Feierliche Verbundenheit mit dem früheren Seelsorger

Pfarrer Dr. Pater Marian Rybak feiert im Rahmen des Patroziniums der Pfarrkirche „St. Gallus“ sein goldenes Priesterjubiläum.

 

Jeweils am Sonntag nach dem Namenstag des Oberharmersbacher Kirchenpatrons St. Gallus (16. Oktober) feiert die Pfarrgemeinde mit der „Gallen-Kilwi“ ihren Heiligen. Verbunden war heuer dieses Fest mit der Feier des Goldenen Priesterjubiläums des letzten Oberharmersbacher Pfarrers Dr. Pater Marian Rybak, der hier von 1991 bis 2001 als Pfarradministrator wirkte.

Böllerschüsse am frühen Morgen nach dem Angelus-Läuten erinnerten weithin hörbar an den großen Festtag, der mit dem Aufmarsch der Traditionsvereine – Spielmanns- und Fanfarenzug, Historische Bürgerwehr sowie die Miliz- und Trachtenkapelle – zur Fahnenparade und den Einzug in das Gotteshaus die Besonderheit im Kirchenjahr unterstrich.

Für den Festgottesdienst hatten die beiden Kirchenchöre aus Zell a. H. und Oberharmersbach unter der Leitung von Wolfram Dreher die „Missa brevis No. 7 in C“ (für vierstimmigen Chor und Orgel) von Charles Gounod einstudiert. An der Orgel spielte Dieter Friede.

Bischof Stanislav hielt die Festpredigt

Viele Wegbegleiter und Priester, Gäste aus den Gemeinden Gernsbach, Schliengen und Friedenweiler, die Pater Marian auch als Seelsorger betreut hatte, und Familienangehörige waren zum Festgottesdienst gekommen. Die Hl. Messe konzelebrierten mit dem Jubilar Stanislav Szyrokoradiuk, Bischof von Odessa/Ukraine, der mit seinem Freund Pater Marian auch schon das Silberne Priesterjubiläum im Jahre 2000 in Oberharmersbach gefeiert hat, und Pfarrer Bonaventura Gerner. „Die große Zahl der Gläubigen unterstreicht den Dank und die Verbundenheit mit Dir“, wandte sich bei der Begrüßung Pfarrer Bonaventura an den Jubilar.

In seiner Predigt erinnerte Bischof Stanislav an die schlimmen Erlebnisse von Priestern in sowjetischen Lagern. „Solchen Schilderungen haben meine Berufung geprägt“, erinnerte sich der Bischof. Auch heute sei wieder viel Unmenschliches gerade in den Kriegsgebieten gegenwärtig. Eine wichtige Stütze seien dort die Seelsorger, die trotz allem bei ihren Gläubigen ausharren.

Den Menschen sehr nahe

„Du, lieber Pater Marian, warst den Menschen in jeder Situation sehr nahe und hast ihnen geholfen, Glauben und Hoffnung nicht zu verlieren“, beschrieb der Prediger den Einsatz des Jubilars. Mit Freude und Begeisterung habe er in verschiedenen Pfarreien den Gläubigen gedient. „Diese haben dich geschätzt, und das ist Dein Erfolg. Wir danken Dir, dass Du Gott und der Kirche 50 Jahre treu und aufrichtig gedient hast“, schloss der Bischof die Laudatio mit den besten Wünschen für die nächste Lebensphase.

Großer Einsatz für Oberharmersbach

Monika Bleier als Sprecherin des Gemeindeteams fasste in kurzen und prägnanten Worten die Zeit der Tätigkeit Pater Marians in Oberharmersbach zusammen, „10 Jahre, 6 Tage und vier Stunden“, wie sie vorrechnete. Es sei damals kurz nach Bekanntwerden des jahrelang geschehenen Missbrauchs eine emotional aufgeladene Atmosphäre gewesen, die ein hohes Maß an Einsatz verlangt habe.  „Daher war und ist Oberharmersbach Ihre große Liebe“, zitierte sie den früheren Seelsorger. Mit einem Erinnerungsgeschenk bedankte sie sich im Namen der Pfarrgemeinde für die gemeinsamen Jahre.

Nach dem Gottesdienst lud das Gemeindeteam zu einem Umtrunk mit Imbiss ein, um mit Pater Marian das persönliche Gespräch zu suchen. Unter den Gästen waren auch Vertreter der Gemeinden, in denen der Jubilar auch als Seelsorger gewirkt hat. Und so bildete sich eine lange Schlange, um dem früheren Oberharmersbacher Priester zu gratulieren und persönlich Dank zu sagen für die gemeinsamen Jahre.

Gut gesichert

Den etwas anderen Aufmarsch vor dem Pfarrhaus anlässlich des Kirchenpatroziniums erlebten die Besucher aus nah und fern nach der Vesper am Nachmittag.

Die Traditionsvereine erweisen seit Jahr und Tag mit Salut und klingendem Spiel der Geistlichkeit ihre Reverenz. Heuer machte ein zusätzlicher Gewehrträger den Vereinen seine Aufwartung.

Neben dem Bischof Stanislav Szyrokoradiuk, der als Bischof von Odessa Verteidigung und Einheit vor dem Hintergrund des Krieges nicht ausblenden wollte, appellierte an den Zusammenhalt, um den Frieden zu sichern. Neben ihm hatte die Hauptperson des Tages Aufstellung genommen. Stolz zeigte Pater Marian einen Vorderlader der Historischen Bürgerwehr.

„Dies ist keine Ausleihe von der Bürgerwehr“ verwies er stolz auf das glänzende Prunkstück, das in seiner Wohnung längst einen Ehrenplatz gefunden hat. Bei seiner Verabschiedung 2001 hatte ihm als Erinnerung an seine Zeit in Oberharmersbach der damalige Sprecher der Vereinsgemeinschaft Karl-August Lehmann den Vorderlader als Präsent überreicht. „Ich wohne allein“, versuchte er die „Bewaffnung“ zu begründen.

Dass es ihm nicht nur an diesem denkwürdigen Tag seines Goldenen Priesterjubiläums in Oberharmersbach gefallen hat, bewies er mit der Ankündigung eines neuerlichen Besuchs. „Ich komme wieder, wenn Pfarrer Bonaventura sein Goldenes Priesterjubiläum feiert“ stimmte er alle auf ein Wiedersehen ein. Das dauere aber noch, hielt der Pfarrer dagegen, worauf Pater Marian schlagfertig meinte: „Ich habe Zeit.“ Der Beifall der Zuschauer war ihm sicher.