Am Montagabend kam der Unterharmersbacher Ortschaftsrat zu seiner zweiten Sitzung 2026 zusammen. Auf der Tagesordnung stand auch die Verkehrssituation am Rathausplatz, wenn die Baumaßnahmen für den Kindergarten beginnen.
Im Rahmen der stadtweiten Überarbeitung der Hallenbenutzungsgebühren sollen die Gebühren neu geordnet und angepasst werden. Hintergrund ist, dass die bisherigen Entgelte seit längerer Zeit nicht mehr kostendeckend sind und sich die Rahmenbedingungen für den Betrieb deutlich verändert haben. Die Ortsverwaltung Unterharmersbach war in die Gebührenfestlegung – insbesondere für die Schwarzwaldhalle – eng eingebunden. Viele Kostenvorschläge und Erfahrungswerte aus dem laufenden Betrieb kamen von hier. Der Hintergrund: Seit der letzten Erhöhung 2013 sind die Kosten für Personal, Energie, Betrieb, Reinigung und Unterhalt deutlich gestiegen. Die bisherigen Gebühren bilden diese Entwicklung nicht mehr ab. Auch steuerliche Vorgaben spielen eine Rolle. Die neue Struktur soll zudem eine Vereinfachung und mehr Transparenz bringen.
Neu: Kosten für den Hausmeister
Für gewerbliche und private Veranstaltungen in der Schwarzwaldhalle erhöhen sich die Gebühren von bisher 500 Euro pro Tag auf 1.200 Euro. Ein halber Tag kostet statt vorher 200 Euro künftig 600 Euro, jeder weitere Tag ebenfalls 600 Euro. Veranstaltungen örtlicher Vereine, Parteien und Kirchen erhöhen sich auf 200 Euro (vorher 150 Euro ohne Bewirtung, 180 Euro mit Bewirtung). Neu sind Kosten für den Hausmeister: Private und gewerbliche Veranstalter zahlen 300 Euro (Anwesenheit drei Stunden), jede weitere Stunde 60 Euro. Örtliche Vereine zahlen 200 Euro. Neu sind auch Gebühren für die Rufbereitschaft des Hausmeisters. Weitere Gebühren fallen für die Nutzung der Küche/Theke, der Bühne und der Duschen an. Für die Cafeteria erfolgte ebenfalls eine deutliche Erhöhung für private und gewerbliche Veranstalter sowie eine moderate Erhöhung für örtliche Vereine. Die genauen Preise sind im Ratsinformationssystem (https://zell.ratsinfomanagement.net) der Stadt Zell ersichtlich. Die neue Gebührenstruktur soll zum 1. Juli 2026 gelten. Verträge, die vor dem 1. Juli abgeschlossen wurden, aber Veranstaltungen nach diesem Datum betreffen, werden noch zu den Entgelten des Vertragsschlusses abgerechnet.
Verkehrssituation am Rathausplatz
Mit dem Neubau des Kindergartens Unterharmersbach sowie dem Umbau des Gasthauses „Schützen“ zu Wohnzwecken ist in den kommenden Monaten mit einer deutlichen Zunahme der Verkehrsfrequenz im Umfeld des Rathauses zu rechnen. Zusätzlich sind während der Bauphasen temporäre Einschränkungen bestehender Stellplätze zu erwarten. Insbesondere im Bereich des Kindergartenvorplatzes können Stellplätze während bestimmter Bauphasen nicht genutzt werden.
Die Ortsverwaltung schlägt vor, den Bereich des Boule-Platzes temporär als zusätzliche Parkfläche auszuweisen. Darüber hinaus laufen Gespräche mit Eigentümern im Bereich der Wiesenfläche in der Sportstättenstraße. Ziel ist es, eine separate Baustellenzufahrt über die Sportstättenstraße zu prüfen. Ortsvorsteher Jürgen Isenmann machte deutlich: „Durch die Baustellenzufahrt entsteht kein wirtschaftlicher Vorteil für die Stadt. Sie dient rein als Beitrag zur Verkehrssicherheit und zur Entlastung der dort ansässigen Firmen, Arztpraxen und der Anwohnerschaft.“
Parkraum für Anwohner
Im ehemaligen „Schützen“ entstehen 24 Wohnungen. Wo parken die Bewohner? Darüber gab es eine längere Diskussion. Direkt gegenüber dem Gebäude gibt es acht Mitarbeiterparkplätze für die Beschäftigten des Kindergartens. Der Vorschlag von Sybille Nock, diese Parkplätze dem Gebäude „Schützen“ zuzuordnen, wurde positiv aufgenommen. Die Mitarbeiter des Kindergartens finden rund um die Schwarzwaldhalle Parkmöglichkeiten, war die Meinung des Gremiums.
Die fünf Parkplätze links davon und weitere vier Parkplätze rechts davon sollen ebenfalls dem Gebäude zugeordnet werden, sodass den Bewohnern 17 Parkplätze angeboten werden können. Bürgermeister Günter Pfundstein erklärte: „Ich finde den Vorschlag gut, den Mitarbeitern kann man einen kleinen Fußweg zumuten.“ Außerdem hofft er auf Bewohner ohne eigenen Pkw, da sich direkt gegenüber die Bushaltestelle befindet. Einstimmig beschlossen wurde die temporäre Nutzung des Bouleplatzes als Ausweichparkfläche, die weitere Prüfung einer separaten Baustellenzufahrt über die Sportstättenstraße sowie die Vermietung von 17 Parkplätzen an die zukünftigen Bewohner des „Schützen“.
Höhere Gebühren für das „Herrenholz“
Die Naherholungsanlage Herrenholz wurde in den vergangenen Monaten umfassend saniert. Neben der Sanierung der Hütte wurde der Eichhörnchen-Pfad erneuert; die Erneuerung des Barfußpfades ist für das Frühjahr vorgesehen. „Die Anlage stellt damit wieder ein hochwertiges Naherholungsgebiet dar“, erklärte Ortsvorsteher Isenmann. Die letzte Gebührenanpassung erfolgte im Jahr 2018. Vor dem Hintergrund der Investitionen und der allgemeinen Kostenentwicklung schlägt der Ortschaftsrat eine Anpassung der Gebühren vor.
Die Nutzungsgebühr für private Anmietungen von April bis Oktober wird von 35 Euro auf 50 Euro erhöht, von November bis März von 15 Euro auf 25 Euro. Die Anlage ist gut ausgelastet (47 Vermietungen im Jahr 2025). Die Entschädigung für die Pflege der Anlage wird künftig auf Nachweis der tatsächlich geleisteten Stunden umgestellt, vorher wurde eine pauschale Beteiligung an den Einnahmen gezahlt. Für die Grillstelle Hinterhambach erfolgt keine Gebührenerhöhung, da sie deutlich weniger genutzt wird (13 Vermietungen im Jahr 2025). Für die Pflege werden weiterhin 50 Prozent der Jahreseinnahmen veranschlagt. Diese Maßnahmen wurden einstimmig beschlossen.
Verschiedenes
Die Planungen zum Hochwasserschutz gehen 2026 weiter, sagte Ortsvorsteher Isenmann. Ortschaftsrat Johannes Müller regte eine Unterstützung der Imker beim Umgang mit der Asiatischen Hornisse an. Dazu gab es eine längere Diskussion mit dem Ergebnis, dass der Ortsvorsteher einen Imker dazu befragen wird.



