Kinzigtäler Jakobusweg als Longseller

Buchautor Elmar Langenbacher hat die Schönheit der Heimat in der Langsamkeit des Gehens entdeckt

Als »Werbefuzzi« wurde der in Hornberg geborene und aufgewachsene Elmar Langenbacher 2013 auf den Kinzigtäler Jakobusweg geschickt, eine Reisereportage zu schreiben. Ein Auftrag, der sein Leben veränderte, aus der Reisereportage ist seinerzeit ein Buch geworden. Als »Geschichtenerzähler« stellte er diese Tage die Neuauflage seines Werkes »Mein Licht. Meine Stille – Der Kinzigtäler Jakobusweg.« vor. Es ist zum Longseller des Schwarzwaldes avanciert.

»Das Licht war es, die Stille. Die Schönheit der Heimat in der Langsamkeit des Gehens zu entdecken«, schwärmt Buchautor Elmar Langenbacher. Von der Kinzigquelle in der Hochebene bei Loßburg bis nach Kehl und Straßburg führt der Kinzigtäler Jakobusweg auf rund 100 Kilometern durch die bekannte und doch so unbekannte Heimat. »Einmal quer durch den Schwarzwald.«

Der Hausacher Kurt Kleinhatte in den Neunzigern die Idee, den Weg ins Bewusstsein der Menschen zu heben. Er hatte in alten Unterlagen gestöbert, Dokumente und Testamente von Pilgern gefunden. Mit Gerhard Junker aus Schutterwald und Franz Grathwohl aus Niederschopfheim fand er begeisterte Mitstreiter, die »Kinzigtäler Jakobusfreunde« entstanden.

Zu einer Marke in Pilgerkreisen geworden

Aus unbekannten Pfaden wurde ein Pilgerweg. EinWeg, welcher Elmar Langenbacher 2013 gänzlich unbekannt war. Wie so vielen Menschen im Schwarzwald, selbst im Kinzigtal. »Heute ist er Dank Facebook zu einer Marke in Pilgerkreisen geworden«, sagt Elmar Langenbacher, so ganz hat er die »Werbefuzziwurzeln« noch nicht abgelegt. In Facebook postet er regelmäßig Fotos des Weges und wird mit begeisterten Kommentaren belohnt: »Ein Pilgerpaar will wiederkommen und in der Kapelle beim Hausacher Käppelehof heiraten«, verrät Elmar Langenbacher eine Zuschrift. So wurde nicht nur der Weg bundesweit zur Marke, sondern auch sein Buch zum Longseller.

»Pilger sind glückliche Menschen«, erzählt Martin Schmid, Tourismusleiter in Schenkenzell. »Mutter mit Tochter, Vater mit Sohn, ein Pilger hatte sogar einen Ese ldabei. Die Pilger freuen sich,wenn ich ihnen den Pilgerstempel in das Pilgerheftchen drucke. Und dank des Buches von Herrn Langenbacher fragen die Pilger nach dem Kirschwässerle.« Dies schenkt Martin Schmid jedem Pilger: »wir von Schenkenzell schenken gerne.« Und weiter: »Schon vor Corona stieg die Frequentierung des Weges, mit Corona deutlich. Die Menschen sind in der Region unterwegs. Das Buch animiert und inspiriert wunderbar«, so Martin Schmid.

Dem kann Lothar Kimmig, Tourismuschef in Gengenbach, nur zustimmen: »Unsere Pauschale Pilgern auf demKinzigtäler Jakobusweg wird immer öfters gebucht. Die Menschen besinnen sich auf das, was vor ihrer Haustüre liegt. Auch viele Jüngere.«

