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Biberach | 10.10.2025

Die Abwassergemeinschaft Emmersbach hat ganze Arbeit geleistet

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Mit den letzten Anschlussstücken wurde gestern die Abwasser- leitung geschlossen. Vorsitzender Stefan Himmelsbach ist stolz auf die gemeinsam erbrachte Eigenleistung. Foto: Hanspeter Schwendemann
von Hanspeter Schwendemann

Am gestrigen Donnerstagnachmittag wurden die Wasserleitung und die Abwasserleitung fertiggestellt. Die Anwohner haben rund 4000 Arbeitsstunden gestemmt. Die Bauabschnitte 1 und 3 müssen noch folgen.

Der Anschluss an das Abwasserkanalnetz, Trinkwasser direkt ins Haus, Stromversorgung über ein Erdkabel, schnelles Internet über Glasfaser – für viele Anwohner innerorts ist dies selbstverständlich. Für zwölf Anwesen im Emmersbach ist es ein langer Weg. Gestern konnte mit der Verlegung der letzten Rohrstücke ein erster großer Teilabschnitt fertiggestellt werden.

Abwassergemeinschaft wurde 2020 gegründet

Auslöser für das Projekt war die Tatsache, dass die Genehmigung für Kleinkläranlagen nicht mehr verlängert werden. Es bestand Handlungsbedarf, was vor fünf Jahren zur Gründung der Abwassergemeinschaft Emmersbach geführt hat.

Während der Planungsphase wurde die Maßnahme um die Mitverlegung einer Wasserleitung erweitert. Bis jetzt versorgen sich die Höfe über eigene Quellen mit Trinkwasser. Die Trockenjahre habe aber gezeigt, dass auch dies zunehmend schwierig wird.

Auch das Überlandwerk Mittelbaden ist mit an Bord. Es hat sich dazu entschlossen, die Stromversorgung im Emmersbach – wie an vielen anderen Orten auch – schrittweise in den Boden zu verlegen. Das Erdkabel wird im Kanalgraben mitverlegt. Im Jahr 2026 werden außerdem zwei neue Trafostationen im Emmersbach gebaut.

Letztlich werden nun im Zuge der Kanalarbeiten auch Leerrohre für das Glaserfaserkabel mitverlegt. Dies erfolgt in Kooperation mit der Breitband Ortenau (BOKG).

An der Infrastrukturmaßnahme der Gemeinde Biberach beteiligt sich auch die Gemeinde Seelbach. Zwei Höfe im Hintertal und die Anwesen auf dem Schönberg werden ebenfalls an das Abwassernetz auf der Biberacher Talseite angeschlossen.

So untergliedert sich die Erschließung in drei Bauabschnitte. Der mittlere 2. Bauabschnitt wird von der Abwassergemeinschaft Emmersbach erstellt. Bauabschnitt 1 ist die Errichtung eines notwendigen Pumpwerks mit Druckleitung am Taleingang, das den Abwasserkanal vom Emmersbach mit der Leitung von Prinzbach verbindet.

Der Bauabschnitt 3 betrifft die Gemeinde Seelbach mit der Anbindung der Anwesen auf dem Schönberg an das Kanal- und Leitungsnetz.

2100 Meter Haupttrasse, 500 Meter Hausanschlüsse

Im Emmersbach werden im Bereich des 2. Bauabschnitts zehn Anwesen, die auf Prinzbacher Gemarkung liegen, an das Kanalnetz angeschlossen. Zwei weitere Anwesen gehören bereits zum Schönberg.

„Am 19. Mai war Baubeginn. Heute, am 9. Oktober, haben wir das letzte Rohr verlegt“, macht Stefan Himmelsbach, der 1. Vorsitzende der Abwassergemeinschaft, den besonderen Moment deutlich. Um ihn haben sich die beteiligten Anwohner und die Fachleute versammelt, die sie unterstützen.

Ein Großteil der Eigenarbeit ist erbracht: Zwischen den beiden Terminen liegen rund 4000 Arbeitsstunden, die von den Bewohnern der zwölf Anwesen, teils mit Unterstützung weiterer Helfer gestemmt wurden. Nicht wenige von ihnen haben ihren Jahresurlaub geopfert, um das Kanalprojekt voranzubringen. Alle Arbeitszeiten wurden genau erfasst, da zumindest ein Teil davon vom Regierungspräsidium bezuschusst wird.

Die Haupttrasse hat eine Länge von 2100 Metern. Hinzu kommen weitere 500 Meter Hausanschlüsse. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro.

Auf jeden Anwohner kommt ein Kostenanteil von 20.000 bis 25.000 Euro zu – zusätzlich zu der erbrachten Eigenleistung. Wie hoch die genau Kosten sind, kann erst gesagt werden, wenn alle Arbeiten abgerechnet sind.

Große Unterstützung von den Fachleuten

„Die Baustelle ist insgesamt sehr gut gelaufen“, blicken Vorsitzender Stefan Himmelsbach und sein Stellvertreter Michael Vögele auf die zurückliegenden Wochen und Monate zurück. Nur das unbeständige Wetter habe für die eine oder andere Unterbrechung gesorgt.

Vor allem loben die beiden Vorsitzenden der Abwassergemeinschaft die Zusammenarbeit mit den Fachleuten, die sie unterstützt haben. Allen voran nennen sie dabei Baggerfahrer Ingo Braun von der Firma Tiefbau Schöpf aus Oberharmersbach. Er habe nicht nur seine fachliche Kompetenz mit eingebracht, sondern die Helfer auch immer wieder motiviert, wenn es notwendig wurde.

Planer Dietmar Riba von den Zink-Ingenieuren war regelmäßig vor Ort und hat den Baufortschritt überwacht.

Der Bau der Trinkwasserleitung wurde von Leiter Dirk Weise und Mitarbeiter Karl Isenmann vom Betriebshof der Gemeinde begleitet. Auch sie seien immer zur Stelle gewesen, wenn ein Schieber oder eine Muffe gesetzt werden musste, bestätigen die Vertreter der Abwassergemeinschaft. Außerdem habe Dirk Weise das Kanal- und Leitungsnetz mit GPS dokumentiert.

Sehr konstruktiv, so die beiden Vorsitzenden, sei auch die Zusammenarbeit mit Baukoordinator André Himmelsbach vom Überlandwerk Mittelbaden gewesen. Nicht zuletzt hat Landschaftsarchitektin Alexandra Stöhr aus Steinach die ökologische Baubegleitung übernommen.

Emmersbacher fühlen sich alleine gelassen

Trotz aller positiver Nahrichten und der Zufriedenheit über den Baufortschritt, sorgt die Erschließungsmaßnahme nicht nur für Freude. Streitpunkt mit der Gemeinde Biberach ist die Kostenbeteiligung am Pumpwerk, das am Taleingang gebaut werden muss. Dies hat in der Vergangenheit schon zu erheblichen Diskussionen im Gemeinderat und auch im Ortschaftsrat Prinzbach geführt (wir berichteten).

Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.

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