlich auch vermerkt werden, dass aktuell keine Schließungen von Filialen oder der Abbau von Geldautomaten geplant ist.
Den kompletten Bericht finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.





