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Mittlerer Schwarzwald | 30.11.2020

Knapp 900 neue Wildblumenwiesen als Lebensraum für Insekten

Kurze Wege sind für Wildbienen und Co überlebenswichtig

Foto:
Gebietsheimische Pflanzen fördern heimische Insekten, wie das Tagpfauenauge. Foto: Wolf
von Schwarzwälder Post

Seit 2018 läuft das landesweite Projekt Blühende Naturparke, über das alle Naturparke Baden-Württembergs Lebensraum für Insekten schaffen. Blütenarme Flächen, die Insekten weder Nahrung noch Lebensraum bieten, werden nachhaltig zu artenreichen Wiesen umgewandelt.

Foto: Naturpark Schwäbisch Fränkischer Wald

Eine Wildblumenwiese ist ein wertvoller Lebensraum, der leider allzu oft verloren gegangen ist.
Das Projekt Blühende Naturparke versucht sie zurückzuholen.

Mitarbeiter der Naturparke begehen gemeldete Flächen und beraten abhängig vom Flächenzustand zu den Möglichkeiten einer Neuansaat mit gebietsheimischem, mehrjährigem Saatgut und extensiven Pflegemaßnahmen. Regelmäßige Seminare zur Neuanlage und Pflege der Flächen verstetigen Wissen und geben Möglichkeiten der Vernetzung.

Seit Projektbeginn konnten so 889 Flächen mit fast 300 Projektteilnehmern umgewandelt werden. Knapp 780.000 Quadratmeter wilde Blumenwiesen konnten entstehen. Allein 2020 wurden 45 neue Teilnehmer für das Projekt gewonnen und auf 165 Flächen 228.000 Quadratmeter insektenfreundlicher Lebensraum geschaffen.

Da Wildbienen und Co. im Gegensatz zur Honigbiene oft nur kurze Strecken zurücklegen können, ist ein dichtes Netz an insektenfreundlichen Flächen wichtig. Die Naturparke arbeiten daher nach dem Motto »jeder Quadratmeter zählt« und ermuntern, auch kleine »Wildblumeninseln« anzulegen. Teilnehmen kann jeder: Städte und Gemeinden können inner- und außerörtliche Flächen wie Straßenrandstreifen, Verkehrsinseln oder Ortseingänge einsäen. Pflegemaßnahmen können reduziert und angepasst werden. Unternehmen können ihre Firmenareale oder Gewerbegebiete verschönern und durch firmeninterne Kommunikation als Multiplikatoren fungieren. Landwirte können Blühflächen oder Ackerrandstreifen anlegen. Privatleute können auch durch kleine Wildwiesenstücke oder blütenreiche Balkonkästen wertvolle Nektarquellen bieten, um Fluginsekten die Wanderung in der Landschaft zu erleichtern. Richtig angelegte Nisthilfen werden dankend angenommen.
Zur Teilnahme im nächsten Frühjahr können sich Interessierte ab sofort beim örtlichen Naturpark oder unter info@bluehende-naturparke.de melden. Mehr Informationen unter www.bluehende-naturparke.de.

Das Projekt im Überblick

Im Rahmen einer landesweiten Kampagne engagieren sich die Naturparke Baden- Württembergs für den Insektenschutz.

Insekten benötigen geeigneten Lebensraum und ganzjährige Nahrungsquellen. Die Suche nach einem geeigneten Habitat mit ausreichend Futterquellen kann sich insbesondere für spezialisierte Arten als schwierig darstellen. über das Projekt Blühende Naturparke werden Flächen wieder artenreicher, indem sie mit standortangepassten, gebietsheimischen und mehrjährigen Wildblumensamen eingesät werden und/oder das Pflegemanagement umgestellt wird. Vielfältige Blühwiesen mit einem breiten Nahrungsangebot für Insekten sollen durch diese Initiative entstehen. Zur Projektteilnahme sind alle eingeladen: Städte und Gemeinden, Unternehmen, Landwirte und Privatleute. Egal ob große oder kleine Fläche: Jede neue Wildblumenwiese stellt einen Trittstein mit wertvollem Habitat dar!

Mindestens ebenso wichtig für die Naturparke ist die Sensibilisierung der Gesellschaft für den Insektenschutz. So bieten die Naturparke beispielsweise Lehr- und Informationsveranstaltungen an, binden Schulen oder Kindergärten in das aktive Anlegen von Wildblumenwiesen ein und stellen umweltpädagogisches Material bereit.

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Naturpark Schwarzwald

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Oberharmersbach

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