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Zell-Unterharmersbach | 20.01.2021

Zum Tod von Gottfried Gutmann

Hohe Verdienste um Heimat und Brauchtum – Er war Ehrenkommandant der historischen Bürgerwehr Unterharmersbach und langjähriger Leiter des Heimatmuseums Fürstenberger Hof

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von Hans-Peter Wagner

Mit großer Trauer und Bestürzung wurde von der Bevölkerung die Nachricht vom Tod des Ehrenkommandanten der historischen Bürgerwehr Unterharmersbach und des langjährigen Leiters des Heimatmuseums Fürstenberger Hof, Major Gottfried Gutmann aufgenommen. Obwohl er seit vielen Jahren an einer schweren, unheilbaren Lungenkrankheit litt und er immer wieder das Krankenhaus aufsuchen musste, kam sein Tod doch überraschend. In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag hörte sein Herz auf zu schlagen.

Foto: Archivfoto: Hans-Peter Wagner
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Gottfried Gutmann zählte zu den profiliertesten Persönlichkeiten in Unterharmersbach. Er war weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Für seinen langjährigen vorbildlichen Einsatz für Heimat und Brauchtum erwarb er sich höchste Anerkennung. Das Land ehrte ihn 2008 für seine herausragenden Verdienste im Rahmen eines großen Festaktes in Ulm mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg.

Der Verstorbene kam in Oberentersbach auf dem vorderen Gutmannshof zur Welt. Als er aus der Schule kam, musste er sechs Jahre auf den steilen Hängen zu Hause in der Landwirtschaft mithelfen, wie es damals auf den Höfen üblich war. Erst danach absolvierte er seine Ausbildung als Landwirtschaftsgehilfe beim Bürgermeister von Billafingen am Bodensee. Sofort danach erlernte er im Haslacher Raiffeisenmarkt den Beruf des Kaufmanns. Schon 1970 wurde ihm der Einkauf der landwirtschaftlichen Artikel übertragen. Das war gut so, denn die Landwirtschaft war und blieb sein Hauptthema. Aus dem ganzen Kinzigtal von Schapbach bis nach Steinach kamen die Bauern, um sich von ihm beraten zu lassen. 1.000 Bauern betreute er in seinem Kundenstamm und alle zur vollsten Zufriedenheit. Für jedes Kräutlein hatte er ein Mittel und für das Vieh im Stall wusste er stets, was richtig war. Er war mit seiner Sachkenntnis und seinem berühmten Lächeln das Markenzeichen des Marktes.

Täglich im Dienst des Heimatmuseums

Als er nach 38 Jahren in den Ruhestand ging, wartete auf ihn schon eine neue große und reizvolle Aufgabe: Die Leitung des bekannten Heimatmuseums Fürstenberger Hof. Mit seiner ganzen Persönlichkeit und Kraft hat er sich als Museumsleiter tagtäglich eingebracht und in den Dienst des Heimatmuseums und unserer Heimat gestellt. Bei ihm erfuhren die Besucher authentisch und aus eigenem Erleben, wie das Leben auf dem Bauernhof früher war. Den Hof hielt er zusammen mit dem Museumsteam vorbildlich in Schuss.

Bei der Vorbereitung der Heimfeste war er im ganzen Schwarzwald unterwegs, um Kühe und Ochsen zu finden, die beim Festzug den Wagen zogen. Und er war sich nicht zu schade, zusammen mit seiner Frau Monika die Festzugteilnehmer mit Essen und Trinken zu versorgen. Bei den Krippenausstellungen war er stets im Einsatz. Bei großen Besucheranstürmen war sein Platz im Kassenhäuschen. Er kannte viele, die kamen und behielt immer den Überblick. Gottfried Gutmann übernahm das Museumstelefon und informierte die Besucher, nahm Anmeldungen entgegen und gab Tipps. 2015 machte sich seine Krankheit stärker bemerkbar, die Krankenhausaufenthalte wurden mehr. Er legte das Amt des Museumsleiters nieder.

Einer der großen Männer der Bürgerwehr

Auch die historische Bürgerwehr Unterharmersbach trauert um einen ihrer ganz großen Männer. 1973 trat Gottfried Gutmann als Gewehrträger in die Bürgerwehr Unterharmersbach ein. 1978 wurde er zum Vereinsrechner gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1999 inne, daneben übernahm er zeitweise das Amt des Schriftführers. Mit einem überwältigenden Votum wurde er 1986 vom einfachen Gewehrträger zum Kommandanten und 1990 zum 1. Vorsitzenden gewählt. In seine Amtszeit fielen 1987 das 125-jährige Jubiläum der Bürgerwehr sowie 1997 das große Kreistrachtenfest des Bundes Heimat und Volksleben, bei denen alle Fäden bei ihm zusammenliefen. Jeweils über 10.000 Besucher säumten bei den Festzügen in Unterharmersbach die Hauptstraße.

Als das Land die Vorderladergewehre zurückforderte, erreichte Gottfried Gutmann nach hartem Kampf, dass die Gewehre als Eigentum bei der Bürgerwehr Unterharmersbach blieben. Als Geddi hat er sich bei der Wiederbegründung der Haslacher Bürgerwehr große Verdienste erworben.
Als Vereinssprecher leistete er als Bindeglied zwischen den Vereinen und der Ortsverwaltung mit Fingerspitzengefühl hervorragende Arbeit. Als Verwaltungsmitglied des Musikvereins und der Forstgenossenschaft war sein Rat stets wichtig. Im Landesverband der badisch-südhessischen Bürgerwehren war Gottfried Gutmann hochgeschätzt und sein Rat hatte Gewicht. Im Jahr 2008 wurde er mit der Ehrennadel in Gold vom BHV (Bund Heimat und Volksleben) geehrt. Im gleichen Jahr erhielt er vom Landesverband der Bürgerwehren den Verdienstorden „Sonderkreuz blau“ und wurde zum Major befördert.

Bei seiner Verabschiedung 2010 wurden seine Verdienste besonders gewürdigt. Die Bürgerwehr Unterharmersbach ernannte ihn einstimmig zum Ehrenkommandanten und Ortsvorsteher Hans-Peter Wagner überreichte Gutmann namens der Ortschaft das Ehrenwappen.

1971 heiratete Gottfried Gutmann Monika Huber vom Wintererhof, die ihrem Mann über 49 Jahre in guten und in schweren Zeiten treu zur Seite stand und ihn in allen seinen Aufgaben unterstützte. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, die zusammen mit vier Enkeln um den Großvater trauern.

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