Nach mehr als zwei Jahren Übergang bekommt die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zell am Harmersbach wieder eine feste Führung. Mit Alexander Zwick übernimmt ein erfahrener Feuerwehrmann das Kommando – und er soll die neu geordnete Struktur mit Leben füllen.
Ein Wechsel an der Spitze der Feuerwehr ist mehr als ein formaler Akt. Es geht um Verantwortung. Um Vertrauen. Und um die Richtung für die kommenden Jahre. Ab 1. März steht Alexander Zwick an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Zell am Harmersbach. Bürgermeister Günter Pfundstein überreichte ihm am Donnerstag, wenige Tage vor dem offiziellen Amtsantritt, im Rathaus das Dienstgradabzeichen eines Brandmeisters.
Damit endet eine längere Übergangszeit. Nach dem Rückzug von Philipp Schilli im April 2023 musste die Führung neu geordnet werden. Florian Lehmann und Torsten Wiucha übernahmen gemeinsam den freigewordenen Posten. Es folgten zwei Jahre intensiver Diskussionen über Struktur, Zuständigkeiten und Einsatzbereitschaft.
„Das waren zwei, drei Jahre, die richtig anstrengend waren“, sagt Torsten Wiucha, der seit 1990 der Feuerwehr angehört und in all diesen Jahren schon viel erlebt hat. Lehmann, der mehr als 20 Jahre Kommandant der Feuerwehr Zell war, ergänzt: „Feuerwehr ist Teamwork. Und es gab in der Tat viel zu tun.“ Pfundstein nutzte den Termin auch, um Lehmann und Wiucha ausdrücklich für die Übergangszeit zu danken. Sie hätten Verantwortung übernommen, als vieles neu sortiert werden musste.
Wenn tagsüber das Auto nicht voll wird
Ein zentrales Thema war die Tagesverfügbarkeit. In Zell gibt es drei Abteilungen, die jeweils von ihrem eigenen Feuerwehrhaus ausrückten. Doch tagsüber wurde es zunehmend schwierig, in jeder Abteilung für sich genügend Einsatzkräfte zusammenzubekommen – also „das Auto vollzumachen“. Die Lösung: ein zentrales Ausrücken am Tag vom Feuerwehrhaus am Steinenfeld aus. Dort werden nun die Kräfte gebündelt. Auch wenn diese Umstellung bis heute für reichlich Diskussionsstoff in den Abteilungen sorgt, stellte Bürgermeister Günter Pfundstein klar: „Es gibt keine Sachargumente gegen die neue Struktur.“ Ziel sei immer gewesen, die Feuerwehr zukunftsfähig aufzustellen.
Lehmann betont in diesem Zusammenhang die rechtliche Grundlage: In Zell gebe es nur eine Feuerwehr – mit einem Kommandanten an der Spitze. Die Abteilungen seien eigenständige Vereine. Ihre Abteilungskommandanten hätten laut Feuerwehrgesetz keine Pflichtaufgaben in der kommunalen Feuerwehr.
Reform soll verbindlich werden
Was in den vergangenen zwei Jahren diskutiert wurde, soll nun verbindlich werden. Die Neuordnung findet ihren Niederschlag in einer neuen Satzung. Im Sommer soll sie beschlossen werden. Geplant ist künftig ein Kommandant mit drei Stellvertretern. Verantwortung soll breiter verteilt werden – auch als Lehre aus den vergangenen Jahren. Offenbar gibt es bereits Interessenten für die Stellvertreterposten.
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