Die Geschichte des Kinzigtals fasziniert

Es war aber nicht nur derWeg, den Elmar Langenbacher faszinierte, es war auch die Geschichte des Kinzigtales. »Dinge, über die ich mir früher überhaupt keine Gedanken gemacht habe – wie selbstverständlich ist die Kinzig heute schnurgerade. Aber das war ja nicht immer so. Was die Urgewalt des Flusses für die Menschen bedeutet haben muss! Wie schwer die tägliche Arbeit und der tägliche Kampf ums Überleben gewesen sein muss. Da haben wir heute doch nur Luxusprobleme,« fasst er es zusammen. Die eigenen Luxusprobleme machte ihm der Wegbewusst. Die innere Unruhe, wenn er zur Ruhe kam. »Will mir mein Körper etwas sagen?« fragte er sich. Er wollte .Gerade rechtzeitig fand der »Werbefuzzi« den Absprung aus dem rasanten Hamsterrad. Statt Umsatzzahlen die Erkenntnis an der Weltuhr im Straßburger Münster: »Was macht ihr mit eurer verbleibenden Zeit? Euch nutzlosen Dingen hingeben? Die Zei teures Lebens ist euch gegeben, um zu lieben.«

Elmar Langenbacher sprach seinerzeit zu seinem Buch auch mit Menschen ent-lang des Weges, bekannten und unbekannten. Neben Wolfgang Schäuble (»DasWandern vermisse ich heute schon mit am meisten« und: »Würden heute auch alle nur Piff Paff schreien, statt zuschießen, dann wäre die Welt besser«, das Hornberger Schießen seines Heimatortesmeinend) war es vor allem Hubert Burda (»Heimat trägst du im Herzen. Hinaus in die Welt. Sie ortet dich. Der Dialekt ist dazu ein Fundament.«). Hubert Burda war es dann auch, der das Schreibtalent von Elmar Langenbacherentdeckte, der Auftrag »Herkunft Schwarzwald. Spaziergang mit Hubert Burda« und »Kreativität, Tatkraft, Vespertisch. Geschichten über Franz Burda«, folgten als Auftragsarbeit.

Die schicke Werbeagentur hat Elmar Langenbacher mittlerweile gegen einen fast dreihundert Jahre alten Bauernhof »als Rückzugsort, irgendwo in den Höhen Hausachs«eingetauscht. Dort entstehen neue Geschichten. Ein Ruhepol zum »quirligen« Offenburg, wo der Autor seit fastvierzig Jahren wohnt.

Eine Lektüre für lange Winterabende

»Mein Licht. Meine Stille. Der Kinzigtäler Jakobusweg ist eine Lektüre für lange Winterabende mit viel Vorfreude auf den Sommer und ein Muss für jeden, der sich für die Geschichte des Kinzigtales interessiert. Die Neuauflage des Buches enthält ein Nachwort des Autors, ein kleiner Appell gegen das immer schneller, immer weiter, immer höher, immer mehr. »Es ist zunächst nur im örtlichen Buchhandel erhältlich, bevor es nächstes Jahr auch Amazon listen darf«, so Autor und Verleger Elmar Langenbacher.

Informationen und eine Wegekarte mit Höhenmetern gibt es unter: www.Jakobus-weg-Schwarzwald.de.

Stimmen Kinzigtäler Touristiker zum Buch:

»In Loßburg öffnet sich das Tor zum Kinzigtäler Jakobusweg. Mehr Menschen denn je pilgern vom Ursprung der Kinzig auf einem der schönsten Wege talabwärts durch das Kinzigtal. Vielen Dank Herrn Langenbacher für diesen tollen Wegbegleiter.«

Karin Armbruster, Loßburg Information

»Die Pilger sind mir eine Herzensangelegenheit. Bald gehe ich in Rente, dann wil lich den Weg selbst auch einmal am Stück gehen. «Martin Schmid, Tourist Information Schenkenzell »Die Menschen entdecken die Natur neu und wieder. Die Nachfrage nach einem Naturerlebnis steigt stetig, was sich auch in der Zahl der Buchungen zum Jakobusweg wiederspiegelt. Die Natur steht hier im Mittelpunkt um sich und den Weg, die Men-schen und die Landschaft neu zu entdecken – authentisch –echt.«

Lothar Kimmig, Geschäftsführer Gengenbach Kultur- und Tourismus GmbH

»Dankbar sein für das, was man hat und was direkt vor unserer Haustür liegt – in diesem Jahr scheint das Buch von Elmar Langenbacher wohl aktueller denn jezu sein.«

Julia Laifer, Tourismus Mittlerer Schwarzwald

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