Sechs Seelsorgeeinheiten sind seit Jahresbeginn zur Kirchengemeinde Kinzigtal zusammengeschlossen. Der offizielle Start wird am 25. Januar 2026 mit einem Gottesdienst in St. Symphorian gefeiert.
Foto: Gisela Albrecht
Foto: Gisela Albrecht
Foto: Gisela AlbrechtSeit dem 1. Januar 2026 gibt es die römisch-katholische Kirchengemeinde Kinzigtal. Sie besteht aus den bisherigen sechs Seelsorgeeinheiten Zell a. H., Haslach, Hausach-Hornberg, An Wolf und Kinzig, Oberes Wolftal sowie Kloster Wittichen. Zur neuen Kirchengemeinde gehören rund 31.000 Katholikinnen und Katholiken.
Am Sonntag, 25. Januar, wird der Start der Kirchengemeinde Kinzigtal mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert. Dazu kommt Generalvikar Christoph Neubrand aus Freiburg ins Kinzigtal. Die Eucharistiefeier beginnt um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Symphorian in Zell.
Investitur des Leitenden Pfarrers und Einführung der Gremien
Mit dem Gottesdienst verbunden ist die Investitur, also die offizielle kirchliche Einführung, des Leitenden Pfarrers Michael Lienhard. Zudem werden das Kernteam – Pfarrer Michael Lienhard, Leitende Referentin Ann-Kathrin Wetzel und der stellvertretende Pfarrer Bonaventura Gerner – sowie der Verwaltungsvorstand eingeführt. Zu diesem gehören Pfarreiökonom Adrian Wolff, die stellvertretende Pfarreiökonomin Verena Fuchs sowie die beiden Pfarrer des Kernteams.
Darüber hinaus werden die Mitglieder des Pfarreirats, des Pfarreivermögensverwaltungsrats und das gesamte Seelsorgeteam der Katholischen Kirchengemeinde Kinzigtal durch ein Gebet von Generalvikar Christoph Neubrand in ihre Aufgaben gesandt.
Ein Projektchor unter der Leitung von Kataryna Menges gestaltet den Gottesdienst musikalisch mit. Im Anschluss sind alle Gäste zu einem Empfang mit Speisen und Getränken im Kulturzentrum eingeladen. Interessierte sind zu diesem festlichen Ereignis herzlich willkommen. Der Gottesdienst kann auch online mitgefeiert werden; die Übertragung ist über die Webseite www.kath-kinzigtal.de abrufbar.
Pressegespräch zur neuen Kirchengemeinde
Am Donnerstag hatte das Kernteam zu einem Pressetermin ins Gemeindehaus in Haslach eingeladen. Der Leitende Pfarrer Michael Lienhard und die Leitende Referentin Ann-Kathrin Wetzel moderierten das Gespräch. Pfarrer Gerner konnte aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen. Vorbereitet wurde der Termin von der Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Mascha Wilhelm.
Pfarrer Lienhard ist seit Herbst 2021 leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Haslach/Hornberg und trägt nun als Leitender Pfarrer der Kirchengemeinde Kinzigtal Verantwortung. „Wir sind in einem Prozess, eine große Gemeinschaft zu werden“, erklärte er. Er verwies auch auf die personelle Stärkung: Es gibt eine 100-Prozent-Stelle für die Ehrenamtsförderung sowie eine eigene Stelle für Öffentlichkeitsarbeit. „Wir sind gut aufgestellt und können gut in die Zukunft gehen“, betonte Lienhard.
Verwaltungssitz und bauliche Planungen
Verwaltungssitz der neuen Kirchengemeinde ist Haslach. Derzeit sind die Mitarbeitenden im Pfarrhaus untergebracht. Das Gebäude ist marode und soll abgerissen werden. Geplant ist ein Anbau an das Gemeindehaus St. Sebastian, in dem künftig die Verwaltung untergebracht sein wird. Die Bauarbeiten sollen im Oktober 2026 beginnen.
Neue Gremien der Kirchengemeinde
Im Oktober 2025 wurden 17 Mitglieder des neuen Pfarreirats gewählt. Im Dezember bestimmte das Gremium seinen Vorstand: Vorsitzende ist Jutta Uhl, stellvertretende Vorsitzende Angelika Spitzmüller, weiteres Vorstandsmitglied ist Michael Schwientek.
In den Pfarreivermögensverwaltungsrat wurden aus dem Pfarreirat Ansgar Horsthemke und Doris Hilberer gewählt. Hinzu kommen fünf weitere Mitglieder, die nicht dem Pfarreirat angehören: Bruno Prinzbach, Werner Ette, Josef Ringwald, Werner Gisler und Dr. Thomas Waldenspuhl. Weitere Informationen zur neuen Kirchengemeinde sind auf der Homepage www.kath-kinzigtal.de zu finden.
Vorgeschichte und Gründungsvereinbarung
Im Vorfeld ging es darum, den Zusammenschluss der sechs Seelsorgeeinheiten sorgfältig vorzubereiten und gemeinsam zu klären, was für die ersten Jahre wichtig ist. Nach Beratungen in den Pfarrgemeinderäten wurde im März 2022 eine Projektleitung aus ehren- und hauptamtlich Engagierten gebildet. Die Ergebnisse lagen im April 2024 vor.
Im Mai 2024 formulierte die Projektleitung daraus Vision, Werte, Ziele und Maßnahmen für die neue Kirchengemeinde Kinzigtal. Der Entwurf der Gründungsvereinbarung wurde Mitte Juni 2024 an alle Pfarrgemeinderäte und Stiftungsräte versandt und im selben Monat in einer ganztägigen Vollversammlung beraten und verabschiedet. Die Vereinbarung wurde von den Anwesenden sehr einmütig bestätigt. Zentrale Ergebnisse finden sich ebenfalls auf der Homepage der Kirchengemeinde.
Bewährtes bleibt vor Ort erhalten
Auch künftig wird die Kirche mit festen Gottesdienstzeiten und verlässlichen Ansprechpersonen vor Ort präsent sein. Pfarrer Lienhard betonte: „Was sich vor Ort bewährt hat, bleibt erst einmal. Die Hauptberuflichen bleiben im Ort, die Pfarrbüros auch.“ Die Gemeindeteams bleiben die zentrale Säule des kirchlichen Lebens und werden durch neue Kompetenzteams aus Haupt- und Ehrenamtlichen mit thematischen Schwerpunkten ergänzt.
Strukturwandel in der Erzdiözese
Der Zusammenschluss im Kinzigtal ist Teil eines umfassenden Strukturwandels in der gesamten Erzdiözese Freiburg. Zum 1. Januar 2026 wurden 1.048 Pfarreien zu 36 Pfarreien zusammengeführt. Ziel ist es, das kirchliche Leben unter veränderten gesellschaftlichen und personellen Rahmenbedingungen langfristig zu sichern. Größere Strukturen sollen Verantwortung bündeln, die Zusammenarbeit stärken und weiterhin lebendige Seelsorge ermöglichen.
Zum Abschluss des Pressegesprächs sagte Pfarrer Lienhard: „Kirche ist bunt, vielfältig und besteht aus vielen Menschen. Wir sind eine lebendige Kirche, in der vieles läuft – das soll auch sichtbar werden im Festgottesdienst am 25. Januar.“





