Wander- und Freizeitverein besucht die Müllverwertungsanlage Kahlenberg.
Der Wander- und Freizeitverein hatte zu einer Besichtigung beim Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) eingeladen. Dort konnten sich die Teilnehmer informieren, was mit unserem Hausmüll passiert.
Begrüßt wurde die Gruppe von einem Abfallberater des Ortenaukreises, der zunächst erläuterte, wie die Struktur der Abfallentsorgung des Ortenaukreises aufgebaut ist. Am Standort Kahlenberg wird nur der Inhalt der Grauen Tonne aus dem Ortenaukreis und dem Kreis Emmendingen verwertet. Das sind über 100.000 Tonnen jährlich.
Hier hat die Anlage in Ringsheim Pionierarbeit geleistet, denn die angewendete mechanisch-biologische Behandlung des Hausmülls ist deutschlandweit einmalig. Um so wenig Müll wie möglich einzulagern wird in mehreren Verfahrensschritten optimal aufbereitet.
In der ersten Stufe, der mechanischen Aufbereitung, werden Störstoffe, Metalle, geringe Mengen an E-Schrott (Fehlwürfe), Bauschutt aussortiert. Anschließend wird in der ersten biologischen Stufe ein Großteil der organischen Abfallstoffe einem Gärverfahren unterworfen. Aus dem dabei entstehenden Biogas wird im eigenen Blockheizkraftwerk umweltfreundlich Strom und Wärme erzeugt.
Im Anschluss an eine biologische Trocknung werden in zwei Trennschritten Ersatzbrennstoffe zur Verwertung in industriellen Anlagen und Mineralstoffe zur Ablagerung auf der Deponie erzeugt. Doch damit nicht genug, in einem derzeit in der Bauphase befindlichen Anlagenteil sollen in Zukunft die gewonnenen Ersatzbrennstoffe verascht werden. Aus der Asche soll dann Phosphor, als Nährstoff zur Pflanzenproduktion, zurückgewonnen werden.
Natürlich wurden auch Fragen der wissbegierigen Teilnehmer beantwortet, z. B. welcher Müll in welche Tonne gehört. Außerdem wurde erklärt, dass sich auf dem schon verfülltem und renaturierten Gelände zahlreiche Pflanzen und Tierarten angesiedelt haben, die als gefährdete Pflanzenarten auf der Roten Liste stehen. Alle diese umfangreichen Informationen wurden durch einen Rundgang noch einmal anschaulich vertieft.
Alle Teilnehmer fanden es schade, dass sich für diesen sehr informativen und interessanten Besuch nur eine kleine Gruppe angemeldet hatte. Nach zwei Stunden war die Führung zu Ende und die Gruppe bedankte sich beim Abfallberater für die ausführlichen Erläuterungen und die Art, Abfallentsorgung verständlich zu machen.




