Infoabend zum MOGENA-Förderprogramm stößt auf großes Interesse.
Rund 90 Bürgerinnen und Bürger sind am Mittwochabend in den Rietsche-Saal gekommen, um sich über die Fördermöglichkeiten im Rahmen des Programms „Modellgemeinden Nachhaltige Strukturentwicklung“ (MOGENA) zu informieren. Die Gemeinde hatte zu einem Infoabend eingeladen, nachdem Biberach im vergangenen Jahr im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) als Modellgemeinde anerkannt worden ist.
Bürgermeister Jonas Breig begrüßte die zahlreichen Besucher und unterstrich die Bedeutung der Auszeichnung für die Gemeinde. „Wir sind besonders stolz darauf, dass Biberach als eine von nur zwei Gemeinden in ganz Baden-Württemberg für den Zeitraum bis 2030 als MOGENA-Gemeinde ausgewählt wurde“, sagte Breig. Die Anerkennung sei nicht nur eine große Auszeichnung, sondern vor allem auch eine Chance für die weitere Entwicklung der Gemeinde.
Chance für die Ortsentwicklung
Mit dem Status als Modellgemeinde erhalten Förderanträge aus Biberach im ELR künftig Vorrang. Dadurch können Projekte leichter umgesetzt werden, sofern sie zu den Zielen des Programms passen und innerhalb des Förderrahmens liegen.
Für die Gemeinde eröffnen sich damit konkrete Möglichkeiten: „Wir können die Innenentwicklung stärken, Leerstände aktivieren, Gebäude modernisieren, neuen Wohnraum schaffen und unsere Ortsmitte weiter beleben“, erläuterte der Bürgermeister. Gerade angesichts knapper Flächen und steigender Baukosten sei das Programm ein wichtiges Instrument.
Bund und Land sprechen in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten „Bau-Turbo“. Gemeint ist eine beschleunigte Entwicklung im Bestand – etwa durch Nachverdichtung, Umnutzung und Modernisierung vorhandener Gebäude.
Neben privaten Projekten hat die Gemeinde im Rahmen der Bewerbung auch eigene Vorhaben eingebracht. Dazu zählen unter anderem Wohnumfeldmaßnahmen wie die Entwicklung des Parks am Alten Kirchturm, weitere Aufwertungen der Aufenthaltsqualität in der Ortsmitte oder Perspektiven für den Bahnhofspark.
Darüber hinaus stehen auch konkrete Gebäudeprojekte im Raum – etwa die Sanierung des Hauses Schuhmacher oder die bereits auf den Weg gebrachte Arztpraxis im ehemaligen Gasthaus Kreuz. In dieser Woche gab die Gemeinde bekannt, dass Dr. Catharina Stettin dort im nächsten Frühjahr ihre Praxis einrichten wird.
Förderung vor allem für Wohnprojekte
Im Anschluss an die Begrüßung stellten Ricarda Roth, Projektberaterin bei der KommunalKonzept BW GmbH aus Freiburg das Förderprogramm und die konkreten Fördermöglichkeiten vor. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich Wohnen.
Gefördert werden beispielsweise die Umnutzung bestehender Gebäude (z.B. Schuppen) zu Wohnraum, umfassende Modernisierungen, Aufstockungen und Erweiterungen von Häusern sowie Neubauten in Baulücken.
Für private Bauherren können Zuschüsse von in der Regel rund 30 Prozent der förderfähigen Kosten gewährt werden. Je nach Maßnahme sind Förderungen von bis zu 50.000 oder 60.000 Euro pro Wohneinheit möglich. Wird beim Bau überwiegend Holz oder ein anderer CO₂-bindender Baustoff verwendet, kann der Fördersatz sogar auf bis zu 35 Prozent steigen.
Durch den MOGENA-Status verfügt Biberach über einen Förderrahmen von bis zu fünf Millionen Euro. Ein Großteil der Mittel soll in Projekte im Bereich Wohnen fließen.
Fragen aus der Bürgerschaft
Im Anschluss an die Präsentation hatten die Bürger die Gelegenheit, Fragen zum Förderprogramm zu stellen. Dabei ging es unter anderem um die Förderfähigkeit einzelner Maßnahmen. Projektberaterin Ricarda Roth von der KommunalKonzept BW GmbH erklärte, dass auch barrierefreie Umbauten förderfähig sein können, sofern sie im Rahmen einer Modernisierung erfolgen und mindestens drei Gewerke umfassen, etwa Sanitäranlagen, Bodenbeläge oder Fenster. Eine energetische Sanierung sei dabei nicht zwingend Voraussetzung. Auf die Frage nach den Erfolgsaussichten von Förderanträgen zeigte sich Roth optimistisch: Solange ausreichend Mittel im Fördertopf vorhanden seien, seien die Chancen für Projekte aus Modellgemeinden wie Biberach sehr hoch, da diese bei der Förderung bevorzugt berücksichtigt werden.
Bürgermeister Jonas Breig erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass in der Vergangenheit ELR-Anträge häufig nicht bewilligt worden seien – ein Grund, warum sich die Gemeinde gezielt um den Status als Modellgemeinde bemüht habe. Er hoffe nun, dass die Verwaltung gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern möglichst viele Projekte auf den Weg bringt um den Förderrahmen von bis zu fünf Millionen Euro vollständig auszuschöpfen.
Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.




