Der Zeller Fußballverein 1920 e.V. legt dem Gemeinderat ein Positionspapier zur Zukunftssicherung des Fußballsports in Zell am Harmersbach vor. Seine Forderungen: faire Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und eine angemessene Sportinfrastruktur für den Verein.
Der Ratssaal war am Montag schwarz-gelb. Der Zeller Fußballverein (ZFV) machte im Gemeinderat wahr, was er in der Generalversammlung angekündigt hatte: Er protestierte wegen der in seinen Augen desaströsen Platzsituation und unfairen Förderung.
Verein stößt an seine Grenzen
ZFV-Vorstand Christian Pristl schilderte im Rahmen der Bürgerfrageviertelstunde, wie sich die Lage auf den Fußballplätzen zuspitzt und seinen Verein immer stärker belastet. Die Enge auf den Plätzen sei „kein neues Problem“, sondern eine Entwicklung, die den Verein seit Jahren begleite. Schon jetzt reiche die Kapazität kaum noch aus, um Training und Spielbetrieb geordnet unterzubringen. „Wir stoßen früher an unsere Grenzen als erwartet“, erklärte Pristl. Besonders an den stark frequentierten Tagen sei das Nebeneinander der vielen verschiedenen Mannschaften und Vereine auf den vorhandenen Trainingsflächen kaum mehr zu koordinieren.
Training am Limit
Um zu zeigen, wie eng es geworden ist, schilderte Pristl ein Beispiel: „Letzten Freitag, 19 Uhr.“ Im Badwaldstadion spielte die C-Jugend, daneben trainierte die A-Jugend. Auf dem Rasen im Sportpark an der Gasselhalde trainierten die Alten Herren und der FVU mit 18 bis 20 Spielern. Auf dem Kunstrasenplatz übten die beiden Frauenmannschaften des ZFV – 19 Spielerinnen bei der Ersten, 16 bei der Zweiten. „Im Spiel geht es elf gegen elf, im Training sind 35 Spielerinnen auf einem Platz. Das ist suboptimal“, so Pristl.
Derzeit stehen 18 aktive Mannschaften unter den Fittichen des ZFV im Ligabetrieb, zwölf davon sind reine ZFV-Teams ohne Spielgemeinschaft. Rund 180 Kinder und Jugendliche trainieren in der Jugendabteilung. Tendenz steigend. Die Mitgliederzahl beim ZFV ist seit 2014 um rund 50 Prozent gewachsen.
Arbeit braucht Perspektive
Der Verein stehe sportlich gut da und sei „noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung“, betonte Pristl. Der Zeller Fußballverein trage den Namen der Stadt Zell und ihre Farben und brauche „eine Perspektive, um diesen Weg weitergehen zu können“. Im Vergleich mit kleineren Nachbarvereinen, die über mindestens zwei vollwertige Spielfelder verfügen, seien die Bedingungen beim ZFV schlechter. Das gefährde Trainingsqualität und Motivation.
Dauerzustand statt Einzelfall
Schon seit Jahren weist der Verein in seinen Mitgliederversammlungen darauf hin, dass Trainingszeiten knapp werden und vor allem die Jugendmannschaften ausweichen müssen. Deshalb habe der Verein seine Situation in einem Positionspapier zusammengefasst, „nicht um zu klagen, sondern um Lösungen vorzuschlagen“. Pristl übergab das Papier an Stadtverwaltung und Gemeinderat. Es soll eine gemeinsame Gesprächsgrundlage schaffen.
Den kompletten Bericht finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.





