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Gengenbach | 14.10.2020

Fläche für einen neuen Stadtteil

Mit 17 Hektar ist das Hukla-Areal größer als Gengenbachs Altstadt – Sichtbarer Fortschritt bei den Abbrucharbeiten

Foto:
Die Abbrucharbeiten auf dem Hukla-Areal sind in vollem Gange. Zum ersten Mal kam beim Abbruch des ca. 18 Meter hohen Gebäudes der Longfront-Bagger der Abbruchfirma »Libare« zum Einsatz. Foto: Stadt Gengenbach
von Schwarzwälder Post

Die Dimensionen des ehemaligen Areals der Firma Hukla werden jetzt besonders deutlich, wenn man das zuvor bebaute Gelände als Freifläche betrachten kann. Große Berge verschiedener Baumaterialien wurden angehäuft. Sie werden derzeit zum Abtransport vorbereitet und zerkleinert.

Foto: Stadt Gengenbach

Zum ersten Mal kam beim Abbruch des ca. 18 Meter hohen Gebäudes der Longfront-Bagger der Abbruchfirma »Libare« zum Einsatz, teilt die Stadt Gengenbach mit. Diese Bagger werden aufgrund des verlängerten Auslegers bevorzugt für Abbrucharbeiten genutzt. Der Baggerarm des Longfront-Baggers hat eine Reichweite von 33 Metern und arbeitet mit 326 PS. Dank dieses speziellen Arbeitsgerätes können Materialien im Hochbauabbruch punktgenau in jeder Dimension und in großer Höhe aus dem Bauwerk entfernt werden. Dies hat den Vorteil, dass die Materialien schon beim Herausnehmen sortiert und wie in diesem Fall direkt vom nächsten Bagger auf die Sortierfläche abtransportiert werden können. Dieses Vorgehen ist nicht nur gründlicher, sondern auch effektiver als ein Gebäude niederzureißen und den riesigen Haufen Material anschließend sortieren zu müssen.

Auf den rund acht Hektar umfassenden städtischen Flächen des Hukla-Areals wurden bereits 45 Prozent der Gebäude oberirdisch abgebrochen. Bürgermeister Thorsten Erny ist mit dem Fortschritt der Arbeiten zufrieden: »Wir sind im Zeitplan«.

Durch Entrümpelung, Entkernung und Schadstoffsanierung mit der Beseitigung von Störstoffen für den maschinellen Rückbau wird die Gebäudestruktur in den »Rohbauzustand« zurückversetzt. Die Arbeiten der vergangenen Wochen waren eher sichtbar, weil oberirdisch. Aktuell sind fünf hydraulische Abbruchbagger verschiedener Größen und Leistungen mit moderner Abbruchausrüstung und Anbaugeräten wie Betonschere, Sortiergreifer und Pulverisierer im Einsatz. Die speziellen Ar­beits­geräte ermöglichen ein lärm- und erschütterungsarmes Rückbauverfahren. Da bei bestimmten Arbeitsvorgängen trotzdem mit Lärm zu rechnen ist, sind die Arbeitszeiten auf Montag bis Freitag von 7.00 bis 19.00 Uhr beschränkt.

Im weiteren Schritt des Rückbaus werden die bisher abgebrochenen Materialien zerkleinert und abtransportiert. Sämtliche Einbauten wurden sortenrein ausgebaut und für die Entsorgung vorbereitet. Sie werden in getrennten Fraktionen gesammelt und gemäß der Analytik der Entsorgung nach den gesetzlichen Vorgaben zugeführt. Als weiterer Schritt des sogenannten »konstruktiv selektiven Rückbaus« folgt die Entfernung der Bodenplatten und des Asphalts auf den neuen Freiflächen der Großbaustelle. Erst wenn dies abgeschlossen ist, erfolgt Rückbau von weiteren Gebäuden im nächsten Abschnitt. Die Arbeiten werden von zwei Ingenieurbüros begleitet.

Voraussichtlich Ende 2021 sind die Abbrucharbeiten abgeschlossen und es wird eine revitalisierte Fläche an die Stadt Gengenbach übergeben. Die Stadt Gengenbach hat das Ziel bereits im Laufe des Jahres 2021 die Bauleitplanung zu beginnen, damit anschließend direkt mit den Erschließungsarbeiten gestartet werden kann. Eine Bebauung wird wohl frühestens 2024 möglich sein. Ziel ist, ein neuer Stadtteil mit rund 17 Hektar – größer als Gengenbachs Altstadt.

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