Spektakuläre Quellwolken haben die Aufmerksamkeit von Naturfotograf Robert Schwendemann auf sich gezogen. Er hat den perfekten Moment abgepasst, in dem der Himmel seine Muskeln spielen lässt.
Wer am Donnerstagnachmittag, 28. Mai, den Blick über die Dächer von Oberharmersbach schweifen ließ, konnte ein beeindruckendes Naturschauspiel beobachten: Über den Bergen türmten sich mächtige weiße Wolken in den Himmel. Ihre Formen erinnerten an Gebirge aus Watte.
Kraftwerk aus warmer Luft
Das Foto von Robert Schwendemann, auch als „canonroby“ bekannt, zeigt ein meteorologisches Prachtexemplar einer sogenannten Cumulus-congestus-Wolke. Sie entsteht, wenn die Mai-Sonne den Boden aufwärmt und die warme Luft wie ein unsichtbarer Heißluftballon in die Höhe schießt. Kühlt sie oben ab, kondensiert sie zu der typischen, blumenkohlartigen Struktur. Solange der Nachschub von unten anhält, wächst der Wolkenturm unaufhaltsam weiter – Etage für Etage in den Himmel.
Ruhe vor dem Sturm
Cumulus-congestus-Wolken gelten als Vorstufe von Gewitterwolken. Erreichen sie große Höhen, entstehen daraus sogenannte Cumulonimbus-Wolken. Dann bilden sich kräftige Auf- und Abwinde. Regen, Hagel, Blitz und Donner können die Folge sein.
Auf dem Foto über Oberharmersbach ist dieser Übergang gut zu erkennen. Die Wolke wächst noch nach oben und zeigt ihre typische Struktur. Sie wirkt hellweiß, weil die Sonne ihre Oberseiten anstrahlt. Doch an der Basis dunkelt es bereits ab – ein Zeichen dafür, wie dicht die Wassermassen bereits sind. Während es in Oberharmersbach bei den beeindruckenden Bildern blieb, entlud sich die Energie weiter südlich bereits: Zwischen 16.30 und 18 Uhr zog eine kräftige Gewitterzelle mit Starkregen und Hagel durch den Raum Bonndorf und Lenzkirch im Hochschwarzwald.





