Biberacher Gemeinderat stimmt Projekt mit Bürgerenergiegenossenschaft einstimmig zu.
In seiner jüngsten öffentlichen Sitzung hat der Gemeinderat einstimmig den Weg für ein neues Photovoltaik-Projekt in der Ortsmitte freigemacht. Auf dem Dach der „Offenen Halle“ soll eine Solaranlage mit Batteriespeicher installiert werden. Realisiert wird das Vorhaben von der Bürgerenergiegenossenschaft Biberach eG (BEGB).
Die Anlage mit einer Leistung von rund 17,6 Kilowattpeak sowie einem Batteriespeicher mit knapp 16 Kilowattstunden Kapazität wird vollständig von der Genossenschaft finanziert. Für die Gemeinde entstehen somit keine Investitionskosten. Stattdessen wird die Anlage für 15 Jahre an die Kommune verpachtet. Anschließend geht sie in deren Eigentum über.
Ein Großteil des erzeugten Stroms soll direkt vor Ort genutzt werden, etwa für den Energiebedarf kommunaler Gebäude wie des Rathauses. Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und nach den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vergütet.
Aldrin Mattes, technischer Vorsitzender der BEGB, erläuterte im Gremium die konkrete Ausführung der Anlage. Vorgesehen ist eine Anordnung in drei Reihen mit jeweils 13 Modulen, die in südwestlicher Ausrichtung installiert werden. Auf Nachfrage von Gemeinderat Phillip Smithson zu möglichen Blendeffekten erklärte Mattes, dass bewusst schwarze Module sowie matte Halterungen eingesetzt werden, um störende Spiegelungen zu vermeiden.
Auch statische Fragen wurden angesprochen. Gemeinderat Frank Becherer (FWB) wollte wissen, ob die Tragfähigkeit der Halle für das zusätzliche Gewicht ausreiche. Mattes bezifferte das Gesamtgewicht der Module auf rund 1,4 Tonnen und kündigte eine entsprechende statische Überprüfung an.
Neben der Nutzung des erzeugten Stroms für gemeindliche Zwecke soll zudem geprüft werden, ob auch das benachbarte Rietsche-Gebäude in die Versorgung einbezogen werden kann.
Finanziell rechnet sich das Projekt ebenfalls: Die jährliche Pacht liegt bei rund 4.600 Euro inklusive Mehrwertsteuer, wobei sämtliche Betriebs-, Wartungs- und Versicherungskosten bereits enthalten sind. Schon ab dem zweiten Betriebsjahr wird ein positiver Cashflow erwartet. Über einen Zeitraum von 20 Jahren prognostiziert die Verwaltung einen Überschuss von rund 36.900 Euro.
Neben den wirtschaftlichen Vorteilen sieht die Gemeinde in dem Projekt auch einen wichtigen Beitrag zur lokalen Energiewende. Die BEGB ist seit Jahren in der Region aktiv und hat bereits zahlreiche Projekte im Bereich erneuerbare Energien umgesetzt. Parallel zur Umsetzung sollen weitere Angebote eingeholt werden, um die wirtschaftlich beste Lösung sicherzustellen.



