Großes Bürgerinteresse und einstimmiger Beschluss des Biberacher Gemeinderates. Bis zu 158 Wohneinheiten könnten künftig realisiert werden.
Großes Interesse herrschte am Montagabend bei der Sitzung des Gemeinderates in Biberach: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren in den Bürgersaal gekommen, um sich über das geplante Baugebiet „Hinter Kirchfeld III“ zu informieren und ihre Fragen direkt an Verwaltung und Fachplaner zu richten.
Hohe Nachfrage nach Bauland
Mit der Entwicklung des Baugebiets „Hinter Kirchfeld III“ reagiert die Gemeinde Biberach auf eine weiterhin hohe Nachfrage nach Baugrundstücken. Der Bedarf an Wohnraum ist nicht nur vor Ort, sondern bundesweit spürbar. Viele Städte und Gemeinden in Deutschland weisen derzeit neue Bauflächen aus, um zusätzliche Wohnmöglichkeiten zu schaffen und insbesondere jungen Familien den Schritt ins Eigenheim zu ermöglichen. Auch Biberach verfolgt mit dem neuen Baugebiet das Ziel, die örtliche Entwicklung zu sichern und dem angespannten Wohnungsmarkt zumindest auf kommunaler Ebene entgegenzuwirken.
Das geplante Baugebiet soll am nordöstlichen Ortsrand von Biberach entstehen. Es schließt unmittelbar an die bestehenden Bauabschnitte „Hinter Kirchfeld I“ und „Hinter Kirchfeld II“ an und erweitert die Wohnbebauung weiter in Richtung der bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen. Im Norden wird das Areal von der Brucherstraße begrenzt. Auf der östlichen Seite bildet ein Feldweg der in die Vogesenstraße mündet den Abschluss.
Einstimmiger Beschluss nach Ideenwettbewerb
Grundlage der Beratung war ein städtebaulicher Ideenwettbewerb, an dem sich vier Planungsbüros beteiligt hatten. Nach Ausschreibung im Sommer 2025 und fristgerechter Einreichung der Entwürfe bis Januar 2026 wurden alle Arbeiten als vollständig und geeignet bewertet. Ende Februar präsentierten die Büros ihre Konzepte vor einem Beratungsgremium, das anschließend eine Rangfolge und Zuschlagsempfehlung erarbeitete.
Der Gemeinderat folgte dieser Empfehlung einstimmig: Das Büro FSP Stadtplanung aus Freiburg erhielt den Zuschlag und wird nun mit dem städtebaulichen Entwurf sowie dem Bebauungsplanverfahren beauftragt. Die Verwaltung wurde entsprechend ermächtigt. Für Wettbewerb und Begleitung sind im Haushalt 2026 insgesamt 30.000 Euro vorgesehen.
Lob für durchdachtes Konzept
Die fachlichen Beraterinnen Katrin Hansert und Veronika Grimm stellten die Entwürfe und deren Bewertung vor. Unterstützung kam von Frank Edelmann vom Büro KKBW. Hansert bezeichnete den Siegerentwurf als „gelungene Verdichtung mit dörflichem Charakter“ und verwies auf die hohe Qualität der geplanten Grünflächen. Bis zu 158 Wohneinheiten könnten auf dem Areal entstehen. Bis zum ersten Spatenstich wird es allerdings noch einige Zeit dauern. Frank Edelmann rechnet mit einem sechs- bis achtjährigen Prozess. „Dieser Prozess startet jedoch heute“ signalisierte er.
Auch im Gemeinderat fand das Konzept breite Zustimmung. Georg Fletschinger (FWB) sprach von einer „genialen Straßenplanung“ mit wenig versiegelter Fläche. Philipp Smithson (FWB) hob den gelungenen Mix hervor, bei dem sich die Bebauung um sogenannte Hofhubs gruppiert. Sigrid Armbruster (CDU) lobte die gute Einbindung in die bestehende Bebauung, etwa am Giesenweg. Frank Becherer (FWB) betonte die Vielfalt der vorgesehenen Bauformen, während Hubert Scharffenberg (SPD) die Präsentation und das Gesamtkonzept gleichermaßen überzeugend fand. Für Marco Baur (CDU) ist das Projekt ein „zukunftsweisender Schritt“ für die Gemeinde.
Bürgermeister Jonas Breig unterstrich, dass bewusst neue Ansätze gefragt gewesen seien: Das Konzept der Wohnhöfe sei für Biberach neu, entspreche aber genau der Zielsetzung des Wettbewerbs.





