Jahresveranstaltung der Bürgerwehr Unterharmersbach mit vollbesetzter Schwarzwaldhalle am Montagabend. Theater der Gruppe „Lampenfieber“ begeisterte die Zuschauer.
Foto: Gisela Albrecht
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Foto: Gisela AlbrechtÜber ein überaus zufriedenes Publikum konnte sich Hauptmann Marcus Bohnert beim traditionellen Theaterabend freuen. Die bewährte Theatergruppe zeigte ihr komödiantisches Talent. Viel Lokalkolorit gab es beim Thema der „verfeindeten Lager Zell und Unterharmersbach“, die sich heftige Wortgefechte zur Lage der Wallfahrtskirche und der Heiligen Maria darin lieferten.
Hauptmann Marcus Bohnert begrüßte die Gäste in der Halle. Sein besonderer Gruß galt den Gästen der benachbarten Wehren. Und dann ging schon der Vorhang auf zu einem turbulenten Lustspiel in drei Aufzügen.
Wo steht die Wallfahrtskirche?
In der Gemeinde Zell soll es einen Ersatzpfarrer für den erkranken Priester im Ort geben. Doch die resolute Pfarrsekretärin machte gleich klar: „So einen Ersatzheiligen aus dem Kloster, der kaum die Treppe hochkommt – den brauchen wir nicht.“ Der neue Pfarrer merkt dann gleich, wo er gelandet ist: In einem seit Jahren bestehenden Dauerstreit um die Lage der Wallfahrtskirche: Steht sie nun auf Unterharmersbacher Gemarkung oder auf der von Zell? Und dies zieht die noch wichtigere Frage nach sich: Wo steht die Heilige Maria in der Kirche?
Die Unterharmersbacher Akteure beanspruchen die Maria für sich und die Akteure aus Zell tun dies auch. Heimlich wird die Statue hin- und hergedreht, bis der Ordinariats-Direktor ein Machtwort spricht: „Die ganze Maria ist heilig, auch ihre Rückenansicht.“
Grotesk mutet der Vorschlag der Organistin an: Eine Glocke in der Kirche soll nur für die Unterharmersbacher läuten und die andere nur für die Zeller. Es soll sogar Lieder aus dem Gotteslob geben, die nur von jeweils einem Ortsteil gesungen werden dürfen. Der neue Pfarrer ruft schließlich verzweifelt: „Herr, wirf Hirn herab und lass es den Richtigen treffen!“
Friedensengel aus Pappe
Da hat er die rettende Idee eines Friedensengels aus Pappe: Wenn der Engel in der Kirche steht, wird alles gut. Dann passiert die Katastrophe: Die Marienstatue aus der Kirche ist weg! Ohne Statue keine Kirche – die Pfarrgemeinde soll aufgelöst werden und zur Seelsorgeeinheit Biberach gehören. Ein Affront für alle Beteiligten.
Der Ordinariats-Direktor hat das Vermögen der Kirchengemeinde an der Börse verzockt; die Wallfahrtskirche wird wegen desolater Bausubstanz abgerissen; die Glocken werden nach Biberach verschenkt; die Heilig Maria kommt in den Keller – die Ereignisse überschlagen sich. In der Not muss man zusammenhalten und die verfeindeten Lager Zell und Unterharmersbach kommen sich näher. Gemeinsam schaffen sie den Erhalt der Kirche und sogar so etwas wie ein friedliches Miteinander.
Die Pfarrsekretärin weiß alles
Die Akteure spielen die Charaktere ihrer Rollen mit viel Theatralik, Gestik und gekonnter Übertreibung sowie einer sichtbaren Spielfreude.
Die Hauptrolle der Pfarrsekretärin Erna wird von Christine Bartenbach verkörpert: Sie weiß alles und hat zu allem eine deutliche Meinung, steigert sich gern in ein Thema rein und hat auch keine Scheu vor übergriffigem Verhalten zu ihren Vorgesetzten.
Pfarrer Schimmelmann wird von Manuel Heß dargestellt: Ruhig, besonnen und weise am Beginn des Abends; dann zunehmend verzweifelter wegen der desolaten Zustände in der Gemeinde.
Die Rolle des Ordinariats-Direktors Matthäus ist Alfred Willmann auf den Leib geschrieben: Überheblich, herablassend zum Personal, anspruchsvoll und auf die Moral pochend. Doch vor der resoluten Pfarrsekretärin beginnt er zu kuschen.
Reinigungskraft Mario wird von Rene Rummel verkörpert: Gekonnt zeigt er den dümmlichen Charakter der Person, die Angst vor der Obrigkeit hat und sich herumkommandieren lässt.
Frida (Linda Pohlmann) heizt jeden Streit kräftig an, eine aufgeblasene rechthaberische Person und hinterlistig dazu. Linda Pohlmann spielt diesen Charakter mit viel Enthusiasmus.
Pfarrgemeinderat Herrmann wird von Patrick Oehler dargestellt: Er kämpft vehement für die „Rechte der Unterharmersbacher“ und sorgt mit seinen grotesken Hirngespinsten für viel Gelächter bei den Zuschauern.
Organistin Sabine hat mit Stefanie Vögele die perfekte Darstellerin gefunden: Sie passt sich jeder Situation an, nutzt ihre Rolle in der Kirche für allerlei Scharmützel und beschimpft am Ende sogar ihren Chef als Spanner (wenn sie sich auch in flagranti mit dem Messner erwischen lässt?)
Tobias Schwendemann als Messner Peter tritt hilfsbereit und friedfertig auf. Er hat seine liebe Not mit den streitsüchtigen Mitmenschen um sich herum, rettet die Börsengeschäfte des Ordinariats Direktors und heiratet am Ende sogar seine Liebste, die Organistin Sabine.
Dauerfehde vergnüglich aufgearbeitet
Die Darsteller erhielten am Ende des Abends viel Applaus von den begeisterten Zuschauern. Die Dauerfehde Zell / Unterharmersbach in einem Lustspiel komödiantisch aufbereitet und als herrlicher Klamauk auf die Bühne gebracht – die Zuschauer konnten einen sehr vergnüglichen Theaterabend erleben.
Nach der Vorstellung war für weitere Unterhaltung gesorgt: Bei der großen Tombola gewinnt jedes Los; die Bar im Foyer Nebenraum lädt zum Verweilen an und „DJ Moppel“ sorgte für passende Musik.





