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Biberach | 4.10.2019

Porzellan-Erde für die Zeller Manufaktur kam aus Limoges

Historischer Verein Biberach besuchte drei Tage lang die französische Porzellanstadt

Foto:
Die Besucher-Gruppe vor dem früheren Portal des Nationalmuseums für Porzellan. Foto: Brigitte Petri
von Dieter Petri

Von Freitag bis Sonntag unternahmen 21 Teilnehmer/innen eine Fahrt in die einstige Metropole der französischen Porzellanherstellung. Auf dem Programm standen die Erkundung eines Industriemuseums mit historischem Rundofen und der Besuch des Nationalmuseums für Porzellan. Darüber hinaus bietet die malerisch auf zwei Hügeln gelegene Stadt mit mittelalterlichen Kirchen, Gassen und Marktplätzen ein herrliches Ambiente, das zum Verweilen einlädt.

Foto: Brigitte Petri
Die rund 130 Jahre alte Markthalle.
Foto: Brigitte Petri
Eine der acht Feuerstellen, mit welchen der Porzellan-Ofen beheizt wurde.

Die Idee, eine 800 Kilometer lange Busreise zu unternehmen hat mit der Zeller Keramikgeschichte zu tun. Nachdem sich die Zeller Fabrikanten jahrzehntelang mit der Herstellung von dekoriertem Steingut (Fayencen) begnügt hatten, wünschten sie, auch das hochwertigere Porzellan zu produzieren. Was lag da näher, als sich in Limoges nach der passenden Erde, dem Kaolin, und nach Fachkräften für den Bau von Öfen und der Massenzubereitung umzusehen. Beides wurde schließlich nach Zell geholt. Der Porzellan-Rundofen, der derzeit in Zell saniert wird, gibt ein beredtes Zeugnis davon.

Um einem möglichen Stau bei Müllheim aus dem Weg zu gehen, begann die Fahrt mit dem heimischen Busunternehmen Kasper in aller Frühe. Dank des guten Straßenzustands erwies sich die Fahrt als weniger anstrengend als befürchtet. Die dem Fahrer vorgeschriebenen Ruhezeiten bescherten auch den Fahrgästen eine entspannte Anreise.

Das gebuchte Hotel grenzte an den Kern der Altstadt, was sich für einen Stadtrundgang als sehr günstig erwies. Noch am Freitagabend reichte die Zeit für eine erste Erkundung. Durch eine der Fußgängerzonen führte der Weg zur Pfarrkirche »St. Michel des Lions«. Die beiden vor dem Südportal kauernden Löwen aus Granit gaben der Kirche den ungewöhnlichen Namen. Geweiht aber ist sie dem Erzengel Michael und dem hl. Martial. Martial hat in der römischen Zeit die brutalen Spiele in der Arena kritisiert und die Menschen für den christlichen Glauben begeistert. Er wurde der erste Bischof von Limoges und ziert das Stadtwappen.

Savoir vivre

An einem der zentralen Plätze findet sich die zentrale Markthalle. Die Stahlkonstruktion im stolzen Stil der Gründerzeit ist mit Klinkersteinen ausgefacht. Ein Fries mit über 300 Porzellanplatten weist auf die Produkte hin, die in der Halle angeboten werden; unter anderem Fleisch von Rindern und Geflügel, Obst und Gemüse und vor allem Fische und Meeresfrüchte. Dieselbe Vielfalt findet sich auf den Speisekarten der Restaurants, die von der Gruppe gerne genutzt wurde. Leider waren die Sanierungsarbeiten der Markhalle noch nicht abgeschlossen, sodass sich der Markt noch mit einer provisorischen Unterbringung begnügen muss.

Einen besonderen Charme strahlt die Metzgergasse mit seinen typischen Fachwerk­häusern aus. Metzger findet man hier allerdings nicht mehr. An ihre Stelle sind Restaurants und Straßencafés getreten. Auf halbem Weg gelangt man an einen Platz mit einer Kapelle. Sie ist dem hl. Aurelius gewidmet. Er war Bischof am Ort und wurde von der Bruderschaft der Metzger als Schutzpatron verehrt. An den Wänden im Innern finden sich zahlreiche Steintafeln, auf denen für eine Gebetserhörung gedankt wird.

Im Fokus ein Rundofen

Zum selbstverständlichen Programm gehörte der Besuch des Nationalmuseums für Porzellan. Hier findet der Liebhaber die weltweite Palette von Produkten aus China und Japan, Deutschland (Meißen), England, Italien, den Niederlanden und Spanien. Neu ist die anschauliche Darstellung des Herstellungsprozesses. Hier war die fachkundige Begleitung durch Keramikmeister Johann Schreiber von unschätzbarem Wert. Der gebürtige Zeller hat bis zum Eintritt in den Ruhestand in der Schweiz eine eigene Werkstatt zur Herstellung historischer Ofenkacheln betrieben. Seine Erläuterungen waren ebenso bei der späteren Besichtigung eines alten Brennofens für Porzellan wichtig. Dieser wurde inzwischen in ein Industriemuseum umgewandelt. Die Gestaltung kann für die anstehende Präsentierung des Porzellan-Rundofens in Zell wertvolle Anregungen bieten.

Den Abschluss des Programms bildete eine Besichtigung der Kathedrale »St. Étienne« auf einem Hügel hoch über dem Fluss Vienne. So plump und unfertig der romanische Turm, so elegant und verfeinert wirkt das Nordportal in „flammender Gotik“. Dann hieß es schon wieder Abschied nehmen. Die Zeit für den Besuch des Kunstmuseums oder des Museums der »Résistance« erwies sich als zu kurz. Auf der Heimfahrt bedrückte der Anblick einer dürren Landschaft. Frankreich leidet unter der sommerlichen Trockenheit stärker noch als Deutschland. Vor der Ankunft in Biberach dankte der Vorsitzende des Historischen Vereins allen, die mit Informationen und ihrem Interesse zum Gelingen der interessanten Exkursion beigetragen haben.

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