Zeller Gemeinderat nimmt den Feuerwehrbedarfsplan einstimmig zur Kenntnis. Am 1. März wird Alexander Zwick neuer Kommandant. Im Juni soll die Mitgliederversammlung mit Satzungsänderung und Neuwahlen folgen. Die Gewinnung von aktiven Feuerwehrkameraden bleibt zentrales Thema.
Die Strukturveränderungen bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Zell nehmen konkrete Formen an. Am Montag nahm der Gemeinderat den Feuerwehrbedarfsplan für die Jahre 2026 bis 2030 einstimmig zur Kenntnis.
Als Ziele werden darin eine kontinuierliche Personalentwicklung und -gewinnung sowie die zukunftssichere Entwicklung des Standorts „Im Steinenfeld“ definiert. Außerdem soll mittelfristig ein neues Löschfahrzeug LF 20 angeschafft werden. Die weitere Verbesserung der Löschwasserversorgung und die Einsatzfähigkeit bei Großschadens- und Flächenlagen soll sichergestellt werden.
Kommandowechsel und Hauptversammlung
Eine erste große, personelle Veränderung steht zum 1. März bevor: Alexander Zwick wird neuer Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Zell. Das bisherige Führungsduo Florian Lehmann und Torsten Wiucha wird in diesem Zug zu seinen Stellvertretern. Beide sind noch bis zum Jahr 2027 gewählt. Bereits im Juli 2025 hat die Freiwillige Feuerwehr diesen Kommandowechsel mit großer Mehrheit beschlossen.
In der Gemeinderatssitzung am Montag gab Bürgermeister Günter Pfundstein bekannt, dass die Feuerwehr-Abteilung Unterharmersbach im März eine Versammlung abhält, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Auch mit den Kameraden der Feuerwehr-Abteilung Unterentersbach würden intensive Gespräche geführt.
Für Mitte Juni 2026 kündigte Bürgermeister Pfundstein die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr an. Darin soll eine Satzungsänderung beschlossen und Neuwahlen durchgeführt werden.
Der Feuerwehrbedarfsplan hat empfehlenden Charakter
Breiten Raum nahm in der Gemeinderatssitzung am Montag die Vorstellung des Feuerwehrbedarfsplans ein. Das Konzept wurde von Fabian de Rossi erläutert. Er ist Rettungsingenieur und Teilhaber der Firma Brandschutz Vier, die von der Stadt Zell im November 2025 mit der Ausarbeitung des Feuerwehrbedarfsplans für die Jahre 2026 bis 2030 beauftragt wurde.
Arbeitsgrundlage bildet die bereits im Jahr 2021 von Brandschutz Vier erstellte Standortanalyse für Zell a. H. Im Dezember wurde ein Ortstermin durchgeführt.
„Der Feuerwehrbedarfsplan dient dazu, die Feuerwehr neu aufzustellen“, betonte Bürgermeister Pfundstein. Der Bedarfsplan sei ein internes Dienstpapier und habe empfehlenden Charakter. Wichtig sei der fachliche Blick von außen.
Eine 100-prozentige Sicherheit ist nicht erreichbar
„Rechtliche Grundlage für jede Gemeinde bildet das Feuerwehrgesetz“, informierte Fabian de Rossi. Dieses verlange von den Kommunen „auf ihre Kosten eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen“. Insgesamt sei das Gesetz ein unbestimmter Rechtsbegriff.
Als Standardszenario sind im Feuerwehrbedarfsplan Wohnungsbrände und Verkehrsunfälle dargestellt. Im Ernstfall soll zehn Minuten nach der Alarmierung das erste Fahrzeug mit sechs Einsatzkräften ausrücken. Nach 15 Minuten das zweite Fahrzeug mit weiteren neun Hilfskräften.
„Das Personal bleibt die wichtigste Ressource“, betonte Gutachter de Rossi. Die Aufgaben würden größtenteils ehrenamtlich ausgeführt. Dies gelte es zu würdigen. Gleichzeitig müssten die Themen Rechtsicherheit, strategische Planung und letztlich auch die finanziellen Möglichkeiten der Kommune berücksichtigt werden. „Eine 100-prozentig Sicherheit ist nicht erreichbar“, zeigte sich der Rettungsingenieur realistisch. Aufwand und Nutzen müssten ins richtige Verhältnis gesetzt werden.
Für die Tageseinsätze steht die Ampel auf Gelb
Bei der aktuellen Arbeit wurde von Brandschutz Vier unter anderem die Gefährdungs- und Risikosituation für Zell a. H. analysiert. Ein wesentliches Augenmerk ist dabei auf die Außenbereiche mit den vielen Aussiedlerhöfen gerichtet. Verbessert hat sich die Löschwasserversorgung.
Den kompletten Bericht finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.




