Seelsorgeraum Zell feierte gemeinsam Christi Himmelfahrt mit Festgottesdienst und Prozession. Feierliche musikalische Gestaltung durch den Kirchenchor.
Die Feier zu Christi Himmelfahrt begann früh um 9 Uhr in der Pfarrkirche. Die Zelebranten Pater Christoph, Pater Irenäus und Pfarrer Gerner zogen gemeinsam mit der Gemeindereferentin Julia Schätzle und den Lektoren und Minis-tranten in die Kirche ein.
Pfarrer Gerner begrüßte auch die Gemeindemitglieder aus den Pfarreien Biberach/Prinzbach, Nordrach und Oberharmersbach. Das Fest Christi Himmelfahrt wird jeweils abwechselnd in nur einer Gemeinde gefeiert. Zur unsicheren Wetterprognose sagte er humorvoll: „Wir haben einen Deal mit dem Himmel gemacht, dass wir die Prozession hinbekommen.“
Der Festgottesdienst und die Prozession wurden vom Liturgiekreis Zell vorbereitet. Für die musikalische Gestaltung erhielt der katholische Kirchenchor unter Leitung von Wolfram Dreher viel Aufmerksamkeit und am Ende der Feier auch Applaus.
„Der Friede sei mit euch“
In seiner Predigt ging Pfarrer Gerner auf das Evangelium des Tages ein. Es endet mit den Worten von Jesus: „Ich bin bei euch alle Tage.“ Diese Zusage von Jesus sei für die Menschen damals sehr wichtig gewesen, da die Zeit nach Ostern auch von Unsicherheiten zur Gegenwart Jesus gekennzeichnet war, erklärte Gerner. Der Friedensgruß „Der Friede sei mit euch“ wurde dabei zu einem Erkennungszeichen von Jesus, führte er weiter aus.
Pfarrer Gerner wandte seine Aufmerksamkeit dann zum Kirchentag in Würzburg, der am Tag vorher eröffnet worden war. Das Thema des Kirchentags ist: „Habt Mut, steht auf.“ Er zitierte sehr ausführlich aus der Rede des Bundespräsidenten Walter Steinmeier zur Eröffnung, der sagte, dass wir aufhören sollten, alles schlecht zu reden. Die Christen sollten besser Zuversicht verbreiten und positiv nach vorne schauen. Wörtlich sagte Steinmeier: „Das Thema `Habt Mut, steht auf` ist das richtige Wort zur rechten Zeit als Aufforderung an uns.“
Ebenso forderte Pfarrer Gerner die Gemeindemitglieder auf, als Christen den Mut zu haben, den Glauben zu bekennen. Anschließend machte er deutlich: „Habt Mut, lassen wir uns rufen.“
Ein Ort der Gemeinschaft, Hoffnung und Nächstenliebe
In den Fürbitten wurde zunächst für alle Personen gebetet, die mit Herz und Verstand für die Kirchengemeinde Kinzigtal im Einsatz sind: Dass die Kirche für sie ein Ort der Gemeinschaft, Hoffnung und Nächstenliebe werde. Die nächste Fürbitte galt der Gemeindereferentin Julia Schätzle: „Wir danken ihr für ihr Wirken in unserem Seelsorgeraum Zell. Für ihren weiteren Lebensweg wünschen wir ihr Segen.“
Dann wurde für die Besucher des Kirchentags in Würzburg gebetet, dass sie Impulse für ihren Glauben finden. Eine nächste Fürbitte galt den Mitgliedern der neuen Regierung in Baden-Württemberg, dass sie sich ihrer politischen Verantwortung bewusst sind. Christi Himmelfahrt ist auch als Vatertag bekannt. Darum wurde auch für alle Väter gebetet, die ihre Kinder beim Aufwachsen begleiten und vor allem für die alleinerziehenden Väter.
Prozession mit drei Stationen
„Der Wettergott macht mit, die Prozession kann stattfinden“, sagte Pfarrer Gerner. Sie führte über den Pfarrhofgraben, Nordracher Straße, Jahnstraße, Unter den Eichen, Allmendstraße und Kirchstraße zurück zur Pfarrkirche.
Bei der ersten Station vor der Apotheke am Pfarrhofgraben war ein kleiner Altar schön gestaltet. Anni Fautz vom Liturgiekreis sprach Gebete zum Thema Gerechtigkeit und Frieden. Hierbei wurde für Menschen im Krieg gebetet, dass sie die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft nicht verlieren. Dann wurde an die Opfer von Gewaltverbrechen gedacht – dass sie Genesung erfahren. Letztlich sprach sie eine Mahnung an die Verantwortlichen in der Politik aus: Den Frieden zu suchen und den Weg des Friedens zu gehen.
An der zweiten Station wurde ebenfalls an einem kleinen Altartisch vor allem an die Schöpfung gedacht. Brigitte Metzler vom Liturgiekreis trug einen Text von Jörg Zink vor: Die letzten Tage der Schöpfung. Darin beschreibt der Autor, wie der Mensch den Planeten Erde zugrunde richtet. Daraus folgernd wurde eine Mahnung an die Menschen ausgesprochen, sich für die Schöpfung verantwortlich zu fühlen.
An der dritten Station an der Kirchstraße vor der Schule kam sogar die Sonne heraus. Die Zelebranten sprachen Texte, in denen es um die Würde der Menschen und den Schutz der Familie ging – hier sind auch die Christen in der Verantwortung, diese Werte zu vermitteln. Der Kirchenchor sang dazu das bekannte „Laudate omnes Gentes“ aus Taizé.
Zurück in der Pfarrkirche wurde der Festgottesdienst mit dem bekannten Kirchenlied „Großer Gott, wir loben dich“ und einem Marienlied beendet.
Der Kirchenchor hatte einen besonderen Auftritt beim Gloria aus der Messe von Michael Haydn. Während der Kommunion der Gemeinde erklang „O salutaris hostia“ von der Orgelempore – der feierliche Chorgesang erfüllte den ganzen Klangraum Kirche. Dirigent Wolfram Dreher war wieder eine gute Liedauswahl gelungen, die den besonderen Charakter von Christi Himmelfahrt musikalischen Glanz gab.
Am Ende der Feier dankte Pfarrer Gerner ihm mit herzlichen Worten für seinen Einsatz, ebenso Dieter Friede für die feierliche Orgelmusik. Außerdem sprach er seinen Dank aus für die vielen Beteiligten, die vor und während des Festtags Christi Himmelfahrt (Gottesdienst und Prozession) im Einsatz waren.





