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Zell am Harmersbach | 29.06.2017

Partnerschaftsverein »Freundeskreis Niedernai – Nordrach« wurde am Montag gegründet

Deutsch-französische Gemeindepartnerschaft soll wieder in den Blickpunkt gebracht, belebt und gestärkt werden – »Gründung ist ein Votum für ein gemeinsames Europa«

Foto:
Die Vorstandsmitglieder des neu gegründeten Partnerschaftsvereins »Freundeskreis Niedernai – Nordrach« (von links nach rechts): Carsten Erhardt, Arno Lehmann, Herbert Vollmer, Carmen Falk, Stefanie Vollmer, Frauke Benden. Foto: Verein
von Herbert Vollmer

Am Montagabend trafen sich im Leseraum der Nordracher Hansjakob-Halle zwölf Einwohner und gründeten den Partnerschaftsverein »Freundeskreis Niedernai – Nordrach«.

Herbert Vollmer hatte bereits beim diesjährigen Neujahrs­empfang in Niedernai zur Gründung von Partnerschaftsvereinen in Niedernai und Nordrach angeregt. Er hatte danach die Gründung des Vereins in Nordrach vorbereitet und eine Satzung für den neuen Verein entworfen.

Zwölf Personen waren am Montagabend der Einladung zur Vereinsgründung gefolgt und in den Leseraum der Hansjakob-Halle gekommen. Herbert Vollmer begrüßte sie mit den Worten: »Heute ist sicherlich kein historischer Tag für die Partnerschaft, aber ein Tag, der die Partnerschaft wieder mehr in den Blickpunkt bringen und sie stärken wird«. Herbert Vollmer nannte die Gründe, die ihn bewogen haben, einen Partnerschaftsverein zu gründen. Nach der Partnerschaftsfeier im Jahre 2000 habe es in den ersten Jahren einen regen Austausch gegeben. Vereine wie Altenwerk, ASV, DRK, Feuerwehr und Kameradschaft trafen sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen in Nordrach und Niedernai. Zu den Festen kamen die Niedernaier nach Nordrach und die Nordracher fuhren nach Niedernai. Während sich die Gemeinderäte seither regelmäßig treffen würden, seien mit den Jahren die Kontakte der Bevölkerung immer geringer geworden. Derzeit gebe es nur noch drei feste Termine im Jahr – der gegenseitige Schulbesuch und die gemeinsamen Wanderungen im Frühjahr und Herbst. Ein Partnerschaftsverein, so Vollmer, könne die Partnerschaft wieder beleben mit gegenseitigen Informationen über aktuelle Entwicklungen wie Baumaßnahmen, Wahlen, Feste und Feiern. Er könne Anregungen geben, dass sich Vereine wieder regelmäßig treffen und Einwohner zu den jeweiligen Festen in die Partnergemeinde fahren. Eine vorrangige Aufgabe sei dafür zu sorgen, dass auch in Niedernai ein Partnerschaftsverein gegründet werde. Partnerschaftsvereine gebe es in fast allen Städten und Gemeinden mit Partnerschaften; sie seien daher nichts Neues.

Sichtbares Zeichen für vereintes Europa

Die Gründung eines Partnerschaftsvereins, so Vollmer weiter, diene nicht nur der Partnerschaft mit Niedernai, sondern sei auch ein Votum für ein gemeinsames Europa. In den letzten Jahren sei die Europaverdrossenheit wegen der Banken- und Griechenlandkrise immer mehr angewachsen. Der Gipfel dieser negativen Entwicklung sei erreicht worden, als die Engländer im letzten Jahr mehrheitlich für den Austritt aus der EU gestimmt hatten. Glücklicherweise hätten Holländer und Franzosen in diesem Jahr die Europagegner ins Abseits gestellt. Die Gründung eines Partnerschaftsvereins setze ein sichtbares Zeichen und belege, dass ein einiges, vereintes Europa für uns alle eine große Bedeutung habe.

Die vorbereitete Satzung hatte Vollmer mit dem Finanzamt abgestimmt, damit sie den gemeinnützlichkeitsrechtlichen Anforderungen entspricht. Vollmer erläuterte den Satzungstext. Danach erklärten sich alle Anwesenden bereit, den Verein zu gründen und beschlossen die Satzung einstimmig. Andreas Müsse wurde zum Wahlleiter gewählt. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis: Vorsitzender Herbert Vollmer, stellvertretender Vorsitzender Carsten Erhardt, Kassenverwalter Arno Lehmann, Schriftführerin Carmen Stapf, Beisitzerinnen Frauke Benden und Stefanie Vollmer. Die übrigen Mitglieder des Freundeskreises sind: Waltraud Lehmann, Günter Eble, Ulrich Falk, Andreas Müsse, Karl Oehler, Oliver Vollmer sowie der Schwarzwaldverein und die Trachtenkapelle.

Herbert Vollmer dankte für die Teilnahme an der Gründung des Freundeskreises, für die Übernahme der Ämter und schloss die Versammlung mit den Worten, dass nun ein Herzenswunsch von ihm in Erfüllung gegangen sei.

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