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Zell am Harmersbach | 23.03.2020

Städtle-Markt in Zeiten von Corona

Direktvermarkter bieten weiterhin frische, regionale Lebensmittel

Foto:
Die Appelle in Sachen »Social Distancing« sind im Wesentlichen auch auf dem Zeller Städtlemarkt angekommen, aber nicht immer ganz so einfach umzusetzen. Foto: Susanne Vollrath
von Susanne Vollrath

Eilmeldung um Eilmeldung ging in den letzten Wochen über die Ticker. So gut wie nichts ist mehr so, wie es noch vor ein oder zwei Wochen war. Der Kampf gegen die schnelle Ausbreitung des Corona-Virus greift tief in unsere Leben ein. »Zu Hause bleiben, Abstand halten, Kontakte meiden« lautet seit Tagen der eindringliche Appell von Politikern und Virologen. Lebensmittel einkaufen muss man trotzdem. Ein Marktbesuch.

Foto: Susanne Vollrath

Der Städtle-Markt dient der Grundversorgung. Regionale Landwirte und Direktvermarkter sind ein wichtiger Bestandteil,
um »den Laden am Laufen zu halten«.

Normalerweise ist das Zeller Städtle Samstag vormittags bestens besucht. Normalerweise erledigen die Menschen ihre Angelegenheiten, gehen Bummeln, auf dem Markt einkaufen, ein Schwätzchen halten. Normalerweise ist es samstags gar nicht so einfach einen Parkplatz zu finden. Ausgestorben ist Zell auch am vergangenen Samstag nicht. Aber es ist merklich ruhiger. Nur wenige Tage zuvor hatte die Kanzlerin im Kampf gegen die allzu schnelle Ausbreitung des Corona-Virus an Deutschlands Vernunft appelliert: Zuhause bleiben, Abstand halten, Kontakte meiden.

Alles, was man zum Leben braucht

Die Stände auf dem Wochenmarkt sind wie immer gut bestückt. Obst und Gemüse, Fleisch und Wurst, Brot und Honig, Eier sowie Blumen und Hochprozentiges warten auf Kundschaft. Was man zum Leben braucht, bekommt man auch. Hamstern muss keiner. Die Landwirtschaft produziert weiter. Anders als die Industrie kann man Felder und Vieh nicht »herunterfahren«, also muss auch der Verkauf weitergehen.

Die Kunden wirken zum Teil stoisch gelassen, zum Teil ein wenig unsicher. Familien sieht man kaum. Die meisten Besucher sind schon älter und in der Regel alleine unterwegs. Man versucht ein bis zwei Meter Abstand zueinander zu halten, was an manchen Stellen auf dem Kanzleiplatz trotz guten Willens nicht immer möglich ist. Für den Dreiklang aus Verkaufsständen, Begegnungsverkehr und Warteschlangen scheint der Platz an einigen Stellen in der Konsequenz nicht weit genug. Im Laden ist das nicht anders, auf dem Markt befindet man sich dabei wenigs­tens an der frischen Luft. In mancher Situation wird deutlich, dass die Zeller noch an ihrer Routine im »Social Distancing« arbeiten. Unbewusst rückt man in der Warteschlange dichter auf, als man es eigentlich will. Dabei ist es so wichtig, die Gewohnheiten zu verlassen. Das wissen alle und korrigieren ihr Verhalten, sobald sie es bemerken.

Die Marktbeschicker sind sich ihrer Rolle in der aktuellen Situation bewusst. Sie wissen, dass sie durch die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln dazu beitragen, »den Laden am Laufen zu halten«. Auch sie müssen sich in der Krise zurechtfinden, sind auf vielen Ebenen betroffen.

Ungewohnt still

Stefanie und Christian Schwarz, Direktvermarkter vom Herrenholz, und stets auf dem Städtlemarkt vertreten, sehen die Situation zwiegespalten. Zum einen sind sie froh, dass sie mit Lebensmitteln arbeiten und somit noch Einnahmen haben. »Andererseits hat man mit vielen Leuten Kontakt,« berichten sie vom Samstag. »Nicht alle halten sich an die vorgegebenen Regeln. Ein mulmiges Gefühl hatten wir schon. Die Stimmung war ganz merkwürdig. Durch den Mindestabstand, auch unter den Kunden war es sehr ruhig auf dem Markt. Kaum einer hat mit dem anderen geredet. Es war eine mystische Stille. Uns ist aufgefallen, dass die Mehrheit der Kundschaft am Samstag älter als 60 Jahre war. Der Familieneinkauf, der sonst stattfindet, war nicht da.« In die Zukunft blicken sie mit wenig guten Gefühlen. Sie hoffen, dass sich die Situation schnell normalisiert. »Es wird sicher nicht mehr so sein wie vorher«, sagt Familie Schwarz. »Wir hoffen, dass der Bevölkerung jetzt wieder klar wird, dass es ohne uns regionale Landwirte nicht geht. Vielleicht ändert der eine oder andere sein Einkaufsverhalten.« Finanziell wird die nächste Zeit für sie, genau wie für viele andere landwirtschaftliche Betriebe im Tal, eine große Herausforderung. »Zumal wir ja auch im Moment keine Feriengäste beherbergen dürfen. Wir hoffen, dass der Rettungsschirm der Regierung auch bei uns Kleinen ankommt und das dann aber auch ohne riesige Bürokratie-Welle.« Vorerst geht Familie Schwarz zu den bewährten auch neue Wege: »Wir liefern unsere Produkte auch gerne direkt vor die Haustür. Die Kundschaft darf anrufen und dann wird alles weitere besprochen.«

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